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Corona-Virus: Vierter Fall in Luxemburg bestätigt
International 3 Min. 07.03.2020

Corona-Virus: Vierter Fall in Luxemburg bestätigt

In Polen stehen Einsatzkräfte vor einem Spezialzelt für Coronavirus-Patienten.

Corona-Virus: Vierter Fall in Luxemburg bestätigt

In Polen stehen Einsatzkräfte vor einem Spezialzelt für Coronavirus-Patienten.
Foto: Mateusz Slodkowski/dpa
International 3 Min. 07.03.2020

Corona-Virus: Vierter Fall in Luxemburg bestätigt

Die auf immer mehr Länder übergreifende Covid-19-Pandemie weitet sich aus. In Luxemburg gibt es einen vierten Fall, außerdem hat das Gesundheitsministerium die Liste der Risikogebiete erweitert.

(dpa/vb) - Am Samstagabend teilte das Gesundheitsministerium mit, dass der vierte Fall in Luxemburg festgestellt wurde. Bei dem Patienten gebe es eine Verbindung nach Norditalien, wo das Virus grassiert. Er zeige nur wenige Krankheitssymptome, hieß es weiter. 

Die Regierung erinnert daran, dass Personen, die Symptome einer Corona-Infektion haben (Husten, Fieber, Atemprobleme) und aus einem Risikogebiet kommen, nicht zu einem Arzt oder einer Notaufnahme gehen sollten, sondern gebeten sind, die Hotline  8002 8080 oder den Notruf 112 anzurufen. 

 Das  Gesundheitsministerium hat am Samstagnachmittag mehrere Regionen in Deutschland und Frankreich auf die Liste mit den Risikogebieten gesetzt. Neu als Risikogebiete wurden die deutschen Bundesländer Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg definiert. Außerdem stehen die französischen Départements Oise und Haut-Rhin sowie die italienischen Regionen Lombardei, Venezien, Südtirol, Emilia-Romagna und Piemont auf der Liste, ferner der Iran und asiatische Länder. 

Für Deutschland hat das Robert Koch-Institut (RKI) bis Samstagnachmittag 795 Infektionen erfasst - mehr als zehn Mal so viele wie noch eine Woche zuvor. Die weitaus meisten Fälle bundesweit verzeichnet Nordrhein-Westfalen vor Baden-Württemberg und Bayern.

Vielfach milder Verlauf

Weltweit sind inzwischen mehr als 100 000 Infektionen und rund 3500 Todesfälle registriert - die Dunkelziffer nicht erfasster Fälle dürfte Experten zufolge noch weit darüber liegen. Die meisten Infektionen verlaufen weiterhin mild, ein Großteil der Betroffenen hat kaum Symptome oder kann nach einigen Tagen bis Wochen wieder geheilt aus der Klinik entlassen werden.

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Foto: AFP

Papst Franziskus sollte wegen der Ausbreitung des neuen Coronavirus in Italien das nächste Angelus-Gebet nicht am Fenster vor den Menschen direkt sprechen. Es solle per Video live aus dem Papstpalast übertragen werden, teilte das Pressebüro des Vatikans am Samstag mit. Das traditionelle Angelusgebet des Kirchenoberhaupts wird in der Regel von Tausenden Besuchern auf dem Petersplatz verfolgt. Große Menschenansammlungen gelten aber als Risiko für eine Ansteckung.

Italienischer Politiker infiziert

Italien ist in Europa das am stärksten von Sars-CoV-2-Infektionen getroffene Land. Bis Freitag waren dort mehr als 4600 Infektionen und rund 200 Todesfälle erfasst. Positiv auf Sars-CoV-2 getestet wurde auch der Chef der in Rom mitregierenden Sozialdemokraten, Nicola Zingaretti. Es gehe ihm gut, er müsse aber zunächst zu Hause in Quarantäne bleiben, erklärte der 54-jährige Politiker am Samstag.


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In der chinesischen Küstenstadt Quanzhou stürzte ein als Quarantäneunterkunft genutztes Hotel ein. Bis Samstagabend (Ortszeit) seien 33 Menschen aus den Trümmern gerettet worden, meldete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua. Das Hotel sei genutzt worden, um Menschen aus anderen Provinzen wegen des Coronavirus unter Quarantäne zu stellen und zu beobachten. In ersten Berichten hieß es, rund 70 Menschen seien in dem Gebäude eingeschlossen.

Hohe Dunkelziffer vermutet

Stark steigende Fallzahlen melden außerhalb des Ursprungslandes China außerdem weiterhin Iran und Südkorea. In Südkorea gibt es inzwischen mehr als 6700 Nachweise, 44 Todesfälle waren bis Freitag erfasst. Die Mehrzahl neuer Fälle wird weiter in der südöstlichen Millionen-Stadt Daegu und der umliegenden Region erfasst. In Iran stieg die Zahl erfasster Infektionen binnen eines Tages um mehr als 1000 auf gut 5800. Mehr als 140 Todesfälle sind inzwischen registriert. Die Dunkelziffer nicht erfasster Fälle könnte Experten zufolge allerdings deutlich höher liegen.

Betroffen ist vor allem die Hauptstadt Teheran. Unter den Toten sind lokalen Medien zufolge mindestens acht iranische Offizielle. Am Samstag starb die neugewählte Abgeordnete Fatemeh Rahbar an Covid-19. Außerdem sollen zwölf weitere Offizielle positiv getestet worden sein, unter ihnen die Vizepräsidentin und Frauenbeauftragte Massumeh Ebtekar. Zudem seien schon mehrere Ärzte und Krankenschwestern an Covid-19 gestorben, hieß es.      


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