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Datenleck in den USA: Daten von 198 Millionen Wählern geleakt
Die Daten von 198 Millionen US-Wählern waren zu Werbezwecken gesammelt worden.

Datenleck in den USA: Daten von 198 Millionen Wählern geleakt

Foto: Pixabay
Die Daten von 198 Millionen US-Wählern waren zu Werbezwecken gesammelt worden.
International 20.06.2017

Datenleck in den USA: Daten von 198 Millionen Wählern geleakt

Michel THIEL
Michel THIEL
Eine Firma, die der republikanischen Partei nahe steht, hat unwillentlich die personenbezogenen Daten von Millionen Wählern ins Netz gestellt.

(mth) -  Ein Datenleck von gigantischen Ausmaßen hat sich offenbar gerade in den USA zugetragen, wie die IT-Sicherheitsfirma UpGuard am Montag aufdeckte. Demnach waren die personenbezogenen Daten von mehr als 198 Millionen registrierten amerikanischen Wählern aufgrund eines falsch konfigurierten Servers unverschlüsselt und ohne Passwort im Internet verfügbar.

Betreiber des Servers war die Firma Deep Root Analytics, die zum Umfeld der Republikanischen Partei gehört. In dem rund 1,1 Terabyte großen Datensatz waren offenbar nicht nur die vollen Namen mit Geburtsdaten, Adressen und Telefonnummern der Wähler zu finden, sondern auch weitere Informationen wie Rasse und Religion, sowie persönliche Meinungen zu zahlreichen Themen wie Waffenbesitz, Gesundheitsversorgung, Staatsschulden, Einwanderung sowie persönliche Einstellungen gegenüber Donald Trump oder diversen Industrie-Lobbys.

Frei auf Netzforum geteilt

Der Datensatz war dazu gedacht, im Wahlkampf gezielt Werbung zu schalten. Die Daten waren entweder von öffentlichen Verwaltungen eingesammelt oder von einer ganzen Reihe von Firmen und Organisationen aus der Republikanischen Sphäre beigesteuert worden.

Laut UpGuard sei ein Teil der Daten bereits auf einem öffentlich zugänglichen Reddit-Forum geteilt worden. Erst am Dienstag sperrte Deep Root Analytics den Zugang zum Server. Wie lange die Daten offen zugänglich waren, ist unbekannt. Das Unternehmen behauptet, gehackt worden zu sein.

Es dürfte sich um das größte Datenleck seit der Panne bei  Sony handeln, bei der im April 2011 die Daten von über 100 Millionen Kunden geleakt wurden.