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Das Virus ist im Pilgerheim des Papstes angekommen
International 3 Min. 26.03.2020 Aus unserem online-Archiv

Das Virus ist im Pilgerheim des Papstes angekommen

Papst Franziskus wurde auf das Corona-Virus getestet. Ergebnis: negativ.

Das Virus ist im Pilgerheim des Papstes angekommen

Papst Franziskus wurde auf das Corona-Virus getestet. Ergebnis: negativ.
Foto: AFP
International 3 Min. 26.03.2020 Aus unserem online-Archiv

Das Virus ist im Pilgerheim des Papstes angekommen

Am Mittwoch ist ein Mitbewohner von Franziskus im vatikanischen Pilgerheim Santa Marta positiv auf das Corona-Virus getestet worden. Der Papst selbst sei nicht infiziert, berichteten am Donnerstag italiensiche Medien.

Von LW-Korrespondent Dominik Straub (Rom)

Bei dem Mitbewohner des Papstes handelt es sich laut den Berichten um einen 58-jährigen Mitarbeiter des vatikanischen Staatssekretariats: Der Prälat sei am Mittwoch positiv auf das Coronavirus getestet und umgehend in die Römer Gemelli-Klinik gebracht worden. Sein Zustand sei "nicht besorgniserregend", berichtete der "Corriere della Sera" Donnerstag Vormittag. In der Folge seien bei allen Bewohnern des Pilgerheims Santa Marta, wo Franziskus seit seiner Wahl zum Papst am 13. März 2013 wohnt, ebenfalls Rachenabstriche vorgenommen worden, als erstes beim Papst selber. Das Resultat: negativ. 


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Getestet wurden auch alle engen Mitarbeiter des 83-jährigen katholischen Kirchenoberhaupts; die Räume des Pilgerheims seien desinfiziert worden.Der Vatikan hat die Medienberichte, die sich auf Quellen im Santa-Marta-Heim berufen, bisher nicht bestätigt. Fest steht aber: Es handelt sich nicht um den ersten Corona-Fall im Vatikan. 

Die Räume des Pilgerheims Santa Marta, in dem der Papst wohnt, wurden desinfiziert.
Die Räume des Pilgerheims Santa Marta, in dem der Papst wohnt, wurden desinfiziert.
Foto: AFP

Bereits am 5. März war ein Geistlicher aus Bergamo in der vatikanischen Krankenstation positiv auf den Erreger getestet worden. Später wurden drei weitere Fälle gemeldet: ein Mitarbeiter der Abteilung Waren sowie zwei Angestellte der vatikanischen Museen, die seit dem 10. März für Besucher geschlossen sind, wurden in dieser Woche ebenfalls positiv getestet. 

Fünf Personen, die "näheren Kontakt" mit dem ersten Corona-Infizierten im Vatikan gehabt hatten, befinden sich laut Vatican News, dem früheren Radio Vatikan, in Quarantäne.

Vorsichtsmassnahmen des Papstes

Um sich vor dem Coronavirus zu schützen, hat Franziskus schon vor Tagen mehrere Vorsichtsmassnahmen getroffen. So verzichtet er inzwischen darauf, seine Mahlzeiten wie früher gemeinsam mit Vatikan-Angestellten in der Mensa seines Wohnheims einzunehmen: Er verpflegt sich in der Wohnung, wo er sich nun die meiste Zeit aufhält und wo er auch arbeitet. 


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Die Besprechungen mit den Chefs der Kongregationen sowie die Privataudienzen wurden auf ein absolutes Minimum reduziert und finden in Sicherheitsabstand statt. Auch bei seinen morgendlichen Frühmessen in der Kapelle des Wohnheims ist es einsam geworden: Sie werden per Video übertragen; dabei sind nur noch zwei persönliche Sekretäre.

Tagesablauf auf den Kopf gestellt

Auch die Generalaudienzen auf dem leeren, für das Publikum gesperrten Petersplatz werden per Video übertragen.Um sich von der Umwelt weiter zu isolieren, könnte Franziskus in die Papstgemächer des Apostolischen Palastes umziehen - oder sich auf den päpstlichen Sommersitz in Castelgandolfo zurückziehen. Darauf hat er bisher verzichtet, zumal sich der ganze Vatikan inzwischen ohnehin nahe an einem völligen "Lockdown" befindet.

Fast alle Mitarbeiter der Kurie arbeiten im "Home Office"; seit gestern erscheint auch die Vatikan-Zeitung "L'Osservatore Romano" nur noch online - zum ersten Mal in der Geschichte. Gedruckt werden nur noch einige wenige Kopien - darunter eine für den Papst und einige für das Archiv.


(FILES) This file photo taken and handout on April 21, 2019 by the Vatican press office, Vatican Media, shows Pope Francis delivering the "Urbi et Orbi" blessing to the city and to the world from the balcony of St Peter's basilica after the Easter Sunday Mass in the Vatican. - March 15, 2020 Vatican says to hold Easter celebrations without congregation due to coronavirus (Covid-19). (Photo by Handout / VATICAN MEDIA / AFP) / RESTRICTED TO EDITORIAL USE - MANDATORY CREDIT "AFP PHOTO / VATICAN MEDIA" - NO MARKETING NO ADVERTISING CAMPAIGNS - DISTRIBUTED AS A SERVICE TO CLIENTS ---
Sondersegen „Urbi et Orbi“ in Corona-Krise
Papst Franziskus spricht den Sondersegen am Freitag um 18 Uhr auf dem leeren Petersplatz.

In seiner Frühmesse ging Franziskus auf die Furcht vor dem Coronavirus ein: "Denken wir an die Angst der alten Menschen, die allein zu Hause sind oder in Altersheimen, und die nicht wissen, was noch alles passieren kann; an die Angst derer, die keine feste Arbeit haben und sich Sorgen machen, wie sie ihre Kinder, ihre Familien, ernähren sollen. Denken wir an die Angst der vielen Menschen, die im Sozial- und Gesundheitsdienst tätig sind und helfen, das öffentliche Leben aufrecht zu halten; an die Ängste eines jeden von uns: jeder kennt seine eigenen."

Für heute Freitag, 18 Uhr, hat Franziskus zu einem weltweiten Gebet gegen das Coronavirus aufgerufen. Zum Abschluss auf dem Petersplatz wird er den Segen "Urbi et Orbi" spenden - wie seit geraumer Zeit ohne Publikum.  

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