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Der Herr der Winde? Trump zeigt per Hand geänderte Hurrikan-Karte
International 1 2 Min. 05.09.2019 Aus unserem online-Archiv

Der Herr der Winde? Trump zeigt per Hand geänderte Hurrikan-Karte

Bei einem Briefing im Oval Office zeigte Trump eine Wetterkarte. Über Alabama wurde die Grafik offenbar nachträglich mit schwarzem Filzstift verändert.

Der Herr der Winde? Trump zeigt per Hand geänderte Hurrikan-Karte

Bei einem Briefing im Oval Office zeigte Trump eine Wetterkarte. Über Alabama wurde die Grafik offenbar nachträglich mit schwarzem Filzstift verändert.
Foto: AFP
International 1 2 Min. 05.09.2019 Aus unserem online-Archiv

Der Herr der Winde? Trump zeigt per Hand geänderte Hurrikan-Karte

Stellte Hurrikan "Dorian" jemals, wie von Präsident Donald Trump behauptet, eine Gefahr für den US-Bundesstaat Alabama dar? Über diese Frage streitet Washington - auch weil Trump immer wieder nachlegt, zuletzt sogar mit einer offenbar per Hand abgeänderten Karte des Hurrikan-Verlaufs.

(dpa) - Es begann alles, wie so oft bei Trump, auf Twitter. Am Sonntag schrieb er dort - im Widerspruch zu den offiziellen Vorhersagen des Nationalen Hurrikan-Zentrums -, dass auch Alabama sehr hart von dem Wirbelsturm getroffen werden könnte. Nach raschem Gegenwind auf Twitter legte Trump später nach und sagte bei einem Hurrikan-Briefing an die Bürger Alabamas gerichtet: „Bitte seid auch vorsichtig.“ Der amtliche Wetterdienst in Alabama indes stellte am Sonntag auf Twitter klar: „Alabama wird keine Auswirkungen von "Dorian" spüren.“

Als sich manche US-Medien an der Alabama-Verwirrung erfreuten, legte Trump am Montag nach und bezeichnete die Berichte über seine angebliche Falschaussage als künstlich aufgeregt und unwahr. Der Präsident wollte den Spott offenbar so nicht auf sich sitzen lassen: Bei einem Hurrikan-Briefing in seinem Büro im Weißen Haus, dem Oval Office, präsentierte er am Mittwoch eine offizielle Karte des Hurrikan-Verlaufs - und irgendjemand hatte offenbar mit einem schwarzen Filzstift das Gebiet der möglichen Sturm-Ausbreitung vergrößert, damit auch noch Alabama berührt wurde.

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Einige US-Medien berichteten unter Berufung auf anonyme Quellen schnell, Trump habe die Karte selbst ausgebessert. Dafür gab es aber keine glaubwürdige Bestätigung.

Hogan Gidley, der stellvertrende Sprecher des Weißen Hauses bestätigte später in einem Tweet, dass die Änderungen an der Karte nachträglich mit Filzstift ("Sharpie") angebracht worden seien, es sei aber "traurig", dass die Medien darüber "ausrasteten".

"Ich weiß nicht. Ich weiß nicht. Ich weiß nicht."

Bei einem weiteren Auftritt im Weißen Haus wurde Trump dann am Mittwoch von Journalisten gefragt, wie es zu der veränderten Karte gekommen sei. „Ich weiß nicht. Ich weiß nicht. Ich weiß nicht“, sagte er. Gleichzeitig verteidigte er seine Aussage: Eine frühe Hurrikan-Prognose hätte mit 95-prozentiger Wahrscheinlichkeit gezeigt, dass Alabama auch betroffen sein würde. So sei es dann aber nicht gekommen, räumte Trump ein. „Alabama hätte schwer getroffen werden sollen“, behauptete er.


A handout aerial photograph released by the UK Ministry of Defence (MOD) on September 4, 2019 shows debris and destruction in the aftermath of Hurricane Dorian on the island Great Abaco in the northern Bahamas on September 3, 2019 during a reconnaissance mission launched by personnel onboard RFA Mounts Bay. - Bahamian, US and British teams ramped up rescue efforts on Wednesday for survivors of Hurricane Dorian, which caused widespread devastation as it pounded the Atlantic archipelago. (Photo by Lphoto Paul HALLIWELL / MOD / AFP) / RESTRICTED TO EDITORIAL USE - MANDATORY CREDIT  " AFP PHOTO / UK MOD / CROWN COPYRIGHT 2019 "  -  NO MARKETING NO ADVERTISING CAMPAIGNS   -   DISTRIBUTED AS A SERVICE TO CLIENTS  -  NO ARCHIVE - TO BE USED WITHIN 2 DAYS FROM SEPTEMBER 4, 2019 (48 HOURS), EXCEPT FOR MAGAZINES WHICH CAN PRINT THE PICTURE WHEN FIRST REPORTING ON THE EVENT /
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Die offiziellen Grafiken des Nationalen Hurrikan-Zentrums prognostizierten jedoch zu keinem Zeitpunkt bedeutende Auswirkungen des Sturms auf Alabama. Am Sonntag, als Trump erstmals Alabama ins Gespräch brachte, zeigten die Karten eindeutig einen prognostizierten Verlauf entlang der südöstlichen US-Küste, nicht in Richtung Alabama.

Zum Beweis seiner Position veröffentlichte Trump am Mittwochabend (Ortszeit) dann noch eine - bereits eine Woche alte - Karte eines örtlichen Wetteramtes, auf der verschiedene Modelle auch eine geringe Wahrscheinlichkeit eines Eintreffens des Sturms in Alabama auswiesen. „Ich nehme die Entschuldigungen der "Fake News" an“, schrieb Trump auf Twitter im Hinblick auf kritische Medienberichte.

Unten auf der von Trump verbreiteten Karte stand indes klar, dass im Zweifel die Prognosen des Hurrikan-Zentrums (NHC) verbindlich seien. „Sollte irgendetwas auf dieser Grafik Verwirrung stiften, ignorieren Sie das gesamte Produkt“, hieß es dort weiter.

Hurrikan „Dorian“ bewegte sich am Mittwochabend vor dem US-Bundesstaat Georgia weiter an der US-Küste entlang und sollte am Donnerstag South Carolina erreichen, wo der Hurrikan erstmals in den USA an Land treffen könnte. „Dorian“ war zuvor auf die nördlichen Bahamas getroffen und hinterließ dort eine Schneise der Verwüstung.


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This satellite image obtained from NOAA/RAMMB, shows Tropical Storm Dorian as it approaches north-northwest of Puerto Rico in the Caribbean towards Florida at 15:40 UTC on August 29, 2019. - Hurricane Dorian was gathering strength on August 29, 2019 as it churned towards Florida, where it could make landfall as a powerful Category 4 storm.Florida's governor declared a state of emergency, warning residents on the east coast of the "Sunshine State" to prepare for a potentially major hurricane."Every Florida resident should have seven days of supplies, including food, water and medicine, and should have a plan in case of disaster," Governor Ron DeSantis said. (Photo by HO / NOAA/RAMMB / AFP) / RESTRICTED TO EDITORIAL USE - MANDATORY CREDIT "AFP PHOTO / NOAA/RAMMB/HANDOUT" - NO MARKETING - NO ADVERTISING CAMPAIGNS - DISTRIBUTED AS A SERVICE TO CLIENTS