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Doppelanschlag in Istanbul: PKK-Splittergruppe bekennt sich
International 11.12.2016 Aus unserem online-Archiv

Doppelanschlag in Istanbul: PKK-Splittergruppe bekennt sich

Die Trauerfeier für die getöteten Polizisten fand am Sonntag statt.

Doppelanschlag in Istanbul: PKK-Splittergruppe bekennt sich

Die Trauerfeier für die getöteten Polizisten fand am Sonntag statt.
Foto: AFP
International 11.12.2016 Aus unserem online-Archiv

Doppelanschlag in Istanbul: PKK-Splittergruppe bekennt sich

Bérengère BEFFORT
Bérengère BEFFORT
Zwei schwere Anschläge haben am Wochenende das beliebte Viertel Besiktas in Istanbul erschüttert. Zahlreiche Menschen starben, darunter viele Polizisten. Eine PKK-Splittergruppe bekennt sich.

(dpa) - Ein Krater von zwei Metern Durchmesser klafft in der Straße. Von dem mit Sprengstoff beladenen Fahrzeug, das in der Nacht zum Sonntag explodierte, ist nichts mehr übrig. Das zeigen Bilder von der Nacht des verheerenden Doppelanschlags in Istanbul. Der Autobombenanschlag in der Nähe des Fußballstadions in Besiktas forderte wohl die meisten der Dutzenden Todesopfer und war gegen Polizisten gerichtet. Auch ein Selbstmordattentäter, der sich kurz nach der ersten Explosion in die Luft sprengte, zielte auf Sicherheitskräfte.

Am Sonntagabend hat sich die TAK eine Splittergruppe der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK zu beiden Anschlägen bekannt und bestätigte damit den Verdacht der Regierung. Die türkische Führung hatte schon kurz nach den Attentaten vermutet, dass die TAK verantwortlich ist und forderte Vergeltung. Das Wichtigste sei der Kampf gegen die „Pest des Terrors“, hatte Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan am Sonntag gesagt. Die Täter müssten einen „noch höheren Preis“ zahlen. Details zu den bisher 13 Festgenommenen gaben die türkischen Behörden nicht bekannt.

Die Polizei hat die Gegend um das Fußballstadion in Besiktas noch am Morgen weiträumig abgesperrt. Am Nachmittag versammeln sich dann Hunderte um das Stadium. Sie schwenken türkische Flaggen und halten Schilder mit der Aufschrift: „Wir gewöhnen uns nicht daran.“

Der Schock im ganzen Land ist groß. Unbekannte hatten die Autobombe um 22.29 Uhr am Samstagabend - etwa anderthalb Stunden nach Ende des Spiels zwischen den Erstligisten Besiktas und Bursaspor - gezündet. Die Zuschauer waren schon auf dem Heimweg. Der Selbstmordattentäter sprengte sich kurz darauf in die Luft.

Besiktas ist ein beliebtes Ausgehviertel auf der europäischen Seite Istanbuls und liegt in der Nähe des Taksim-Platzes. Gerade am Wochenende sind die Straßen belebt. Auch wenn die Polizei offenbar das Ziel war, wurden zivile Opfer in Kauf genommen.


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