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Corona-Virus: Zahl der Toten in China steigt auf über 1000
International 4 Min. 11.02.2020

Corona-Virus: Zahl der Toten in China steigt auf über 1000

Shanghai: Fußgänger tragen Gesichtsmasken.

Corona-Virus: Zahl der Toten in China steigt auf über 1000

Shanghai: Fußgänger tragen Gesichtsmasken.
Foto: AFP
International 4 Min. 11.02.2020

Corona-Virus: Zahl der Toten in China steigt auf über 1000

Während die Zahl der Opfer immer schneller wächst, nehmen die neuen Erkrankungen leicht ab. Chinas Präsident Xi Jinping spricht von einer „sehr ernsten“ Situation.

(dpa) - Das neuartige Corona-Virus hat in China schon mehr als 1000 Menschen das Leben gekostet. Innerhalb der vergangenen 24 Stunden fielen der Lungenkrankheit weitere 108 Menschen zum Opfer, womit bislang insgesamt 1016 Menschen in China an der Lungenkrankheit gestorben sind. Das teilte die Gesundheitskommission in Peking am Dienstag mit. 


A member of the media looks out toward the Diamond Princess cruise ship (L) with over 3,000 people as it sits anchored in quarantine off the port of Yokohama on February 4, 2020, a day after it arrived with passengers feeling ill. - Japan has quarantined the cruise ship carrying 3,711 people and was testing those onboard for the new coronavirus on February 4 after a passenger who departed in Hong Kong tested positive for the virus. (Photo by Behrouz MEHRI / AFP)
Corona-Virus: Kreuzfahrtschiff in Japan unter Quarantäne
Das Kreuzfahrtschiff „Diamond Princess“ steckt derzeit in Yokohama fest. Der Grund: Einige Passagiere haben sich mit dem neuen Corona-Virus infiziert.

Allein 103 neue Opfer wurden aus der besonders schwer betroffenen Provinz Hubei gemeldet. Während die Zahl der Toten so schnell stieg wie noch nie seit Ausbruch der Krankheit, ging die Zahl neuer Infektionen am Dienstag im Vergleich zum Vortag zurück. Landesweit wurden 2478 weitere Erkrankungen gemeldet, somit stieg die Gesamtzahl der nachgewiesenen Infektionen auf dem chinesischen Festland auf 42.638.

Präsident Xi Jinping äußert sich

Unterdessen sprach Chinas Präsident Xi Jinping am Montag von einer weiterhin "sehr ernsten" Situation, wie die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua berichtete. China werde aber im Kampf gegen die Epidemie "mit Sicherheit einen vollen Sieg erringen".

Xi Jinping machte die Bemerkungen bei einem seiner ersten öffentlichen Auftritte seit Ausbruch der Krankheit. Staatsmedien zeigte den Präsidenten beim Besuch einer Wohnanlage und eines Krankenhauses in Peking, bei dem er einen weißen Kittel und Mundschutz trug. Der Parteichef forderte laut Xinhua, die Auswirkungen des Virus auf die Wirtschaft zu minimieren. Massenentlassungen sollten vermieden werden. Die Auswirkungen der Epidemie auf die Wirtschaft seien "nur von kurzer Dauer".

Der chinesische Präsident Xi Jinping besucht ein Krankenhaus in Peking.
Der chinesische Präsident Xi Jinping besucht ein Krankenhaus in Peking.
Foto: JU PENG / AFP

Wie Chinas Staatsfernsehen am Dienstag berichtete, sind die Chefs der Gesundheitskommission in der besonders schwer betroffenen Provinz Hubei entlassen worden. Zhang Jin, Parteisekretär der Gesundheitskommission von Hubei, und Liu Yingzi, der Direktor der Behörden, wurden demnach von Wang Hesheng, dem stellvertretenden Leiter der Nationalen Gesundheitskommission, abgelöst. 

Zuletzt war in China immer mehr Kritik an der Untätigkeit oder langsamen Reaktion der Behörden auf den Ausbruch laut geworden. Für landesweite Bestürzung und Anteilnahme sorgte vergangene Woche der Tod des Arztes Li Wenliang, der frühzeitig vor dem Ausbruch des Corona-Virus gewarnt hatte, aber laut Berichten gezwungen wurde, diese "Gerüchte" nicht weiterzuverbreiten. Der 34-Jährige starb, weil er sich mit dem Virus angesteckt hatte.


People attend a vigil in Hong Kong on February 7, 2020 for novel coronavirus whistleblowing doctor Li Wenliang (pictured background C), 34,�who died in Wuhan after contracting the virus while treating a patient. - A Chinese doctor who was punished after raising the alarm about China's new coronavirus died from the pathogen on February 7, sparking an outpouring of grief and anger over a worsening crisis that has now killed more than 630 people. (Photo by Anthony WALLACE / AFP)
Der erste Märtyrer des Corona-Virus
Der tragische Tod eines Arztes aus Wuhan erzürnt die Bürger gegen die rigide Zensur der Regierung: Li Wenliang hat als erster Alarm über den neuartigen Virus geschlagen – und wurde von den Behörden zum Schweigen beordert.

