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Dschihadisten spionierten Atomexperten aus
International 24.03.2016 Aus unserem online-Archiv
Attentate in Brüssel

Dschihadisten spionierten Atomexperten aus

Laut der belgischenTageszeitung "Dernière heure" beobachteten die Dschihadisten einen Nuklearexperten per versteckter Kamera.
Attentate in Brüssel

Dschihadisten spionierten Atomexperten aus

Laut der belgischenTageszeitung "Dernière heure" beobachteten die Dschihadisten einen Nuklearexperten per versteckter Kamera.
Foto: LW-Archiv
International 24.03.2016 Aus unserem online-Archiv
Attentate in Brüssel

Dschihadisten spionierten Atomexperten aus

Jacques GANSER
Jacques GANSER
Nach belgischen Medienberichten gibt es zwischen den Selbstmordattentätern und der Ausspähung eines Nuklearexperten eine Verbindung. Was genau geplant war, ist zur Zeit allerdings noch unklar.

(dpa) - Die Brüsseler Terrorzelle steckte nach belgischen Medienberichten auch hinter einem Spionageangriff gegen einen Atomforscher.

Die beiden Selbstmordattentäter Ibrahim und Khalid El Bakraoui wurden nach Informationen der Tageszeitung „La Dernière Heure“ als diejenigen Männer identifiziert, die eine heimlich vor dem Wohnhaus des Wissenschaftlers angebrachte Überwachungskamera abmontierten.

Mit ihr waren Aufnahmen gemacht worden, die Anti-Terror-Fahnder im November bei Ermittlungen zu den Terroranschlägen im Paris entdeckt hatten.

Die Staatsanwaltschaft äußerte sich am Donnerstag zunächst nicht zu den laufenden Ermittlungen.

Gründe nicht bekannt

Bislang gilt als unklar, warum der belgische Nuklearspezialist ausspioniert wurde. Eine Theorie lautet, dass von ihm radioaktives Material für eine sogenannte schmutzigen Bombe erpresst werden sollte.

Der Wissenschaftler arbeitet im belgischen Nuklearforschungszentrum CEN in Mol. Dieses ist einer der weltweit größten Hersteller von radioaktiven Isotopen für Krebstherapien.

Die Wohnung, in der die verdächtigen Videoaufnahmen gefunden wurden, hatte ein Terrorverdächtiger mit dem Namen Mohamed Bakkali angemietet.

Dieser war Ende November in Zusammenhang mit den Terroranschlägen von Paris in Belgien festgenommen worden und sitzt seitdem in Untersuchungshaft. In der Wohnung in dem belgischen Ort Auvelais sollen auch Waffen und Sprengstoff gelagert worden sein.

Falscher Name

Nach Angaben des belgischen Sender RTBF wird Mohamed Bakkali in dem Testament des Selbstmordattentäters Ibrahim El Bakraoui erwähnt. Weitere Informationen zum Kontext der Namensnennung lieferte der öffentlich-rechtliche Rundfunk allerdings nicht.

Ein Sprecher der belgischen Atomaufsichtsbehörde AFCN hatte die Existenz der Überwachungsvideos am Mittwoch in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur als „ziemlich heftig“ bezeichnet.

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