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Corona-Virus: Auch die Schweiz macht dicht
International 16.03.2020 Aus unserem online-Archiv

Corona-Virus: Auch die Schweiz macht dicht

Zugang verwehrt: Die meisten öffentlichen Einrichtungen sind bereits seit Tagen geschlossen.

Corona-Virus: Auch die Schweiz macht dicht

Zugang verwehrt: Die meisten öffentlichen Einrichtungen sind bereits seit Tagen geschlossen.
Foto: AFP
International 16.03.2020 Aus unserem online-Archiv

Corona-Virus: Auch die Schweiz macht dicht

Die Eidgenossen verschärfen den Kampf gegen die Corona-Pandemie.

Von LW-Korrespondent Jan Dirk Herbermann (Genf)

Die Schweiz verschärft noch einmal den Kampf gegen die eskalierende Corona-Epidemie. Das Leben in der Eidgenossenschaft wird noch weiter eingeschränkt, die Grenzen noch stärker verriegelt und die Armee muss zu einem Großeinsatz ausrücken. „Eine Mobilmachung dieser Größenordnung gab es seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr“, erläuterte Verteidigungsministerin Viola Amherd am Montag in Bern.

Die bisherigen Maßnahmen, etwa begrenzte Veranstaltungsverbote, dämmten die Ausbreitung des Corona-Erregers nicht, musste die Regierung, der Bundesrat, einräumen. Am Montag gegen 17 Uhr waren in der Schweiz 2.330 Fälle der Atemwegserkrankung Covid-19 bestätigt. Allein am Sonntag stieg die Zahl um 800 an. Von den Erkrankten starben 14 Menschen.

Veranstaltungsverbot

Die Regierung verbietet ab der Nacht auf Dienstag landesweit alle privaten und öffentlichen Veranstaltungen. Geschäfte, Läden, Märkte, Bars, Restaurants, Museen, Bibliotheken, Kinos, Sportzentren, Skistationen und Schwimmbäder müssen vorübergehend schließen. 

Die schon am Freitag angekündigten Schulschließungen wurden verlängert. Die Maßnahmen gelten bis zum 19. April.  Offen bleiben Apotheken, Lebensmittelläden, Banken, Tankstellen, Postfilialen, Hotels. Es handele sich um eine „extreme Belastung für Wirtschaft und Bevölkerung“, unterstrich Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga. 


13.03.2020, Österreich, Salzburg: Eine Frau mit Mundschutz trägt ihre Einkäufe über den Parkplatz eines Einkaufszentrums. Im Kampf gegen das Coronavirus müssen in Österreich ab kommender Woche viele Geschäfte vorübergehend schließen. Lebensmittelmärkte und Apotheken dürfen weiterhin offen bleiben, sagte Bundeskanzler Kurz am Freitag in Wien. Foto: Barbara Gindl/APA/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
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Einige Unternehmen würden in ihrer Existenz getroffen. Die Regierung werde den Opfern jedoch helfen.Zudem erschwert der Bundesrat noch einmal die Einreise in die Eidgenossenschaft. Die Grenzen der Schweiz zu Deutschland, Frankreich und Österreich sollen kontrolliert werden. 

Ausnahmen bei Einreiseverboten

Die Eidgenossen behalten sich das Recht vor, Ausländer abzuweisen. An der Grenze zu Italien, das von der Corona-Epidemie besonders hart getroffen ist, hatten die Eidgenossen schon rigorose Überwachungen eingeführt. Ausgenommen von Einreiseverboten bleiben Schweizer, die in ihre Heimat zurück reisen wollen. 


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Zudem können Nicht-Schweizer, die über eine Arbeits- oder Aufenthaltsbewilligung verfügen, weiter nach Helvetien kommen. Für Grenzgänger aus Deutschland etwa bleibt der Weg in das Nachbarland somit offen.

Den Ernst der Lage spiegelt auch die Mobilisierung der Schweizer Streitkräfte wider. So sollen rund 3.000 Uniformierte die Sanitätsdienste unterstützen. Wie viele Soldaten insgesamt ausrücken, wird auch davon abhängen, ob die neuen Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Corona-Erregers greifen werden.  



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