Nach der Zwangsverlängerung der Ferien um das chinesische Neujahrsfest begannen viele Städte nur langsam damit, die Arbeit wieder aufzunehmen. In Peking und Shanghai blieben U-Bahnen und andere öffentliche Verkehrsmittel in der Hauptverkehrszeit zu Beginn der Woche ungewöhnlich leer, was darauf hindeutete, dass viele Unternehmen noch immer geschlossen blieben oder ihre Mitarbeiter baten, von zu Hause zu arbeiten.

Betroffen sind auch viele europäische Firmen. Volkswagen teilte am Montag mit, die Produktionsaufnahme seiner Fabriken in China wegen der anhaltenden Epidemie noch einmal verschoben zu haben. Man stünde vor Herausforderungen wegen Verzögerungen in der Wiederaufnahme der landesweiten Lieferketten und auch wegen begrenzter Reisemöglichkeiten für Mitarbeiter. Den Erwartungen nach könne die Produktion spätestens Anfang nächster Woche in allen Fabriken wieder aufgenommen werden.

WHO beruft Gipfel ein

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) richtet am Dienstag und Mittwoch einen Expertengipfel zum Corona-Virus aus. Die WHO erhofft sich so einen schnellen und fundierten Austausch der bisherigen Erkenntnisse zu der mysteriösen Lungenkrankheit. WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus erklärte, dass bei der Konferenz die Wissenschaft im Fokus stehen soll. Eine Politisierung der Veranstaltung lehnte er ab. "Lassen Sie uns auf diesen allgemeinen Feind der Menschheit konzentrieren", sagte Tedros am Montag in Genf. 

Die weltweit führenden Fachleute wollen sich in den zwei Tagen unter anderem mit Therapien, der möglichen Quelle des Virus und seiner Übertragbarkeit befassen. Auch mögliche Impfungen sollen thematisiert werden.

Die WHO betonte in ihren täglichen Pressekonferenzen zum Virus zuletzt, dass rund 80 Prozent der Fälle einen milden Verlauf nähmen. Dennoch sei es gerade jetzt wichtig, das Virus energisch zu bekämpfen. "Wir sollten als ein Menschengeschlecht hart daran arbeiten, dieses Feuer zu bekämpfen, bevor es außer Kontrolle gerät", sagte Tedros.

In Europa angekommen

Außerhalb Chinas sind bislang mehr als 300 Infektionen nachgewiesen worden, davon 14 in Deutschland. Am Sonntag wurde ein luxemburgischer Staatsbürger aus der besonders betroffenen chinesischen Provinz Hubei ausgeflogen und zurück nach Luxemburg gebracht. Die betroffene Person zeigt laut Außenministerium keinerlei Symptome, muss jedoch trotzdem vorsichtshalber zwei Wochen in Quarantäne verbringen.


Ein Minivan des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) mit deutschen Staatsangehörigen, die aus Wuhan nach Europa zurückgekehrt sind.
Luxemburger aus Wuhan ins Großherzogtum zurückgebracht
Der luxemburgische Staatsbürger wurde am Sonntag mit einer Maschine von einer Rettungsflugwacht von Berlin nach Luxemburg geflogen.

Die britische Regierung hat das neuartige Corona-Virus als "ernste und unmittelbare Gefahr für die Volksgesundheit" eingestuft und damit ihre Schutzmaßnahmen verschärft. Menschen können nun gezwungen werden, in Quarantäne zu gehen, wie das Gesundheitsministerium am Montag in London mitteilte. 

Zuvor war bekannt geworden, dass sich ein Brite im Januar in Singapur mit der Lungenkrankheit infiziert hatte und inzwischen mit Fällen in England, Frankreich und Spanien in Verbindung gebracht wird. Er war nach einer Konferenz in Südostasien nach Europa geflogen und hatte sich mit anderen Personen ein Chalet in einem Skigebiet in den französischen Alpen geteilt. 

In diesem französischen Chalet übernachteten fünf Briten, die später positiv auf das Corona-Virus getestet wurden.
In diesem französischen Chalet übernachteten fünf Briten, die später positiv auf das Corona-Virus getestet wurden.
Foto: AFP

Darunter sollen auch vier Briten gewesen sein, bei denen das Virus nun nachgewiesen worden ist. Einer der Betroffenen arbeitet britischen Medien zufolge in einer Praxis im südenglischen Brighton, die nun vorsorglich geschlossen wurde. Die Zahl der Fälle in Großbritannien ist von vier auf acht gestiegen, wie das Gesundheitsministerium am Montag in London bestätigte.


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