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Deutsche Grüne im Höhenflug
International 3 Min. 07.06.2019

Deutsche Grüne im Höhenflug

Annalena Baerbock und Robert Habeck, die Bundesvorsitzenden von Bündnis 90/Die Grünen.

Deutsche Grüne im Höhenflug

Annalena Baerbock und Robert Habeck, die Bundesvorsitzenden von Bündnis 90/Die Grünen.
Bild: Hendrik Schmidt/zb/dpa
International 3 Min. 07.06.2019

Deutsche Grüne im Höhenflug

Einer aktuellen Umfrage zufolge sind die Grünen die beliebteste politische Partei in Deutschland. Die Sozialdemokraten stürzen indes auf einen historisch Tiefstwert.

(dpa) - Die deutschen Grünen erreichten bei der Europawahl mit 20,5 Prozent ihr bisher bestes Ergebnis bei einer bundesweiten Wahl. In den ersten Umfragen zur Bundestagswahl nach diesem Erfolg landen sie teilweise sogar auf Platz eins vor der Union. Die SPD sackt bei der Europawahl dagegen auf den historischen Tiefststand von 15,8 Prozent ab. In den aktuellen Umfragen zur Bundestagswahl liegt sie bei 12 bis 13 Prozent - ein historischer Umfrage-Tiefstwert. Die Klimapolitik war ein zentrales Thema im Wahlkampf zur Europawahl.

Der Grünen-Vorsitzende Robert Habeck schneidet im direkten Vergleich zu potenziellen Kanzlerkandidaten von Union und SPD am besten ab. 25 Prozent würden sich ihn als Nachfolger von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wünschen, nur 13 Prozent die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer und 9 Prozent wären für SPD-Vizekanzler Olaf Scholz. 53 Prozent konnten sich für keinen der drei erwärmen.


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Selbst in der Gunst der SPD-Wähler liegt Habeck mit 33 zu 22 Prozent vor Scholz. Die FDP-Wähler sind ebenfalls am ehesten für Habeck, die AfD-Wähler sind am ehesten für Kramp-Karrenbauer.

Die Zahlen gehen aus der sogenannten Sonntagsfrage im ARD-„Deutschlandtrend“ hervor. Demnach liegen die deutschen Grünen knapp vor der Union auf Platz eins. Im Vergleich zum Vormonat gewinnt die Partei sechs Prozentpunkte hinzu und erreicht 26 Prozent. 

Drei Viertel mit Arbeit der GroKo unzufrieden

Die Union verliert der Infratest-Dimap-Umfrage zufolge drei Prozentpunkte und würde mit 25 Prozent auf dem zweiten Platz landen, wenn am Sonntag Bundestagswahl wäre. Die SPD geht nach ihrer Europawahl-Pleite und dem Rücktritt von Parteichefin Andrea Nahles auf Talfahrt, ihr Wert sinkt um sechs Punkte auf 12 Prozent - ihr Tiefstwert im „Deutschlandtrend“. Die AfD klettert um einen Prozentpunkt auf 13 Prozent. Die FDP liegt unverändert bei 8 Prozent, die Linke verliert zwei Punkte und kommt auf sieben Prozent.


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Mit der Arbeit der Bundesregierung sind im „Deutschlandtrend“ fast drei Viertel der Befragten (72 Prozent) weniger oder gar nicht zufrieden. Das sind zehn Prozentpunkte mehr als im Vormonat. Zufrieden oder sehr zufrieden äußerten sich 28 Prozent.

Nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur sind 46 Prozent dafür,  dass die Grünen bei der nächsten Bundestagswahl mit einem Kanzlerkandidaten antritt und nur 35 Prozent dagegen, während 19 Prozent keine Angaben machen. Von den Wählern der Grünen sind sogar 86 Prozent für die Nominierung eines Kanzlerkandidaten.

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Bild: Marijan Murat/dpa

Dagegen halten weniger als ein Drittel der Befragten (30 Prozent) noch einen SPD-Kanzlerkandidaten für angebracht. 47 Prozent meinen dagegen, die Sozialdemokraten sollten lieber darauf verzichten. Nur unter den Wählern der SPD selbst haben die Befürworter einer Kanzlerkandidatur mit 48 zu 33 Prozent noch die Oberhand.

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) geht davon aus, dass seine Partei mehr als nur einen vorübergehenden Umfrage-Hype erlebe. Bei Fragen von Klima- und Artenschutz, die viele Menschen umtreibe, seien die Grünen „die erste Adresse. Es ist also durchaus möglich, dass meine Bundespartei dauerhaft mehr Zuspruch bekommt“, sagte Kretschmann der „Bild“. Auch große Unternehmen seien „längst auf grünem Kurs. Bosch, Daimler, Siemens, Porsche und viele mehr streben inzwischen Klimaneutralität an. Nur mit grünen Produktlinien bleibt unsere Wirtschaft international wettbewerbsfähig. Deshalb sind die Grünen die neue Wirtschaftspartei“.


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