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Corona: Tirol-Urlauber sollen sich vorsorglich isolieren
International 3 Min. 16.03.2020

Corona: Tirol-Urlauber sollen sich vorsorglich isolieren

Die Region Paznauntal mit dem Touristenort Ischgl steht in Österreich neben weiteren Orten wegen einer erhöhten Zahl von Coronavirus-Fällen unter Quarantäne.

Corona: Tirol-Urlauber sollen sich vorsorglich isolieren

Die Region Paznauntal mit dem Touristenort Ischgl steht in Österreich neben weiteren Orten wegen einer erhöhten Zahl von Coronavirus-Fällen unter Quarantäne.
Foto: Jakob Gruber/APA/dpa
International 3 Min. 16.03.2020

Corona: Tirol-Urlauber sollen sich vorsorglich isolieren

Sarah SCHÖTT
Sarah SCHÖTT
Das Corona-Virus macht auch vor den Skigebieten nicht halt. Besonders betroffen scheint der beliebte Wintersportort Ischgl zu sein.

Skifahren in Tirol ist für viele eine wunderbare Freizeitbeschäftigung. Doch auch auf die Skigebiete hat die aktuelle Corona-Pandemie einen Einfluss. Besonders das Bundesland Tirol soll in Österreich stark betroffen sein. Dabei scheint das Zentrum der Fälle in Ischgl im Paznauntal zu liegen, einer Region, die auch unter Luxemburgern sehr beliebt ist. 

Der Skibetrieb und die Wintersaison wurden bereits am Samstag vorzeitig beendet. Die Regionen Paznauntal mit den Touristenorten Ischgl und Galtür sowie St. Anton in Tirol und die Skiregion Heiligenblut in Kärnten standen wegen einer erhöhten Zahl von Fällen unter Quarantäne. Die letzten ausländischen Gäste sollten am Sonntag abreisen, österreichische Touristen mussten vor Ort bleiben. 

Landeshauptmann Günther Platter appellierte in einer Pressemitteilung am Samstag an alle, die sich in den letzten Tagen in einer der Regionen aufgehalten haben, sich vorsorglich zu isolieren. "Nun geht es darum, dass der Virus sich von den definierten Gebieten nicht weiter ausbreiten kann. Deshalb appellieren wir auch an all jene, die in den vergangenen 14 Tagen beziehungsweise seit Freitag, dem 28. Februar, sich im Paznauntal bzw. St. Anton aufhielten, sich freiwillig häuslich zu isolieren – damit tragen sie wesentlich dazu dabei, dass wir das Risiko einer Weiterverbreitung aus diesen Gebieten verhindern können."

Personen, die in den vergangenen 14 Tagen im Paznauntal oder in St. Anton waren, werden demnach als Kontaktpersonen der Kategorie 3 behandelt.

Fehlverhalten der Verantwortlichen

Im Zusammenhang mit der Häufung von Corona-Fällen bei Personen, die sich in der Region aufgehalten haben, berichteten Medien vermehrt vom Fehlverhalten der Verantwortlichen. So ist etwa auf dem Nachrichtenportal T-online nachzulesen, dass Ischgl die heimliche Virus-Drehscheibe in Europa sei. Verschiedenen Medien kritisierten vor allem den Umgang mit der Situation in der bei Touristen sehr beliebten Après-Ski-Bar "Kitzloch".

So veröffentlichte das Land Tirol am 8. März eine Pressemitteilung, in der bestätigt wird, dass es einen Corona-Fall in Ischgl gibt. Bei diesem Fall handelte es sich um einen 36-jährigen Barkeeper aus der genannten Bar. In der entsprechenden Pressemitteilung hieß es weiter: "'Eine Übertragung des Coronavirus auf Gäste der Bar ist aus medizinischer Sicht eher unwahrscheinlich', informiert Anita Luckner-Hornischer von der Landessanitätsdirektion Tirol."

Zu spät gehandelt

Bereits einen Tag später veröffentlichte das Land erneut eine Pressemitteilung, in der über weitere Fälle berichtet wird, die in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Fall des Barkeepers stehen. 


Ischgl Österreich Schnee Ski
Skigebiet Ischgl geschlossen
Ab Samstag ist das auch bei Luxemburgern beliebte Skigebiet wegen der Corona-Epidemie für zwei Wochen geschlossen.

"Nachdem Samstagabend bekannt wurde, dass ein norwegischer Barkeeper im Bezirk Landeck positiv auf eine Coronavirus-Erkrankung getestet wurde, wurden heute 16 weitere Personen positiv getestet. 14 dieser erkrankten Personen wurden in Ischgl getestet, eine Person in der Nachbargemeinde Kappl. Bei all diesen 15 Fällen gibt es einen unmittelbaren Zusammenhang zum 36-jährigen Barkeeper, der im Kitzloch im Gemeindegebiet von Ischgl gearbeitet hat."

Noch am selben Tag wurde die Bar behördlich gesperrt – zu spät, wie viele befinden.   

Wer in den vergangenen Tagen und Wochen in Ischgl oder Umgebung war, findet weitere Informationen auf der Homepage des Land Tirol. Dort wird auch erklärt, dass Ausländische Gäste, die aus dem Paznauntal oder St. Anton abreisen, bei ihrer Abreise ein Informationsblatt erhalten und sich zuhause bei den Gesundheitsbehörden melden müssen. Ihre Identitäten werden bei der Abreise festgestellt und die Daten an die ausländischen Behörden übermittelt, wie das Land weiter mitteilt. Österreichische Gäste werden für 14 Tage im Paznauntal bzw. St. Anton isoliert.

Mit Material der dpa.


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