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Der lachende Dritte
Kommentar International 19.09.2018 Aus unserem online-Archiv

Der lachende Dritte

Hans-Georg Maaßen Maaßen muss nach seinen umstrittenen Äußerungen zu fremdenfeindlichen Ausschreitungen in Chemnitz seinen Posten räumen.Auf Anordnung von Innenminister Seehofer (links) wechselt er als Staatssekretär ins Bundesinnenministerium.

Der lachende Dritte

Hans-Georg Maaßen Maaßen muss nach seinen umstrittenen Äußerungen zu fremdenfeindlichen Ausschreitungen in Chemnitz seinen Posten räumen.Auf Anordnung von Innenminister Seehofer (links) wechselt er als Staatssekretär ins Bundesinnenministerium.
Kay Nietfeld/dpa
Kommentar International 19.09.2018 Aus unserem online-Archiv

Der lachende Dritte

Eric HAMUS
Eric HAMUS
Mit der Beförderung des umstrittenen Verfassungsschutzpräsidenten zum Staatssekretär rückt die Große Koalition erneut an den Rand des Scheiterns.

Dabei wirft die unvorhergesehene Rochade nicht nur die Frage auf, ob die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel ihren Laden überhaupt noch im Griff hat.

Der deutsche Innenminister Horst Seehofer kann inzwischen nach Gutdünken walten und seine zweifelhafte Agenda vorantreiben, während er die Kanzlerin, den Koalitionspartner und das gesamte deutsche Volk an der Nase herumführt. Die Liste der Vorwürfe an Maaßen ist lang und beginnt nicht erst mit seinen recht dürftigen Äußerungen zu den Ausschreitungen in Chemnitz.

Anstatt aber, wie vom Juniorpartner in der Koalition gefordert, von sämtlichen Aufgaben entbunden zu werden, wird Maaßen von Seehofer mit einem Vertrauensposten und einem höheren Gehalt belohnt. Die Kanzlerin indessen schweigt während die SPD-Chefin versucht, ihre Basis zu beschwichtigen. Eine Basis, die von Anfang an nicht so recht begeistert war von der Koalition mit der Union.


ARCHIV - 12.09.2018, Berlin: Horst Seehofer (r, CSU), Bundesminister für Inneres, Heimat und Bau, und Hans-Georg Maaßen, bisher Präsident des Bundesamts für Verfassungsschutz (BfV), sitzen zur Beginn der Sondersitzung des Innenausschusses im Deutschen Bundestag. Maaßen muss nach seinen umstrittenen Äußerungen zu fremdenfeindlichen Ausschreitungen in Chemnitz seinen Posten räumen. Wie die Bundesregierung am Dienstag mitteilte, wechselt er als Staatssekretär ins Bundesinnenministerium. Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Maaßen wird abgelöst - und zum Staatssekretär befördert
Hans-Georg Maaßen muss nach seinen umstrittenen Äußerungen zu fremdenfeindlichen Ausschreitungen in Chemnitz seinen Posten räumen. Sein neuer Job ist allerdings höher dotiert. Das sorgt für Kritik.

Man darf also gespannt sein, wie lange diese Zweckehe noch halten wird. Neben Maaßen selbst gibt es aber noch einen Gewinner: Als lachender Dritte darf die AfD genüsslich dabei zusehen, wie sich die etablierten Parteien selbst zerlegen.


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