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Deutsche Synodenteilnehmer fordern positivere Sicht der Moderne
International 09.10.2015 Aus unserem online-Archiv
Erste Zwischenberichte der Bischofssynode

Deutsche Synodenteilnehmer fordern positivere Sicht der Moderne

Kardinal Christoph Schönborn ist der Moderator des deutschsprachigen Zirkels.
Erste Zwischenberichte der Bischofssynode

Deutsche Synodenteilnehmer fordern positivere Sicht der Moderne

Kardinal Christoph Schönborn ist der Moderator des deutschsprachigen Zirkels.
REUTERS
International 09.10.2015 Aus unserem online-Archiv
Erste Zwischenberichte der Bischofssynode

Deutsche Synodenteilnehmer fordern positivere Sicht der Moderne

Die Bischofssynode über die Familie hat am Freitag erstmals Zwischenberichte über den Diskussionstand in den Arbeitsgruppen veröffentlicht.

(KNA) - Die Bischofssynode über die Familie hat am Freitag erstmals Zwischenberichte über den Diskussionstand in den Arbeitsgruppen veröffentlicht. Die 13 nach Sprachen geordneten Zirkel legten ihre Stellungnahmen zum ersten Teil des Arbeitspapiers vor.

Die deutschsprachigen Bischöfe und Kardinäle forderten in ihrer Stellungnahme eine positivere Sicht der katholischen Kirche auf die moderne Gesellschaft. Man dürfe nicht "zu sehr in eine Überbewertung der eher pessimistischen Wahrnehmung unserer Gesellschaft verfallen". Die "positiven Zeichen der Zeit", so kritisiert das Papier, würden im ersten Kapitel des Arbeitspapiers der Bischofssynode "nur wenig" gewürdigt. Im ersten Teil des Arbeitspapiers geht es um eine Bestandsaufnahme der Situation heutiger Familien. Die Änderungswünsche der Kleingruppen sollen in das Abschlussdokument der Bischofssynode einfließen.

Die deutschsprachige Kleingruppe forderte zudem, die kulturellen Eigenheiten und Unterschiede in der Weltkirche stärker zu berücksichtigen. Ziel müsse ein "sachgerechter und nuancierter weltkirchlich-interkultureller Austausch" sein, mahnen die deutschsprachigen Bischöfe. Zugleich mahnten sie eine weniger verurteilende und allgemein verständlichere Sprache für das Abschlussdokument an.

Unterdessen trat der Wiener Kardinal Christoph Schönborn Spekulationen über ein angeblich angespanntes Klima in der deutschsprachigen Arbeitsgruppe entgegen. "Man hat von medialer Seite erwartet, wenn man die Namen der fünf Kardinäle liest" da müssen die Fetzen geflogen sein, da muss also heftig gestritten worden sein", sagte Schönborn dem Sender Radio Vatikan. Dies sei jedoch nicht der Fall gewesen. In der kommenden Woche, wenn es um die Lehre und ihre Anwendung in der Seelsorge gehe, werde es jedoch voraussichtlich "mehr Widerstand" geben.

Papst Franziskus ergriff vor Beginn der Beratungen in den Kleingruppen erneut das Wort und forderte die internationale Gemeinschaft zu einer diplomatischen Lösung des Syrien-Konflikts auf. "Wir sind schmerzlich betroffen und verfolgen mit tiefer Sorge, was in Syrien, im Irak, in Jerusalem und in Jordanien vorfällt", sagte Franziskus. Ohne direkt auf die russischen oder amerikanischen Luftschläge in Syrien einzugehen, forderte der Papst, die "Mittel der Diplomatie und des Völkerrechts“ anzuwenden.

Mehr zur Bischofssynode in unserem Dossier.


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