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Deutschland: Früherer Bundestagspräsident Jenninger gestorben
Jenninger (l.) im Jahr 1987 mit dem damaligen US-Präsidenten Reagan und Helmut Kohl am Brandenburger Tor in Berlin.

Deutschland: Früherer Bundestagspräsident Jenninger gestorben

AP
Jenninger (l.) im Jahr 1987 mit dem damaligen US-Präsidenten Reagan und Helmut Kohl am Brandenburger Tor in Berlin.
International 05.01.2018

Deutschland: Früherer Bundestagspräsident Jenninger gestorben

Teddy JAANS
Teddy JAANS
Eine einzige umstrittene Rede beendete die politische Karriere von Philipp Jenninger. Jetzt ist der einstige Gefolgsmann von Helmut Kohl gestorben. Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble würdigt seinen Vorgänger.

(dpa) - Der frühere Bundestagspräsident Philipp Jenninger (CDU) ist tot. Er starb nach einer Mitteilung des Bundestags am Donnerstag im Alter von 85 Jahren. Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) erklärte am Freitag, Jenninger habe die deutsche Politik über viele Jahre in herausgehobenen Positionen maßgeblich mitbestimmt. Er habe ihn „als einen leidenschaftlichen Abgeordneten erlebt und ihn als überzeugten Demokraten sehr geschätzt“.

Jenninger gehörte dem Bundestag von 1969 bis 1990 an. Von 1984 bis 1988 war er dessen Präsident. Davor war der enge Vertraute von Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) zwei Jahre lang Staatsminister im Kanzleramt gewesen, wo er vor allem mit der Deutschlandpolitik betraut war.

In einer Feierstunde des Bundestags am 10. November 1988 zum Gedenken an die Opfer der anti-jüdischen Pogrome 50 Jahre zuvor hielt Jenninger eine missverständlich formulierte Rede. Er trennte nicht deutlich genug zwischen Zitaten aus der Zeit des Nationalsozialismus und eigenen Worten und löste damit einen Eklat aus. Abgeordnete von SPD, FDP und Grünen verließen aus Protest während der Ansprache den Plenarsaal. Auch international gab es eine Welle der Empörung. Jenninger zog am Tag darauf die Konsequenzen und trat zurück.


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