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Die Reportage: Camorra setzt Hund "Pocho" auf ihre Todesliste
International 1 2 Min. 03.10.2018

Die Reportage: Camorra setzt Hund "Pocho" auf ihre Todesliste

"Pocho" ist der unbestrittene Star der Hundeabteilung der neapolitanischen Polizei.

Die Reportage: Camorra setzt Hund "Pocho" auf ihre Todesliste

"Pocho" ist der unbestrittene Star der Hundeabteilung der neapolitanischen Polizei.
Foto: ANSA/Questura di Napoli
International 1 2 Min. 03.10.2018

Die Reportage: Camorra setzt Hund "Pocho" auf ihre Todesliste

Erstmals hat die Camorra ein Kopfgeld zur Tötung eines Polizeihundes ausgesetzt. "Pocho" hat schon Hunderte Kilos Drogen aufgespürt - und sich damit den Hass der neapolitanischen Mafia zugezogen.

Von LW-Korrespondent Dominik Straub (Rom)

"Pocho" ist der unbestrittene Star der Hundeabteilung der neapolitanischen Polizei, seine feine Nase ist legendär in der Stadt unter dem Vesuv. Den letzten Coup hat der neunjährige Jack-Russell-Terrier vor kurzem in Nocera Inferiore in der Provinz Salento gelandet: In einem Versteck in einer Garage entdeckte er nach wenigen Sekunden 30 Kilogramm reinstes Kokain.

"Pocho" steht seit 2010 im Polizeidienst und hat in seiner langen Karriere schon Unmengen von Drogen entdeckt - und die Camorra damit um Millioneneinnahmen gebracht.

Die mächtige Mafia Neapels hat es deshalb schon länger auf den kleinen Terrier abgesehen: Immer wieder hätten die Clans versucht, ihn mit vergifteten Fleischhäppchen zu töten, berichtete sein Hunde-Trainer von der neapolitanischen Polizei gegenüber dem "Corriere del Mezzogiorno".

Den Attentaten war zum Glück kein Erfolg beschieden, denn "Pocho" sei darauf abgerichtet, im Dienst nicht zu essen. Erst nach der Beendigung des Einsatzes erhalte der vierbeinige Kollege jeweils ein wohlverdientes Hunde-Bisquit zur Belohnung.


Die Super-Nase "Pocho" ist flink und klein und kann deshalb auch verwinkelte und kleine Verstecke durchsuchen.
Die Super-Nase "Pocho" ist flink und klein und kann deshalb auch verwinkelte und kleine Verstecke durchsuchen.
Foto:ANSA/Questura di Napoli

Die Drogenhändler der Mafia hätten schon alles versucht - so platzierten sie in ihren Drogenverstecken auch schon läufige Hündinnen, um "Pocho" abzulenken. Doch auch der Geruch der weiblichen Hormone habe ihn nicht von der Ausübung seiner Dienstpflichten abgehalten. Und weil bisher alles nicht fruchtete, hat die Camorra nun sogar ein Kopfgeld zur Tötung von "Pocho" ausgesetzt, berichtete der "Corriere del Mezzogiorno" am Wochenende. Es handelt sich um eine regelrechte Fatwa, ein Todesurteil, wie es die Camorra zum Beispiel auch schon gegen den Anti-Mafia-Schriftsteller Roberto Saviano verhängt hat.

Doch auch dies wird die Super-Nase im Dienst der neapolitanischen Polizei wohl kaum stoppen. "Pocho ist flink und klein und kann deshalb auch verwinkelte und kleine Verstecke durchsuchen, in die zum Beispiel ein deutscher Schäfer oder ein Labrador nicht hineinkommen", erklärt sein Trainer. Bei einem Einsatz in einer Camorra-Wohnung habe ihn "Pocho" auch einmal zu einem nur wenige Monate alten Kleinkind geführt, neben dem eine Babyflasche lag: Beim weissen Inhalt habe es sich nicht um Milch, sondern reines Heroin gehandelt.


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Seinen Namen hat "Pocho" übrigens wegen des argentinischen Fussballstars Ezequiel Lavezzi erhalten: Der kleine und wirblige Stürmer, der von 2007 bis 2012 beim SSC Neapel spielte, war bei den Tifosi sehr populär und trug den Übernamen "Pocho".

Im Grunde könnte sich die Camorra das Kopfgeld für "Pocho" auch sparen: In etwa einem Jahr wird der Jack-Russell-Terrier in den Ruhestand versetzt. Der Nachfolger oder vielmehr die Nachfolgerin ist bereits gefunden: Laut dem Polizeichef Neapels, Antonio De Iesu, wird "Pochos" jüngere Kollegin, die deutsche Schäferhündin "Kira", in dessen Fussstapfen treten. Sie stehe bereits im Dienst und sei schon jetzt "molto brava", also sehr gut.

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