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"Das Leid muss ein Ende haben"
International 11 2 Min. 12.10.2014 Aus unserem online-Archiv
Aufbauhilfe

"Das Leid muss ein Ende haben"

International 11 2 Min. 12.10.2014 Aus unserem online-Archiv
Aufbauhilfe

"Das Leid muss ein Ende haben"

Die USA, Europa und das Emirat Katar geben zwei Milliarden Euro für den Wiederaufbau des Gazastreifens. Luxemburgs Außenminister Asselborn forderte bei der Geberkonferenz in Kairo ein Ende des Konflikts.

(dpa/pley) - Die internationale Gemeinschaft hat bei einer Geberkonferenz in Kairo mehr als zwei Milliarden Euro für den Wiederaufbau des Gazastreifens zugesagt. Insgesamt 450 Millionen Euro will die EU bereitstellen, wie die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton am Sonntag sagte. Die USA geben nach Angaben von Außenminister John Kerry 212 Millionen US-Dollar (rund 168 Millionen Euro). Mit umgerechnet rund 792 Millionen Euro bringt das Emirat Katar die größte Einzelspende auf.

An der von Ägypten und Norwegen initiierten Konferenz nahmen rund 30 Außenminister sowie regionale und internationale Organisationen teil. Auch Luxemburgs Außenminister Jean Asselborn war nach Kairo gereist. "Da Leid muss ein Ende haben. Die palästinensische Bevölkerung verdient es, in Würde zu leben", erklärte der Außenminister. „Dreimal Wiederaufbau von Gaza in sechs Jahren, das genügt." Er begrüßte die vor vier Monaten erfolgte Bildung einer palästinensischen Einheitsregierung, die sich am vergangenen Donnerstag erstmals in Gaza traf. Er wünsche sich, dass die Meinungsverschiedenheiten zwischen Fatah und Hamas bald beigelegt werden.

„Wenn die Paläsinenser wieder auf die Beine kommen wollen, dann müssen sie sich als ein Volk sehen“, sagte Asselborn. Wahlen müssten gleichzeitig in Ostjerusalem, im Westjordanland und im Gazastreifen stattfinden.

Luxemburg hat seit 2007 die Palästinensergebiete mit 58 Millionen Euro unterstützt, von denen zwei Drittel in den Gazastreifen flossen. Jährlich gibt das Großherzogtum 7 Millionen Euro. Diese Summe solle auch in den künftigen Jahren auf diesem Niveau bleiben, erklärte Asselborn.

Die Gelder, die am Sonntag in Aussicht gestellt wurden, werden zur Beseitigung der schweren Schäden benötigt, die der jüngste Gaza-Krieg hinterlassen hat. Wie groß die Schäden sind, lassen diese Bilder nur erahnen:

Die beiden Kriegsparteien Israel und die radikal-islamische Hamas waren nicht zur Konferenz geladen, lediglich die palästinensische Autonomiebehörde unter Anführung von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas ist anwesend. Abbas bezifferte die Wiederaufbaukosten des Gazastreifens auf insgesamt rund vier Milliarden Dollar.

18.000 Häuser zerstört oder beschädigt

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon warnte, die Geberkonferenz dürfte nicht zum Ritual werden: „Aufbauen und zerstören - und dann von der internationalen Gemeinschaft erwarten, sie zahle die Rechnung.“ Auch US-Außenminister John Kerry sah eine dauerhafte Lösung des Nahost-Konfliktes als Ziel der Verhandlungen. Dem Gazastreifen könne nur dann nachhaltig geholfen werden, wenn er unter palästinensischer Selbstverwaltung stünde. „So lange die Hamas Raketen auf Israel abfeuert, so lange leben auch die Menschen in Gaza weiter in Gefahr.“

Israel hatte im Juli und August mehr als 5000 Ziele in dem Palästinensergebiet angegriffen, um den Raketenbeschuss der Hamas einzudämmen. Die militanten Palästinenser feuerten 4500 Raketen auf Israel ab. Mehr als 2100 Palästinenser und mehr als 70 Israelis wurden in dem 50-tägigen Krieg getötet. 18.000 Häuser wurden nach Angaben der UN-Nothilfeorganisation Ocha zerstört oder beschädigt.


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