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Corona-Virus: Vier Luxemburger in Hotel auf Teneriffa wohlauf
International 3 Min. 26.02.2020

Corona-Virus: Vier Luxemburger in Hotel auf Teneriffa wohlauf

Rund 1000 Gäste des H10 Costa Adeje Palace Hotel auf Teneriffa dürfen das Haus derzeit nicht verlassen.

Corona-Virus: Vier Luxemburger in Hotel auf Teneriffa wohlauf

Rund 1000 Gäste des H10 Costa Adeje Palace Hotel auf Teneriffa dürfen das Haus derzeit nicht verlassen.
Foto: AFP/Desiree Martin
International 3 Min. 26.02.2020

Corona-Virus: Vier Luxemburger in Hotel auf Teneriffa wohlauf

Am Dienstag wurde bekannt, dass zwei italienische Hotelgäste auf Teneriffa mit dem Corona-Erreger infiziert sind. Nun gibt es zwei weitere Fälle – für die rund 1000 Gäste, darunter vier Luxemburger, gilt weiterhin Ausgangssperre.

(jt/dpa) - In einem von den Behörden abgeriegelten Hotel in Teneriffa ist bei zwei weiteren Gästen eine Coronavirus-Infektion nachgewiesen worden. Das meldet die Zeitung "El País" am Mittwoch. Die Gesamtzahl der Corona-Patienten in Spanien stieg auf neun. Zwei Patienten, die vor wenigen Wochen auf La Gomera und auf Mallorca positiv getestet wurden, sind allerdings bereits wieder gesund.

Unter den Gästen, die das Hotel im Südwesten der Kanareninsel derzeit nicht verlassen dürfen, befinden sich auch vier luxemburgische Staatsbürger sowie insgesamt 14 Kunden des Reiseveranstalters Luxair Tours.

Hotelgäste am Balkon des H10 Costa Adeja Palace Hotel.
Hotelgäste am Balkon des H10 Costa Adeja Palace Hotel.
Foto: AFP/Desiree Martin

Christophe Schoentgen, Konsul an der luxemburgischen Botschaft in Madrid, erklärt am Mittwochmittag auf LW-Nachfrage: "Die vier Luxemburger befinden sich weiterhin im Hotel auf Teneriffa, in dem sie Urlaub gemacht haben. Es geht ihnen den Umständen entsprechend gut. Sie müssen sich jetzt in Geduld üben. Wir sind in Kontakt mit ihnen und versuchen das von Madrid aus, so gut es geht, zu organisieren." Den Hotelgästen wurde empfohlen, sich möglichst in ihren Zimmern aufzuhalten. "Aber man kann die Leute ja nicht anbinden, wenn sie sich etwas bewegen wollen." 

Die spanischen Behörden hätten vor Ort die notwendigen Maßnahmen getroffen, um eine weitere Ausbreitung des Corona-Virus zu verhindern. Es sei momentan nicht abzuschätzen, wie lange die rund 1.000 Gäste noch im Hotel bleiben müssen und wie lang die medizinischen Tests dauern. "Das ist zum jetzigen Zeitpunkt noch Spekulation. Normalerweise dauert eine Quarantäne 14 Tage. Wir müssen nun auf die Anweisungen der spanischen Behörden warten. Man soll nicht in Panik verfallen." 

Das Hotel H10 Costa Adeje Palace mit etwa 1.000 Gästen steht seit Dienstag praktisch unter QuarantäneSämtliche Hotelgäste sollen auf den Erreger getestet werden. Polizeibeamte bewachen Ein- und Ausgänge des Vier-Sterne-Hauses auf der Kanareninsel. Ein Paar aus Italien, das in dem Hotel übernachtete, war positiv auf Sars-CoV-2 getestet worden. Auch bei den beiden neuen Infektionsfällen handelt es sich um Italiener. Alle vier Personen befinden sich auf Teneriffa in klinischer Behandlung. Italien ist das am stärksten vom Corona-Virus betroffene Land in Europa.

Kritik an Informationspolitik

Am Mittwoch war das Hotel auf Teneriffa weiterhin durch die Polizei abgeriegelt. „Wir können zwar aus dem Gebäude, dürfen aber das Hotelgelände nicht verlassen“, sagte ein deutscher Urlauber der Deutschen Presse-Agentur. „Viele Leute bleiben aber im Zimmer.“

„Um zwei Uhr morgens klopfte es plötzlich an unserer Tür, dann wurde Fieber gemessen“, erzählte er. Menschen „in einer Art OP-Kleidung“ seien von Tür zu Tür gegangen und hätten die Gäste geweckt. Ob es sich dabei um Ärzte gehandelt habe, sei nicht klar. „Zudem haben wir selbst Fieberthermometer und einen Mundschutz bekommen.“

Die Situation im Hotel sei aber ruhig, viele Gäste stünden auf ihren Balkonen: „Sie harren der Dinge, die da kommen“. Kritisch beurteilte der Deutsche die Informationspolitik des Hotelmanagements und der Behörden: „Alles, was wir zum Thema wissen, haben wir aus dem Netz.“ Hotelgäste hätten am Dienstag nur einen Zettel unter den Türschlitz geschoben bekommen.

"Urlaub aus der Hölle"

"Vom Personal ist knapp die Hälfte noch da, vielleicht ein Viertel", erzählt ein betroffener luxemburgischer Gast des H10-Hotels bei "RTL Radio". "Sie tragen Masken und stellen uns ein bisschen Essen hin. Wir kriegen zudem kleine 0,5-Liter-Flaschen mit Wasser, so viel wir brauchen. Wir können nur abwarten, was jetzt kommt." 

Britische Touristen hingegen beschrieben die Situation mit "Holiday from Hell" ("Urlaub aus der Hölle"). "Das Hotel ist wie ein Geisterhaus. Ich fürchte, dass wir, wenn wir eingesperrt sind, einem größeren Risiko ausgesetzt sind, uns das Corona-Virus einzufangen", erzählten zwei britische Touristen im Gespräch mit "Mail Online".   


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Die spanische Hotelvereinigung Cehat sprach am Dienstag in einer Mitteilung davon, dass in dem Hotel „Normalität“ herrsche - die Gäste seien informiert worden und folgten den Anweisungen.

Auf Google nahmen Nutzer die behördliche Maßnahme mit Humor. "Super Hotel, um in Quarantäne zu sein", lautet ein Kommentar in einer Google-Rezension. "Toller Ort, ich habe gerade herausgefunden, dass sie mich die nächsten vierzehn Tage kostenlos bleiben lassen", schrieb ein anderer. Unklar ist, ob es sich bei den Witzbolden wirklich um Hotelgäste handelt.


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