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Donald Trump wird immer beliebter
International 2 Min. 20.08.2015 Aus unserem online-Archiv
Nach Umfragen

Donald Trump wird immer beliebter

In den USA hat die Debatte über Einwanderung einen ganz konkreten Namen: Donald Trump.
Nach Umfragen

Donald Trump wird immer beliebter

In den USA hat die Debatte über Einwanderung einen ganz konkreten Namen: Donald Trump.
Foto: AFP
International 2 Min. 20.08.2015 Aus unserem online-Archiv
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Donald Trump wird immer beliebter

In den USA leben elf Millionen illegale Einwanderer. Und trotzdem wird niemandem das Dach über dem Kopf angezündet. Dennoch: Auch hier wird der Ton rauer. Die schärfsten Vorschläge kommen von Donald Trump - und seine Strategie scheint ansteckend zu sein.

(dpa) - Vor der US-Küste ertrinken keine Flüchtlinge, keine Bilder überfüllter Lager schockieren in den Abendnachrichten. In den USA hat die Debatte über Einwanderung einen ganz konkreten Namen: Donald Trump.

Der republikanische Präsidentschaftsbewerber heizt die Diskussion an wie kein anderer. Seine Sprüche sind stark: Um „Illegale“ abzuhalten, soll an der Grenze zu Mexiko eine Mauer gebaut werden. „Als Erstes muss eine Mauer gebaut werden, für die Mexiko zahlen muss“, betont Trump vor Anhängern in New Hampshire. Immer wieder betont er, es gebe viele Kriminelle unter den „Illegalen“. Wer in den USA ohne gültige Papiere lebe, müsse gehen - und das möglichst rasch.

Elf Millionen illegale Einwanderer leben derzeit in den USA - die meisten seit vielen Jahren. Experten behaupten: Ohne die Illegalen ginge es gar nicht, in der Landwirtschaft oder in der Gastronomie sind die Billigkräfte unerlässlich. Längst haben sich die Amerikaner daran gewöhnt - die Debatte wird vor allem von Politikern geführt.

Meinungswechsel

Angesichts Trumps rasant steigender Popularität in den Umfragen, passen sich manche republikanische Konkurrenten erstaunlich geschmeidig an die harte Linie an. Jeb Bush, der mit einer Mexikanerin verheiratet ist und perfekt Spanisch spricht, wusste etwa vor einem Jahr noch Herzerwärmendes über „Illegale“ zu sagen: „Ja, sie haben das Gesetz gebrochen. Aber das ist kein Verbrechen. Es ist ein Akt der Liebe, ist ein Akt der Hingabe für die Familie.“

Solche Töne hört man derzeit nicht von ihm. Heute fordert Bush mehr „Grenzsicherheit“, mehr Polizei plus Deportationen. Trump macht sich über Bush lustig: Die Bemerkung über „Akt der Liebe“ sei schlichtweg ein „dämlicher Kommentar“, höhnt Trump am Mittwoch. Es zeige nur, dass Bush „unwählbar“ sei.  

Trump macht Schule

Scott Walker, der streitbare Gouverneur aus Wisconsin, befürwortet etwa laut „Washington Post“ nun ebenfalls eine Abschaffung des „uramerikanischen“ Gesetzes, wonach jeder, der auf US-Boden geboren ist, das Recht auf Staatsbürgerschaft habe. Für Millionen illegaler Einwanderer ist dies der Weg, ihren Kindern eine sichere Zukunft zu verschaffen.

Doch der raue Ton birgt hohes Risiko: Eine Untersuchung kommt zu dem Urteil, dass Latino-Stimmen bei den Wahlen 2016 noch wichtiger sind als vier Jahre zuvor. 18 Prozent mehr Latino-Wähler als 2012 werde es dann geben, rund 28 Millionen, elf Prozent der Wähler. Und 2012 hatte der Republikaner Mitt Romney vor allem deshalb gegen Barack Obama verloren, weil ihm der Zuspruch der Einwanderer fehlte.

Trump holt gegenüber Clinton auf

Rund 51 Prozent der Befragten hätten sich für Hillary Clinton ausgesprochen, 45 Prozent für Donald Trump.
Rund 51 Prozent der Befragten hätten sich für Hillary Clinton ausgesprochen, 45 Prozent für Donald Trump.
Foto: Reuters

Rund 51 Prozent der Befragten hätten sich für Hillary Clinton ausgesprochen, 45 Prozent für Trump. Noch im Juli seien 56 Prozent für die Demokratin und Ex-Außenministerin gewesen, 40 Prozent für den Baulöwen und Multimilliardär Trump. Im Juni sei das Verhältnis 59 zu 35 Prozent gewesen, berichtete der TV-Sender CNN am Mittwoch (Ortszeit). Experten meinen allerdings, derartige Umfragen hätten derzeit eher geringen Aussagewert: Erst im November 2016 wählen die Amerikaner einen Nachfolger von Amtsinhaber Barack Obama.

Im Vorwahlkampf führt Trump deutlich vor allen anderen republikanischen Bewerbern. Clinton gilt bei den Demokraten als klare Favoritin. Allerdings schrumpfte ihr Vorsprung laut der CNN-Umfrage auch gegenüber dem Links-Kandidaten Bernie Sanders. Derzeit liege Clinton mit 47 zu 29 Prozent vor Sanders, im Juli betrug die Marge noch 56 zu 19 Prozent.   

Für die Umfrage wurden laut CNN 1001 erwachsene Amerikaner per Telefon interviewt.    


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