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Donald Trumps geschmackloser Vergleich: "Die besten Quoten seit das World Trade Center fiel"
International 2 Min. 24.04.2017

Donald Trumps geschmackloser Vergleich: "Die besten Quoten seit das World Trade Center fiel"

"Face the Nation": Donald Trump misslingt ein Vergleich im Zusammenhang mit der beliebten politischen Talkshow auf CBS.

Donald Trumps geschmackloser Vergleich: "Die besten Quoten seit das World Trade Center fiel"

"Face the Nation": Donald Trump misslingt ein Vergleich im Zusammenhang mit der beliebten politischen Talkshow auf CBS.
Foto: AFP
International 2 Min. 24.04.2017

Donald Trumps geschmackloser Vergleich: "Die besten Quoten seit das World Trade Center fiel"

Tom RUEDELL
Tom RUEDELL
Donald Trump ist Präsident der USA. Früher war er Immobilienmogul. Dazwischen Reality-TV-Star. Und seitdem besessen von Fernseh-Einschaltquoten. Das brachte ihn jetzt dazu, sich in einem Interview gewaltig zu vergaloppieren.

(tom) - Dass der 45. Präsident der USA gerne fernsieht, ist bekannt. Donald Trump verbringe große Teile seines Tages vor dem Fernseher, Fox News ist sein Lieblingssender und seine Hauptnachrichtenquelle, heißt es aus dem Weißen Haus. Diese Gewohnheit hat schon öfter für Aufsehen gesorgt, zum Beispiel als Trump in einer Rede in Florida seinen Anhängern von einem Terroranschlag erzählte, der am Abend zuvor in Schweden passiert sei. Auf Nachfrage musste er zugeben, dass er keinen konkreten Zwischenfall gemeint, sondern sich auf einen Fernsehbericht über Einwanderung in Schweden bezogen habe. Den hatte er kurz vorher auf Fox News gesehen. 

Trumps Lieblingsgesprächsthema in Sachen Fernsehen sind aber nicht Nachrichtenbeiträge, sondern Einschaltquoten, bevorzugt seine eigenen. Die Zuschauerzahlen aktueller Sendungen, in denen er zu Gast ist, aber auch die aus der Zeit, als er noch Star der Reality-TV-Serie "The Apprentice" war. Mehrfach lästerte er auf Twitter über seinen Nachfolger bei "The Apprentice", Arnold Schwarzenegger, und breitete genüsslich aus, wer die besseren Quoten hatte (natürlich Trump), wer für den  Niedergang der Show verantwortlich war (natürlich Schwarzenegger) und warum (die Quote, man hätte es ahnen können).

Unlängst war es für Trump wieder einmal an der Zeit, über seine Einschaltquoten zu reden. In einem Interview mit der Nachrichtenagentur Associated Press, das am Montag unter anderem von der Washington Post zitiert wurde, sprach Trump darüber, wie hoch die Zuschauerzahlen der politischen Sonntags-Talkshow "Face of the Nation" waren, als er dort zu Gast war. 5,2 Millionen Zuschauer hätten seinen Auftritt auf dem Sender CBS  gesehen - wobei offensichtlich keine der Ausgaben, bei denen Trump Gast bei "Face the Nation" war diese Quote aufweist. Im Januar 2016 sollen es laut "Washington Post" 4,6 Millionen gewesen sein.

"Es waren die höchsten Quoten für 'Face the Nation' seit das World Trade Center eingestürzt ist."

Doch die absoluten Zahlen verblassen sowieso gegen den Vergleich, den Trump anstellt, um seine Popularität im Fernsehen zu verdeutlichen:

"Für 'Face the Nation' - oder 'Deface The Nation', wie ich sie gerne nenne [Trump macht hier ein Wortspiel mit dem Namen der Sendung: "face the nation" bedeutet sinngemäß  "sich der Nation stellen", "to deface" heißt "verschandeln" oder "beschmieren"; Anm. d.Red.] - Es waren die höchsten Quoten für 'Face the Nation' seit dem World Trade Center.  Seit das World Trade Center eingestürzt ist."


Die Terroranschläge vom 11. September 2001, bei denen islamistische Terroristen mit drei gekaperten Passagierflugzeugen die beiden Türme des World Trade Centers in New York zum Einsturz brachten und verheerende Schäden im Pentagon in Washington anrichteten, kosteten knapp 3000 Menschen das Leben. Der Anschlag in seiner Gesamtheit gilt als eines der meistbeachteten Ereignisse der jüngeren Fernsehgeschichte.

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