Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Corona-Verdacht: Entwarnung auf Kreuzfahrtschiff "Aida Aura"
International 1 4 Min. 04.03.2020 Aus unserem online-Archiv

Corona-Verdacht: Entwarnung auf Kreuzfahrtschiff "Aida Aura"

Das Kreuzfahrtschiff "Aida Aura" lag am Dienstag vorübergehend in Norwegen fest. Grund war ein Corona-Verdachtsfall.

Corona-Verdacht: Entwarnung auf Kreuzfahrtschiff "Aida Aura"

Das Kreuzfahrtschiff "Aida Aura" lag am Dienstag vorübergehend in Norwegen fest. Grund war ein Corona-Verdachtsfall.
Foto: AFP/Tor Andre Johannessen/NTP Scanpix
International 1 4 Min. 04.03.2020 Aus unserem online-Archiv

Corona-Verdacht: Entwarnung auf Kreuzfahrtschiff "Aida Aura"

Jörg TSCHÜRTZ
Jörg TSCHÜRTZ
Nicht nur Luxair bekommt die Folgen der Coronakrise zunehmend zu spüren. Auch bei Kreuzfahrten sieht die Buchungslage in Luxemburg derzeit sehr mau aus. Jüngste Medienberichte sorgen für weitere Verunsicherung.

Die aktuelle Corona-Krise verpasst der boomenden Kreuzfahrtindustrie einen herben Dämpfer. Bei den spezialisierten Luxemburger Reisebüros Neptun Cruises und Cruisopolis gehen die Buchungen momentan merklich zurück, wie beide Unternehmen am Dienstag auf LW-Nachfrage bestätigen. Viele Kunden seien verunsichert und erwägen eine Stornierung ihrer Reise.

Am Dienstag wurden weitere Verdachtsfälle in Zusammenhang mit einem Kreuzfahrtschiff bekannt. Der Verdacht einer Coronavirus-Infektion bei zwei Passagieren der "Aida Aura" hat sich allerdings nicht bestätigt. Der Test auf Sars-CoV-2 sei negativ ausgefallen, teilte der Direktor der Kommune Haugesund mit. Das Schiff mit rund 1200 Menschen an Bord sollte noch am Dienstagnachmittag den Hafen der norwegischen Küstenstadt Haugesund verlassen. Das Paar hatte befürchtet, sich mit dem ansteckenden Virus infiziert zu haben und beim Einlaufen des Schiffs in Haugesund um den Test gebeten. 

Die "Aida Aura" konnte ihre Fahrt nach einer Unterbrechung in Haugesund fortsetzen.
Die "Aida Aura" konnte ihre Fahrt nach einer Unterbrechung in Haugesund fortsetzen.
Foto: AFP/Marit Hommedal / NTB Scanpix

Die Reederei hatte daraufhin gebeten, einen Tag länger als geplant im Hafen liegen bleiben zu dürfen. Die Passagiere durften am Dienstag das Schiff nicht verlassen. Die „Aida Aura“ war am 29. Februar von Hamburg aus zu einer Reise entlang der norwegischen Küste aufgebrochen.  

Zuvor hatte Aida Cruises dem "Luxemburger Wort" mitgeteilt, dass sich keine luxemburgischen Staatsangehörigen an Bord der "Aida Aura" befinden. Auch  die Veranstalter Neptun Cruises und Cruisopolis betreuen keine Kunden, die derzeit mit dem Schiff unterwegs sind.

Cruisopolis: Gruppenreise nach China abgesagt

"Wir bekommen momentan sehr viele Anrufe und sind intensiv mit der Beratung beschäftigt", sagt der Direktor von Cruisopolis, Marc Barnich, über die aktuellen Auswirkungen der Corona-Krise. Eine Kreuzfahrt nach China, die in Zusammenarbeit mit dem "Luxemburger Wort" von 26. August bis 10. September stattfinden sollte, sei bereits abgesagt worden. Die Kunden bekommen den Reisepreis voll erstattet. Auch hinter einer Japan-Kreuzfahrt, die für Ende September geplant ist, steht ein Fragezeichen. 


