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Drei Wochen Moorbrand - Lage nur leicht entspannt
Der Brand wurde von starken Winden zusätzlich angefacht.

Drei Wochen Moorbrand - Lage nur leicht entspannt

Stephan Konjer/dpa
Der Brand wurde von starken Winden zusätzlich angefacht.
International 1 23.09.2018

Drei Wochen Moorbrand - Lage nur leicht entspannt

Der Moorbrand im Emsland dauert auch am Wochenende an. Mehr als 1000 Einsatzkräfte versuchen, die Flammen auf einem Bundeswehrgelände einzudämmen. Das nun regnerische Wetter spielt mit, so dass sich die Lage leicht entspannt.

(dpa) -  Auch drei Wochen nach Ausbruch des Moorbrandes auf einem Bundeswehrgelände im Emsland ist ein Ende des Großeinsatzes gegen Rauch und Flammen nicht in Sicht. „Der Regen verursacht eine gewisse Entspannung“, sagte ein Sprecher des Landkreises am Sonntag. „Wir können aber nicht von einer nachhaltigen Entspannung sprechen.“

Der am Freitag vom Landkreis ausgerufene Katastrophenfall dauerte daher an. „Es gibt keine Prognose, wie lange noch“, betonte der Sprecher. Mit Evakuierungen von Ortschaften nahe dem Gelände sei derzeit aber nicht mehr zu rechnen. Die Bundeswehr teilte mit, dass die Lage „weiter stabil und das Feuer unter Kontrolle“ seien. Demnach kämpften am Sonntag zunächst 1.252 Einsatzkräfte gegen die Feuer.

Der Moorbrand schwelt seit rund drei Wochen. Er war auf dem Übungsgelände ausgebrochen, als von einem Kampfhubschrauber des Typs Tiger aus Raketen abgefeuert wurden. Nach Bundeswehrangaben hat der Brand zwischenzeitlich eine 800 Hektar große Fläche erfasst.

Rauchwolken steigen beim Moorbrand auf dem Gelände der Wehrtechnischen Dienststelle 91 (WTD 91) in Meppen auf.
Rauchwolken steigen beim Moorbrand auf dem Gelände der Wehrtechnischen Dienststelle 91 (WTD 91) in Meppen auf.
Lars Schröer/dpa

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) besuchte am Samstag die Region und räumte Fehler der Bundeswehr ein. Zudem entschuldigte sie sich bei Anwohnern. Von der Leyen betonte, die Bundeswehr wolle den Fall aufarbeiten und über die Ergebnisse auch mit den Menschen im Emsland sprechen.

Tornado-Jet im Einsatz

Am Wochenende waren Feuerwehren aus ganz Nordwestniedersachsen im Einsatz. Die Bundeswehr bekämpfte den Brand zudem mit einem Tornado-Jet. Der Flieger sollte Wärmebildaufnahmen des Moorgebietes liefern, um Glutnester im Boden zu sichten. Auch ein mobiler Einsatzwagen des Landesamts für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUV) war wegen des Moorbrandes im Einsatz. Experten können darin genommene Proben direkt vor Ort auf giftige Brandrückstände analysieren.

Eine Löschraupe ist beim Moorbrand auf dem Gelände der Wehrtechnischen Dienststelle 91 (WTD 91) in Meppen im Einsatz
Eine Löschraupe ist beim Moorbrand auf dem Gelände der Wehrtechnischen Dienststelle 91 (WTD 91) in Meppen im Einsatz
WTD 91/Bundeswehr/dpa

Der Landkreis Emsland teilte am Samstag mit, Messungen hätten ergeben, dass „keine akute Gesundheitsgefährdung“ durch die Rauchentwicklung vor Ort bestehe. „Natürlich gibt es nach wie vor Geruchsbelästigungen, und auch die emotionale Belastung für die Anwohner vor Ort ist weiter hoch. Aber eine Grenzwertüberschreitung wurde nicht ermittelt“, betonte Landrat Reinhard Winter.

Der Fall beschäftigt derweil auch die Justiz: Die Staatsanwaltschaft Osnabrück ermittelt wegen des Anfangsverdachts der fahrlässigen Brandstiftung gegen Unbekannt. Am Freitag wurde deshalb das Gelände durchsucht.