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„Costa Concordia“ legt erste Meilen zurück
International 20 1 23.07.2014 Aus unserem online-Archiv
Transport nach Genua

„Costa Concordia“ legt erste Meilen zurück

International 20 1 23.07.2014 Aus unserem online-Archiv
Transport nach Genua

„Costa Concordia“ legt erste Meilen zurück

Die Havarie der „Costa Concordia“ stellte die Ingenieure vor eine gigantische Aufgabe. Zweieinhalb Jahre später ist die Bergung fast geschafft. Das Schiff hat sich am Mittwoch auf den Weg nach Genua gemacht.

(dpa) - Die havarierte „Costa Concordia“ hat wenige Stunden nach dem Beginn des komplizierten Abschleppmanövers Kurs auf ihren Zielort Genua genommen. Das Schiff sei bereits etwa sechs Meilen von der Insel Giglio entfernt und werde mit einer Geschwindigkeit von etwa zwei Knoten (rund 3,7 Stundenkilometer) Richtung Norden geschleppt, sagte Ingenieur Franco Porcellacchia am Mittwoch auf der Insel Giglio. „Alles hat perfekt funktioniert, sie sollte zwischen Samstagnacht und Sonntagmorgen in Genua ankommen“. 

Der Beginn des Abtransports der „Costa Concordia“ wurde von den anderen Schiffen im Hafen von Giglio mit Schiffssirenen begleitet. Nachdem sich der havarierte Kreuzfahrtriese am Mittwochmorgen deutlich bewegt hatte, feierten die anderen Schiffe dies mit lautem Getöse.

Gezogen wird die „Costa Concordia“ von vier großen Schleppern, zehn Schiffe begleiten den Transport auf der gut 350 Kilometer langen Strecke in die ligurische Hafenstadt Genua. Bei dem Schiffsunglück waren vor zweieinhalb Jahren 32 Menschen gestorben, darunter zwölf Deutsche.

Mit einer Geschwindigkeit von zwei Knoten (rund 3,7 Stundenkilometer) wird das Schiff entlang der französischen Insel Korsika nach Norden geschleppt. Etwa vier Tage veranschlagen die Experten für die Reise, am Sonntag soll der Kreuzfahrtkoloss in Genua ankommen.

Verschrottung dauert zwei Jahre

Die größte Gefahr für das stark beschädigte Schiff sind starke Winde und hohe Wellen auf dem offenen Meer. Ingenieur Franco Porcellacchia ist dennoch optimistisch. „Wir haben die Sicherheit, auch unter extremen Bedingungen navigieren zu können“, erklärte er.

Neben der Küstenwache und Umweltschützern sind zahlreiche Spezialschiffe dabei, um bei einem Austritt von Öl oder anderen gefährlichen Flüssigkeiten oder bei einem Notfall schnell reagieren zu können. Das Meer wird um das fahrende Wrack weiträumig gesperrt, ebenso der Luftraum.

In Genua soll die „Costa Concordia“ schließlich in einer weiteren aufwändigen Aktion verschrottet werden. Rund 80 Prozent des Schiffs sollen dabei recycelt werden. Etwa zwei Jahre wird das Verschrotten dauern, das knapp 1000 Arbeiter und mehr als 50 Firmen beschäftigt.