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Deutschland stoppt AstraZeneca-Impfungen
International 1 2 Min. 15.03.2021 Aus unserem online-Archiv

Deutschland stoppt AstraZeneca-Impfungen

Umstritten: Der Impfstoff AstraZeneca.

Deutschland stoppt AstraZeneca-Impfungen

Umstritten: Der Impfstoff AstraZeneca.
Foto: AFP
International 1 2 Min. 15.03.2021 Aus unserem online-Archiv

Deutschland stoppt AstraZeneca-Impfungen

Rückschlag für die Impfkampagne in Deutschland: Nach den Behörden einiger anderer europäischer Staaten hält auch die Bundesregierung einen vorläufigen Stopp für den Impfstoff von AstraZeneca für geboten.

(dpa) - Deutschland setzt die Impfungen mit dem Impfstoff von Astrazeneca vorerst aus. Vorausgegangen waren Meldungen von Blutgerinnseln im zeitlichen Zusammenhang mit einer Corona-Impfung mit dem Präparat, teilte das Bundesgesundheitsministerium am Montag in Berlin mit.

Es handele sich um einen vorsorglichen Schritt, dem eine entsprechende Empfehlung des zuständigen Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) vorangegangen sei, sagte ein Sprecher.


A medical worker holds a syringe to give a jab with the AstraZeneca vaccine against the Covid-19 coronavirus to a patient, at a vaccination centre in Vantaa, Finland on March 11, 2021. - Around 540 000 people have received at least one vaccination dose against the Covid-19 coronavirus in Finland. (Photo by Markku Ulander / Lehtikuva / AFP) / Finland OUT
Mehrere Länder setzen Impfungen mit AstraZeneca aus
Mehrere Länder stoppen nach Berichten über schwere Nebenwirkungen vorübergehend AstraZeneca-Impfungen. Andere Länder sehen keine Kausalität.

„Nach neuen Meldungen von Thrombosen der Hirnvenen im zeitlichen Zusammenhang mit der Impfung in Deutschland und Europa, hält das PEI weitere Untersuchungen für notwendig“, so der Sprecher. Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA werde entscheiden, ob und wie sich die neuen Erkenntnisse auf die Zulassung des Impfstoffes auswirken. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) trat am Nachmittag vor die Presse. Die Entscheidung zur Aussetzung betreffe sowohl Erst- als auch Folgeimpfung, letztere könnten nachgeholt werden, sofern die EMA grünes Licht gebe. Es handele sich um eine reine Vorsichtsmaßnahme, so Spahn. 

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Sechs Fälle möglicher Nebenwirkungen

Zuvor hatten auch die Niederlande Impfungen mit dem Impfstoff des britisch-schwedischen Pharmakonzerns Astrazeneca für zwei Wochen ausgesetzt. Dies geschehe auf der Grundlage „neuer Informationen“, hatte Gesundheitsminister Hugo de Jonge am späten Sonntagabend mitgeteilt. Dabei bezog er sich auf sechs Fälle möglicher Nebenwirkungen in Dänemark und Norwegen an diesem Wochenende. „Wir müssen immer auf Nummer sicher gehen“, sagte der Minister. „Daher ist es klug, nun auf die Pausetaste zu drücken.“


Frage des Tages: Impfdosen auf Eis
Einige Chargen des AstraZeneca-Impfstoffes stehen wegen möglichen Nebenwirkungen in der Kritik. In Luxemburg wurden 4.800 Dosen auf Eis gelegt. Ist diese Maßnahme gerechtfertigt?

Die EMA erklärte allerdings, dass es keine auffällige Häufung von Thrombosen im zeitlichen Zusammenhang mit der Impfung gebe. Der Nutzen der Verabreichung des Astrazeneca-Mittels sei größer als die Risiken.

Ausgesetzt worden waren die Impfungen mit dem Vakzin vorübergehend auch in Italien. Dort war eine geimpfte Lehrkraft in der Region Piemont gestorben. Man handle aus „extremer Vorsicht“, bis man herausfinde, ob die Impfung mit dem Tod in Verbindung stehe, sagte der Gesundheitsbeauftragte der Region, Luigi Genesio Icardi, laut einer Mitteilung vom Sonntag. Am Abend waren die Impfungen wieder aufgenommen worden. Generell hält die italienische Regierung an der Impfung mit Astrazeneca fest.


This photograph shows a vial of the AstraZeneca anti-covid-19 vaccine in a pharmacy in Paris on March 12, 2021, as pharmacies have been authorised to give Covid-19 vaccinations - for the first time in the vaccination campaign in France. (Photo by Martin BUREAU / AFP)
4.141 verdächtige AstraZeneca-Dosen in Luxemburg verimpft
Eine bestimmte Charge des Impfstoffs steht im Verdacht, Blutgerinnungen auszulösen. Ein Großteil der Lieferung wurde bereits verbraucht.

In Luxemburg ist eine bestimmte Charge aus 5.800 Dosen, die im Verdacht steht, die Blutgerinnungen ausgelöst zu haben, fast komplett verimpft worden, lediglich 690 Dosen wurden nicht verbraucht und liegen jetzt auf Eis. Man wolle auf eine Entscheidung der EMA warten, so Gesundheitsministerin Paulette Lenert. 

Astrazeneca weist Vorwürfe zurück

Astrazeneca hatte nach einer Analyse von Impfdaten erneut Sorgen über die Sicherheit seines Corona-Impfstoffes zurückgewiesen. Eine sorgfältige Analyse der Sicherheitsdaten von mehr als 17 Millionen Geimpften in der EU und Großbritannien habe keine Belege für ein höheres Risiko für Lungenembolien, tiefen Venenthrombosen und Thrombozytopenie geliefert, wie der Konzern am Sonntag in London mitteilte. Damit bezieht sich das Unternehmen nun auf noch mehr Datensätze. Am Freitag hatte Astrazeneca sich bereits ebenso geäußert und dabei auf 10 Millionen Datensätze verwiesen.


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