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Digitaler Impfpass soll in Europa neun Monate gelten
International 2 Min. 26.11.2021
EU-Kommission will Einheit

Digitaler Impfpass soll in Europa neun Monate gelten

Innerhalb der EU sind die Vorhaben zur Regelung von Booster-Impfungen und zur teilweisen Impfpflicht derzeit sehr unterschiedlich.
EU-Kommission will Einheit

Digitaler Impfpass soll in Europa neun Monate gelten

Innerhalb der EU sind die Vorhaben zur Regelung von Booster-Impfungen und zur teilweisen Impfpflicht derzeit sehr unterschiedlich.
Foto: AFP
International 2 Min. 26.11.2021
EU-Kommission will Einheit

Digitaler Impfpass soll in Europa neun Monate gelten

Die EU-Kommission hat die Auffrischungsimpfung gegen Corona als Voraussetzung für die Gültigkeit vorgeschlagen.

(jwi) - Am Donnerstag hat die EU-Kommission vorgeschlagen, einheitliche Regeln für die Gültigkeit des digitalen Impfnachweises einführen zu wollen. Dies bedeute: Ohne Auffrischungsimpfung verliere der Impfpass nach neun Monaten seine Gültigkeit. Die durch die EU bereitgestellten Impfmitteln könnten dies ohne Weiteres ermöglichen.


26.11.2021, Hessen, Frankfurt/Main: Ein Passagier läuft mit Gepäck am Flughafen Frankfurt. Nach der Entdeckung einer neuen Virusvariante will die Bundesregierung den Flugverkehr mit Südafrika einschränken. Foto: Boris Roessler/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
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In Afrika verbreitet sich eine Mutation, die weit schlimmer als die Delta-Variante sein könnte. Der Flugverkehr nach Südafrika wird eingestellt.

„Unser Hauptziel ist es, EU-weit abweichende Maßnahmen zu vermeiden. Dies gilt auch für die Frage der Booster-Impfungen, die einen wesentlichen Beitrag zur Bekämpfung des Virus leisten werden“, sagte Justizkommissar Didier Reynders in Brüssel. Er fügte hinzu, dass dieser Zeitraum die Leitlinien des europäischen Zentrums für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC) zur Auffrischungsdosis nach sechs Monaten berücksichtige. Zudem lasse der Vorschlag zusätzliche drei Monate, um den einzelnen Ländern Zeit zur Anpassung der Impfkampagnen zu geben. 

Weitere wichtige Aktualisierungen für einen einheitlichen Rahmen innerhalb der EU:

  • Fokussierung auf einen „personenbezogenen Ansatz“: Für Personen, die über ein gültiges digitales Corona-Zertifikat der EU verfügen, sollten grundsätzlich keine Beschränkungen gelten, egal von welchem Ort in der EU aus sie ihre Reise antreten;
  • Booster-Impfungen: Bislang gebe es noch keine Studien, die sich speziell mit der Wirksamkeit von Booster-Impfungen befassen. Daher sei es nicht möglich, einen Zeitraum für die Anerkennung von Booster-Impfungen festzulegen. Nach den jüngsten Erkenntnissen könnten Booster-Impfungen jedoch möglicherweise einen längeren Schutz als Impfungen der ersten Impfserie bieten; 
  • Anpassung der EU-Ampelkarte: Neue Darstellung der Infektionsfälle in Kombination mit der Impfquote der einzelnen Regionen;
  • Vereinfachtes Verfahren für eine „Notbremse“: Das Notverfahren, mit dem die Verbreitung von möglichen neuen besorgniserregenden Corona-Varianten eingedämmt werden soll, sollte vereinfacht und verbessert werden.   

Mit den Vorschlägen will die Europäische Kommission die Reisefreiheit in der EU gewährleisten und ein einheitliches Vorgehen der Mitgliedstaaten fördern. „Damit jeder möglichst sicher reisen und leben kann, müssen wir dringend deutlich höhere Impfquoten erreichen“, so Stella Kyriakides, EU-Kommissarin für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit. Auch Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen bekräftigte, dass eine Auffrischungsimpfung sechs Monate nach der Impfung erfolgen solle. „Wir müssen dafür sorgen, dass die bislang Geimpften immun bleiben“, erklärte die Politikerin. 

Zur Regelung von Booster-Impfungen innerhalb der EU sind die Vorhaben in den einzelnen Mitgliedstaaten derzeit sehr unterschiedlich. Frankreich etwa kündigte erst am Donnerstag an, dass die Booster-Impfung ab Mitte Januar verpflichtend wird, um den Status „geimpft“ zu behalten. In Österreich soll es ab Februar eine Impfpflicht für die breite Bevölkerung geben. Und Griechenland verlangte, die Booster-Impfungen in das digitale EU-Zertifikat aufzunehmen.

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