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Deutschland lockert Mitte März, die Schweiz schon jetzt
International 1 3 Min. 16.02.2022 Aus unserem online-Archiv
„Großteil fällt weg“

Deutschland lockert Mitte März, die Schweiz schon jetzt

Bundeskanzler Olaf Scholz nach einem Treffen der 16 Staats- und Regierungschefs der Bundesländer mit dem Bundeskanzler.
„Großteil fällt weg“

Deutschland lockert Mitte März, die Schweiz schon jetzt

Bundeskanzler Olaf Scholz nach einem Treffen der 16 Staats- und Regierungschefs der Bundesländer mit dem Bundeskanzler.
Foto: Michele Tantussi/Reuters/Pool/dp
International 1 3 Min. 16.02.2022 Aus unserem online-Archiv
„Großteil fällt weg“

Deutschland lockert Mitte März, die Schweiz schon jetzt

In Deutschland sehen Bund und Länder Raum für Lockerungen. Österreich und die Schweiz fangen schon mal an.

(dpa) – Ab dem 20. März soll in Deutschland ein Großteil der Corona-Beschränkungen entfallen. Das sagte Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) am Mittwoch in Berlin nach Beratungen mit den Regierungschefs der Länder. Schutzmaßnahmen wie Maskentragen und Abstandhalten sollten aber erhalten bleiben.

„Wir können zuversichtlicher nach vorne schauen, als wir das in den letzten Wochen konnten“, sagte Scholz. Er sprach von einem „ganz besonderen Tag“ in der Pandemie. Deutschland sei im Vergleich zu Nachbarländern besser durch die Omikron-Welle gekommen. Der Scheitelpunkt sei mittlerweile wohl erreicht.

Mit den Maßnahmen von Bund und Ländern sei erreicht worden, dass Gesundheit und Leben geschützt worden seien und ein Lockdown verhindert werden konnte. Die Pandemie sei aber noch nicht vorbei, sagte der Kanzler. Man dürfe bei allem Optimismus nicht unvorsichtig werden.

Nach Angaben von Berlins Regierender Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) sollen auch die 2G-Zugangsbeschränkungen und Kontrollen beim Einkaufen enden.

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Festhalten an der Impfpflicht

Am Ziel einer verpflichtenden Corona-Impfung hält Scholz fest. Trotz der für den Frühling vorgesehenen Lockerungen dürfe nicht vergessen werden, dass es auch wieder einen Herbst und einen Winter geben werde, mahnte Scholz. Deshalb bleibe es richtig, die Gesetzgebung für eine allgemeine Impfpflicht vorzubereiten. „Sie wird genau dann notwendig sein, wenn das Wetter wieder kälter wird.“ Zuletzt war der Gesetzgebungsprozess im Bundestag ins Stocken geraten.

Schweiz und Österreich lockern bis 5. März

Auch Deutschlands südliche Nachbarstaaten Österreich und Schweiz werfen angesichts sinkender Corona-Zahlen die meisten Schutzmaßnahmen über Bord. Die Schweiz kehrt schon an diesem Donnerstag weitgehend zur Normalität zurück, in Österreich sollen praktisch alle Einschränkungen ab 5. März fallen. In beiden Ländern soll lediglich die Maskenpflicht in einigen Bereichen vorerst weiter gelten. Österreich hält an der in Kraft getretenen Impfpflicht aber fest.


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„Wir haben die Pandemie noch nicht überwunden“, mahnte Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP) in Wien. Angesichts der stabilen Lage in den Kliniken seien die Öffnungsschritte aber möglich. Auch die Schweizer verwiesen darauf, dass eine Überlastung des Gesundheitssystems trotz der weiterhin hohen Viruszirkulation unwahrscheinlich sei. „Wir hoffen, dass dies der endgültige Ausstieg aus der Krise sein wird“, sagte Gesundheitsminister Alain Berset.

In der Schweiz können Geimpfte sowie Ungeimpfte nun wieder ohne Maske und Corona-Ausweis in Restaurants, Läden, Kulturbetriebe und Freizeiteinrichtungen. Es gibt auch keine Einschränkungen mehr für private Treffen, außerdem wird die Homeoffice-Empfehlung aufgehoben. Einzig in Bus und Bahn sowie in Gesundheitseinrichtungen bleibt es vorerst bei der Maskenpflicht. In Alters- und Pflegeheimen müssen dabei nur das Personal und Besucher Maske tragen, nicht die Bewohnerinnen und Bewohner. Für Einreisende gibt es keine Auflagen mehr: Es muss weder eine Impfung noch eine Genesung oder ein negativer Test nachgewiesen werden.


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In Österreich sind ab 5. März wieder Veranstaltungen ohne Einschränkungen möglich. Die Sperrstunde soll fallen und gastronomisches Angebot in der Nacht wieder erlaubt sein. Bereits ab 19. Februar soll zudem in der Gastronomie, bei Veranstaltungen, in Seilbahnen und in Sportstätten statt der 2G- wieder die 3G-Regel gelten, sagte Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne). Die Einreise werde ab 22. Februar mit der 3G-Regel für Geimpfte, Genesene und Getestete deutlich erleichtert. Möglich sei jetzt „ein würdiges Frühlingserwachen aus einem eingefahrenen Krisenmodus“. Die FFP2-Maskenpflicht gilt nur noch für Busse und Bahnen, in Geschäften des täglichen Bedarfs, Kliniken und Altenheimen.

Wien bleibt bei strengeren Regeln

Einzig in Wien bleibt es vorerst bei strengeren Regeln. So gilt auch nach dem 19. Februar weiterhin die 2G-Regel in der Gastronomie. Die Nachtgastronomie werde ebenfalls nur mit Zutrittskontrollen nach dem Prinzip 2G oder gar 2G plus öffnen, sagte Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ). Beim Einkauf wird in der österreichischen Hauptstadt nach dem 5. März auch abseits des Handels mit lebensnotwendigen Waren eine FFP2-Maskenpflicht herrschen.


ARCHIV - 02.09.2021, Berlin: Eine Arzthelferin zieht in einer Praxis einer Hausärztin eine Spritze mit dem Corona-Impfstoff Janssen von Johnson & Johnson gegen das Corona-Virus auf. Wer mit dem Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson geimpft wurde, sollte laut der Ständigen Impfkommission (Stiko) eine zusätzliche mRNA-Impfstoffdosis für einen besseren Schutz erhalten. (zu dpa "Impfkommission: Impfschutz bei Johnson & Johnson «ungenügend»") Foto: Wolfgang Kumm/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Weniger staatliche Fürsorge, mehr Eigenverantwortung
Es ist an der Zeit, vom paternalistischen Ansatz abzulassen und den Menschen wieder mehr Eigenverantwortung zuzumuten.

Die Lage könne sich im Herbst wieder verschärfen, warnte Mückstein. Deshalb müsse der Sommer fürs Impfen genutzt werden. Die Impfpflicht stehe im Grundsatz nicht zur Disposition. 

In beiden deutschen Nachbarländern sind die Ansteckungszahlen deutlich höher als in Deutschland. 


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