Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Deutschland diskutiert über Masern-Impfpflicht
Der Masernausbruch in vereinzelten Regionen Deutschlands ruft die Politik auf den Plan

Deutschland diskutiert über Masern-Impfpflicht

Marius Becker/dpa
Der Masernausbruch in vereinzelten Regionen Deutschlands ruft die Politik auf den Plan
International 25.03.2019

Deutschland diskutiert über Masern-Impfpflicht

Experten warnen vor einen steigenden Zahl der Masernfinfektionen. Nun wird über mögliche Gegenmaßnahmen diskutiert – die Grünen sind jedoch in Sachen Impfpflicht skeptisch.

(dpa/jt) - Die SDP im deutschen Bundestag will die Impfung von Kindern gegen Masern zur Pflicht machen. Fraktionsvize und Gesundheitsexperte Karl Lauterbach sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland, er sei darüber mit Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) im Gespräch und „zuversichtlich, dass wir demnächst einen entsprechenden Vorschlag vorlegen können“. Ein Sprecher des Gesundheitsministeriums sagte der Deutschen Presse-Agentur, man sei besorgt über die steigende Zahl der Maserninfektionen in Deutschland, die zu viele Menschen „auf die leichte Schulter“ nähmen. „Eine Debatte über mögliche Maßnahmen ist nur zu begrüßen“, sagte er.


Innerhalb einiger Tage bildet sich bei einer Masernerkrankung ein Ausschlag im Gesicht und hinter den Ohren, der sich dann über den ganzen Körper ausbreitet.
Masernausbruch in Luxemburg
In Luxemburg wurden mehrere Fälle von Masern gemeldet. Die Krankheit gilt als hochansteckend.

Angesichts einer Häufung von Krankheitsfällen in mehreren Regionen hatte die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) kürzlich eine Impfpflicht gefordert. Masernerkrankungen seien extrem ansteckend und potenziell tödlich, erklärte die Medizingesellschaft. Infolge einer Masernerkrankung könne es teils erst Jahre später zu einer Gehirnentzündung kommen, für die es keine Behandlung gebe und an der betroffene Patienten sterben.

FDP-Fraktionsvize Michael Theurer sagte dem RND, die Freidemokraten wollten eine Impfpflicht für Kinder bis 14 Jahre. Spahn müsse den Zugang zu Impfungen erleichtern. Sie könnten etwa in Schulen und Kitas angeboten werden.

Die Grünen halten eine Impfpflicht jedoch für den falschen Weg. Statt auf Zwang zu setzen, müsse man mehr auf Aufklärung und Erinnern der Eltern an Einhaltung der Impftermine setzen, sagte die Abgeordnete Kordula Schulz-Asche im ZDF. Gleichzeitig betonte die Grünen-Gesundheitsexpertin die Wichtigkeit des Impfens: "Impfen ist nicht nur Selbstschutz, sondern auch ein Akt der gesellschaftlichen Solidarität."


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Masern: Der schützende Stich
Die Anzahl der Maserninfektionen steigt in Europa rasend schnell an. In Luxemburg bestätigt sich dieser Trend dank hoher Impfrate aber nicht.