Die Zahl der Kunden, die ihre Reise nicht angetreten haben, ist nicht bekannt, so ein Luxair-Sprecher.
Wegen Corona-Virus: Luxair-Fluggäste lassen Tickets verfallen
Die Airlines spüren die Folgen des Corona-Virus - viele Fluggäste treten ihre Reise nicht an. Das betrifft auch Luxair-Kunden.

Wenn Kunden aus eigenen Beweggründen stornieren, müssen sie in der Regel Stornogebühren bezahlen. Die Veranstalter lassen hier jedoch momentan eher Kulanz walten oder versuchen die Urlauber mit Rabatten auf andere Destinationen umzubuchen. "Viele unserer Kunden wollen die Entwicklung in den nächsten Wochen abwarten und erst dann eine Entscheidung treffen", sagt David Lentz, Marketing-Mitarbeiter von Neptun Cruises. "Panik-Stornierungen" stelle man momentan noch nicht fest. "Es ist momentan aber sehr ruhig auf dem Kreuzfahrtmarkt."

Die "Diamond Princess" wurde am 5. Februar 2020 im Hafen von Yokohama unter Quarantäne gestellt. Mehr als 700 Passagiere des Kreuzfahrtschiffs wurden positiv auf das Corona-Virus getestet, sechs starben.
Die "Diamond Princess" wurde am 5. Februar 2020 im Hafen von Yokohama unter Quarantäne gestellt. Mehr als 700 Passagiere des Kreuzfahrtschiffs wurden positiv auf das Corona-Virus getestet, sechs starben.
Foto: Rodrigo Reyes Marin/ZUMA Wire/dpa

Viele Reedereien haben mittlerweile ihre Routen angepasst. Um die Häfen in Asien machen Kreuzfahrtschiffe derzeit einen großen Bogen, sagt Marc Barnich. Dies führe teilweise dazu, dass Kunden Umbuchungen in Kauf nehmen müssen – etwa, wenn sie sich bereits in Asien befinden und in ein Kreuzfahrtschiff einsteigen wollen.

Die Region, insbesondere China und Japan, ist vom Coronavirus besonders stark betroffen. In Japan wurde ein Großteil der rund 1.000 Infektionen und 12 Todesfälle bei Passagieren und Crewmitgliedern des Kreuzfahrtschiffes "Diamond Princess" festgestellt. Weltweit gibt es bereits mehr als 90.000 Sars-CoV-2-Infektionen. Zuletzt hatte sich das Coronavirus auch in Europa immer mehr ausgebreitet. Seit Samstag steht fest, dass sich auch ein Mann aus Luxemburg, vermutlich in Italien, angesteckt hat.

Reedereien verlangen Gesundheitszeugnisse

Um ähnliche Situationen wie auf der "Diamond Princess" zu vermeiden, ergreifen die Reedereien Sicherheitsmaßnahmen, wie Marc Barnich erklärt: Passagiere müssen vor der Abreise schriftlich bestätigen, dass sie innerhalb des vergangenen Monats keinen Kontakt mit Personen aus einem Risiko-Gebiet hatten. Andernfalls müssen sie ein aktuelles ärztliches Gesundheitszeugnis vor der Abfahrt einreichen. Zudem sollen Wärmebildkameras an den Eingängen der Schiffe verhindern, dass ein mit dem Erreger Sars-CoV-2 infizierter Passagier an Bord geht.

Mit Material von der Deutschen Presse-Agentur.

 


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Welche Events dem Virus zum Opfer fallen (könnten)
Durch den Anstieg von Coronavirus-Fällen erlassen einige Länder ein Verbot von Großveranstaltungen. Im Messe- und Sportbereich kommt es zu zahlreichen Absagen – insbesondere Olympia-Organisator Japan zittert.
03.03.2020, Sachsen, Leipzig: Ein Schild "Kein Eingang" steht in in der Messe auf dem Boden. Die Leipziger Buchmesse ist wegen des neuartigen Coronavirus abgesagt worden. Die Stadt Leipzig und die Messeleitung haben die Entscheidung am Dienstag gemeinsam getroffen. Es sei eine Maßnahme zur Prävention. Die Frühlingsschau der Buchbranche hätte vom 12. bis 15. März stattfinden sollen. Foto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa +++ dpa-Bildfunk +++