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Deutscher Kardinal Marx bietet Papst seinen Rücktritt an
International 04.06.2021 Aus unserem online-Archiv

Deutscher Kardinal Marx bietet Papst seinen Rücktritt an

Deutscher Kardinal Marx bietet Papst seinen Rücktritt an

Foto: DPA
International 04.06.2021 Aus unserem online-Archiv

Deutscher Kardinal Marx bietet Papst seinen Rücktritt an

Die katholische Kirche sei an einem „toten Punkt“ angekommen, sagte Marx.

(dpa) - Der Erzbischof von München und Freising und früherer Bischof von Trier, Kardinal Reinhard Marx, hat Papst Franziskus seinen Rücktritt angeboten.

Er habe den Papst in einem Brief vom 21. Mai gebeten, „seinen Verzicht auf das Amt des Erzbischofs von München und Freising anzunehmen und über seine weitere Verwendung zu entscheiden“, teilte das Bistum am Freitag mit.

Marx ist einer der prominentesten deutschen Bischöfe. Er war von 2014 bis 2020 Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz. In der Reformdebatte der katholischen Kirche in Deutschland, dem „Synodalen Weg“, hatte der 67-Jährige sich zuletzt als reformfreudig hervorgetan. Im römischen Kardinalskollegium ist er einer von drei stimmberechtigten deutschen Kardinälen.


New cardinal Reinhard Marx of Germany leaves after receiving the red biretta, a four-cornered red hat, from Pope Benedict XVI during the Consistory ceremony in Saint Peter's Basilica at the Vatican November 20, 2010.  Pope Benedict installed 24 new Roman Catholic cardinals from around the world on Saturday in his latest batch of appointments that could include his successor as leader of the 1.2 billion member church. REUTERS/Tony Gentile   (VATICAN - Tags: RELIGION)
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Nach Protesten von Missbrauchsopfern verzichtet Triers früherer Bischof Reinhard Marx auf das Bundesverdienstkreuz.

„Im Kern geht es für mich darum, Mitverantwortung zu tragen für die Katastrophe des sexuellen Missbrauchs durch Amtsträger der Kirche in den vergangenen Jahrzehnten“, schrieb Marx dem Papst. Die Untersuchungen und Gutachten der zurückliegenden zehn Jahre zeigten für ihn durchgängig, dass es „viel persönliches Versagen und administrative Fehler“ gegeben habe, aber „eben auch institutionelles oder systemisches Versagen“.

Die katholische Kirche sei an einem „toten Punkt“ angekommen, sagte Marx demnach. Mit seinem Amtsverzicht könne vielleicht ein persönliches Zeichen gesetzt werden für neue Anfänge. Er habe in den vergangenen Monaten immer wieder über einen Amtsverzicht nachgedacht.     

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