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Druck auf Castaner wächst nach Messerattacke
International 07.10.2019 Aus unserem online-Archiv

Druck auf Castaner wächst nach Messerattacke

Christophe Castaner sprach am Montag vor der Assemblée Nationale.

Druck auf Castaner wächst nach Messerattacke

Christophe Castaner sprach am Montag vor der Assemblée Nationale.
Foto: AFP
International 07.10.2019 Aus unserem online-Archiv

Druck auf Castaner wächst nach Messerattacke

Es ist wahrlich nicht das erste Mal, dass in Frankreich der Rücktritt von Innenminister Castaner gefordert wird.

(dpa) - Wegen des mutmaßlich islamistisch motivierten Mordanschlags in der Pariser Polizeipräfektur steht Frankreichs Innenminister Christophe Castaner unter Rechtfertigungsdruck. Ihm wird vorgeworfen, Anzeichen einer Radikalisierung des Messerangreifers unter Verschluss gehalten zu haben.

Am Montag forderte Castaner, solchen Anzeichen innerhalb der Polizei künftig genauer nachzugehen. Am Dienstag muss der Minister vor einer Delegation des Parlaments Rede und Antwort stehen. Am Donnerstag steht eine Erklärung vor dem Rechtsausschuss des Senats an. Oppositionspolitiker fordern seinen Rücktritt.


France's first national anti-terrorism prosecutor Jean-Francois Ricard (C), next to Head of the French judicial police Christian Sainte (L), gives a press conference on October 5, 2019 in Paris, after three police officers and an administrative worker -- three men and a woman -- died in the frenzied 30-minute attack on October 3 at the police headquarters. - Preliminary enquiries suggest that the attacker, a convert to Islam, could have become radicalised, said sources, who added that he had worked in a section of the police service dedicated to collecting information on jihadist radicalisation. (Photo by GEOFFROY VAN DER HASSELT / AFP)
Messerattacke in Paris: Täter war radikalisiert
Die Bluttat in der Polizeipräfektur von Paris erweist sich als ein terroristisch motivierter Angriff. Vor allem auf den Innenminister wächst der Druck.

Der Angreifer hatte am Donnerstag vier Kollegen getötet, bevor er selbst erschossen wurde. Kurz danach hatte Castaner erklärt, der Täter - ein 45-jähriger Polizeimitarbeiter - sei zuvor nicht auffällig gewesen. Am Freitag übernahm die Anti-Terror-Einheit der Staatsanwaltschaft die Ermittlungen. Es stellte sich heraus, dass der Angreifer wohl ein radikalisierter Islamist war.

Kein unbeschriebenes Blatt

Der Chefermittler Jean-François Ricard erklärte am Wochenende, dass der zum Islam konvertierte Angreifer Kontakt zu mutmaßlichen Salafisten gehabt habe und Anhänger einer radikalen Auslegung des Islams gewesen sei. Er solle sich zustimmend zu dem islamistischen Mordanschlag auf die Redaktion des Satiremagazins „Charlie Hebdo“ geäußert haben. Wie der Radionachrichtensender Franceinfo am Montagabend berichtete, wurden in der Wohnung des Tatverdächtigen bei Paris USB-Speichersticks mit Daten Dutzender Arbeitskollegen und mit Propaganda der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) gefunden.

"Keinerlei Spuren"

„Ich sprach auf der Grundlage der Beweise, die wir in der Akte hatten“, sagte Castaner. Er habe die Wahrheit gesagt. Er wünsche sich, dass künftig jeder Warnhinweis auf eine Radikalisierung automatisch gemeldet und vermerkt werde. In den Akten des 45 Jahre alten Täters habe es keinerlei Spur gegeben. Castaner gestand zwar Fehler ein, wies Rücktrittsforderungen aber zurück.


03.10.2019, Frankreich, Paris: Ein Mädchen steht vor einem bewaffneten Soldat in einer versperrten Straße nahe der Pariser Polizeipräfektur. Bei einer Messerattacke in der Präfektur wurden vier Menschen getötet. Der Angreifer war laut Medien ein langjähriger Verwaltungsmitarbeiter der Polizeipräfektur. Foto: Jair Cabrera Torres/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Messerangriff in Paris: Justiz geht von Terrorismus aus
Ein Mitarbeiter der Polizei greift in der Polizeipräfektur mitten in Paris seine Kollegen mit einem Messer an. Die Staatsanwaltschaft ermittelt nun wegen eines terroristischen Hintergrunds.

Der Täter hatte als Informatiker in einer Abteilung des Polizeihauptquartiers gearbeitet, wo es auch um Terrorabwehr ging. In Frankreich wird nun diskutiert, wie dies möglich war. Die Opposition sieht Castaner geschwächt. Er habe jede Glaubwürdigkeit verloren, um seine Aufgabe zu erfüllen, erklärte der konservative Abgeordnete Éric Ciotti. Castaner war häufig mit Rücktrittsforderung konfrontiert. So wurde ihm vorgeworfen, die Ausschreitungen der Gelbwesten“ nicht im Griff gehabt und nicht genug zur Aufklärung des Todes eines jungen Mannes bei einem Polizeieinsatz getan zu haben.     


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