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Corona-Virus: 42 Prozent der Einwohner von Ischgl waren infiziert
International 25.06.2020

Corona-Virus: 42 Prozent der Einwohner von Ischgl waren infiziert

Die Après-Ski-Bars des Tiroler Touristenorts Ischgl gelten als einer der großen Verbreitungsorte des Virus in Europa.

Corona-Virus: 42 Prozent der Einwohner von Ischgl waren infiziert

Die Après-Ski-Bars des Tiroler Touristenorts Ischgl gelten als einer der großen Verbreitungsorte des Virus in Europa.
Foto: Jakob Gruber/APA/dpa
International 25.06.2020

Corona-Virus: 42 Prozent der Einwohner von Ischgl waren infiziert

Erstmals liegen Zahlen über das Ausmaß des Corona-Ausbruchs in der österreichischen Wintersportgemeinde vor. Vier von zehn Bewohnern von Ischgl trugen das Virus in sich - und viele bekamen davon gar nichts mit.

(dpa) - Im österreichischen Ischgl war ein großer Teil der Bevölkerung mit dem Corona-Virus infiziert. Nach Angaben der Medizinischen Universität Innsbruck haben 42,4 Prozent der in einer umfassenden Studie untersuchten Bürger Antikörper auf das Corona-Virus entwickelt. Das sei der weltweit höchste bisher publizierte Wert, sagte die Direktorin des Instituts für Virologie, Dorothee von Laer, am Donnerstag in Innsbruck. Antikörper im Blut gelten als Nachweis für eine durchgemachte Infektion.

Ischgl mit seinen Après-Skibars gilt als Brennpunkt für die Ausbreitung des Corona-Virus in Österreich und Teilen Europas. Nach Angaben österreichischer Behörden waren zeitweise 40 Prozent aller Fälle im Inland auf Ischgl zurückzuführen. Auch viele Touristen aus anderen europäischen Staaten haben sich nach ihrer Überzeugung in Ischgl angesteckt. Eine Kommission im Bundesland Tirol soll nun das stark kritisierte Krisenmanagement unter die Lupe nehmen.


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Auffällig sei, dass von den positiv auf Antikörper getesteten Personen zuvor nur 15 Prozent die Diagnose erhalten hatten, infiziert zu sein, sagte von Laer. „85 Prozent derjenigen, die die Infektion durchgemacht haben, haben das unbemerkt durchgemacht.“ Trotz des hohen Antikörper-Werts sei auch in Ischgl keine Herden-Immunität erreicht. Entscheidend für den Rückgang der Fälle seien die Quarantäne und die soziale Distanz gewesen, hieß es.

Rund 80 Prozent der Ischgler Bevölkerung nahmen an der Studie teil. 1.473 Probanden waren zwischen 21. und 27. April untersucht worden.


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