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Dreyer: "Luxemburg nicht für viele Tests bestrafen"
International 3 Min. 28.09.2020

Dreyer: "Luxemburg nicht für viele Tests bestrafen"

Malu Dreyer fordert eine differenzierte Sicht der Corona-Fakten.

Dreyer: "Luxemburg nicht für viele Tests bestrafen"

Malu Dreyer fordert eine differenzierte Sicht der Corona-Fakten.
Foto: DPA
International 3 Min. 28.09.2020

Dreyer: "Luxemburg nicht für viele Tests bestrafen"

Luxemburg ist zum zweiten Mal zum Corona-Risikogebiet erklärt worden. Ministerpräsidentin Dreyer sieht das kritisch.

(dpa/TJ) - Zur Einstufung von Luxemburg als Risikogebiet sagte die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer am Montag, bei der Risikobewertung werde in den deutschen Bundesländern längst die Gesamtsituation betrachtet, das sollte auch im internationalen Vergleich stärker berücksichtigt werden. „Wir dürfen Länder wie Luxemburg nicht dafür bestrafen, dass sie sehr viel testen.“ 

Wer aus Luxemburg nach Rheinland-Pfalz reist, muss zunächst in Quarantäne und das örtliche Gesundheitsamt informieren - mit einigen Ausnahmen. Darauf hat das Gesundheitsministerium in Mainz am Montag hingewiesen. Ausgenommen seien Menschen, die beruflich pendeln. Auch Reisen aus medizinischen oder anderen triftigen Gründen - wie etwa Prüfungen an der Universität - sind möglich. Die Quarantäneanordnung gelte auch nicht bei Reisen nach Luxemburg, die weniger als 72 Stunden dauern. „Auch, wer einen negativen Corona-Test hat, der gerechnet vom Zeitpunkt der Einreise nicht älter als 48 Stunden ist, muss nicht in Quarantäne.“

Nachdem die deutsche Bundesregierung Luxemburg am Freitagabend erneut wegen steigender Corona-Fallzahlen zum Risikogebiet erklärt hatte, gelten diese Regelungen dem Ministerium zufolge mindestens bis Mitte Oktober. Zum 15. Oktober habe der Bund eine Muster-Quarantäneverordnung angekündigt, um Einreisen aus Risikogebieten zu regeln.     

Am Freitag hatte Deutschland Luxemburg wieder auf die Liste der Risikogebiete gesetzt, weil die Zahlen den Referenzwert von 50 Neuinfektionen pro Woche und pro 100.000 Einwohner überschritten hatten. In Belgien und in der Schweiz steht das Großherzogtum ebenfalls wieder auf der Liste der Risikogebiete.

Warn-Plan in Arbeit


Politik, online, Paulette Lenert,Xavier Bettel besuchten die Test Covid-Station Park&Ride, Bouillon Foto: Anouk Antony/Luxemburger Wort
Deutschland stuft Luxemburg wieder als Risikogebiet ein
Die Bundesrepublik Deutschland hat beschlossen, aufgrund der erhöhten Infektionszahlen der letzten Tage Luxemburg erneut als Risikogebiet einzustufen.

Die Landesregierung in Mainz werde für Rheinland-Pfalz einen Corona-Warn- und Aktionsplan auflegen. Dabei sollte angeschaut werden, wie hoch die Gesamtzahlen seien, ob das Ausbruchsgeschehen eingegrenzt oder diffus sei und wie es den Gesundheitsämtern möglich sei, die Kontakte von Infizierten nachzuverfolgen, um die Infektionsketten zu durchbrechen.      

Mit Blick auf die Beratungen der Ministerpräsidentenkonferenz mit Kanzlerin Angela Merkel sagte Dreyer: „Ich werde mich für ein Alarmsystem zur situationsgerechten Corona-Eindämmung einsetzen, das einen dezentralen Ansatz für Kreise und Städte verfolgt.“

Gezielte Reaktionen


Luxemburger müssen in der Schweiz wieder in Quarantäne
Die Schweiz hat die Liste der Länder, für die bei der Einreise Qurantänepflicht gilt, aktualisiert. Luxemburg ist wieder dabei.

Die wissenschaftlichen Erkenntnisse sollten vom Bund gebündelt werden. „In der konkreten Anwendung brauchen wir in den Ländern dann die notwendige Flexibilität. Wenn in München die Infektionszahlen durch die Decke gehen, brauchen wir in Mainz, Koblenz oder Ludwigshafen keine Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen.“ Genauso könne es unterschiedliche Maßnahmen für städtische und ländliche Regionen geben. „Das Virus macht zwar nicht halt an Landesgrenzen, aber es macht einen Unterschied, ob ich in einer Region mit hohen oder niedrigen Infektionszahlen lebe und ob tendenziell viele Menschen zusammenkommen oder nicht“, betonte die Regierungschefin.

Auch im Saarland ...

Auch im Saarland gibt es nach Angaben des dortigen Sozialministeriums bei der Einreise Ausnahmen von der zweiwöchigen Quarantänepflicht: für Berufspendler und Menschen, die sich weniger als 72 Stunden in Luxemburg aufgehalten haben. Auch Personen mit einem triftigen Reisegrund - wie medizinische Behandlungen, die Pflege von Angehörigen oder ein Studium - sind befreit.

„Wir alle müssen mit dieser neuen Situation verantwortungsbewusst umgehen“, sagte Saarlands Ministerpräsident Tobias Hans am Montag in Saarbrücken. „Bund und Länder beraten derzeit darüber, weitere Erleichterungen im kleinen Grenzverkehr vorzunehmen.“ Luxemburg war von Mitte Juli bis Mitte August schon einmal als Corona-Risikogebiet eingestuft worden.    

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