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Corona-Mittel Remdesivir erhält Freigabe für EU
International 2 Min. 25.06.2020 Aus unserem online-Archiv

Corona-Mittel Remdesivir erhält Freigabe für EU

Laut Studien könnte das Medikament zu einer schnelleren Genesung von Covid-19-Patienten beitragen.

Corona-Mittel Remdesivir erhält Freigabe für EU

Laut Studien könnte das Medikament zu einer schnelleren Genesung von Covid-19-Patienten beitragen.
Foto: Peter Kneffel/dpa
International 2 Min. 25.06.2020 Aus unserem online-Archiv

Corona-Mittel Remdesivir erhält Freigabe für EU

Bislang gibt es gegen das Corona-Virus keinen Impfstoff und kein zugelassenes Medikament. Die europäische Arzneimittel-Agentur EMA gibt nun grünes Licht für Behandlungen von Covid-19-Patienten mit dem Medikament Remdesivir.

(dpa/jt) - Der Wirkstoff Remdesivir könnte bald auch in Europa als erstes Mittel gegen eine schwere Corona-Erkrankung auf den Markt kommen. Die Europäische Arzneimittel-Agentur EMA hat am Donnerstag in Amsterdam eine Zulassung unter Auflagen für das Mittel mit dem Handelsnamen Veklury empfohlen. Die EU-Kommission muss dem noch zustimmen, was aber als Formsache gilt. Die Entscheidung der Kommission soll laut EMA in der kommenden Woche fallen.

Der Empfehlung zufolge sollen bestimmte Covid-19-Patienten unter Auflagen mit Remdesivir behandelt werden dürfen.

Die Empfehlung der EMA gilt für die Behandlung von Erwachsenen und Heranwachsenden ab 12 Jahren. Voraussetzung für eine Behandlung ist, dass der Patient eine Lungenentzündung hat und mit zusätzlichem Sauerstoff versorgt werden muss.

Die EMA hatte bereits Anfang April den Einsatz von Remdesivir für Schwerkranke ohne Behandlungsalternative („Compassionate use“) empfohlen. Eine internationale Studie mit über 1.000 Teilnehmern wies Ende April nach, dass Remdesivir bei Covid-19-Patienten die Zeit bis zu einer Genesung im Schnitt um vier Tage verkürzen kann - von 15 auf 11 Tage. Die Sterblichkeit ging in der Untersuchung geringfügig zurück, was statistisch jedoch nicht signifikant war.


ARCHIV - 08.04.2020, Hamburg: Eine Ampulle des Medikamentes Remdesivir liegt während einer Pressekonferenz am Universitätsklinikum Eppendorf (UKE) auf dem Tisch. (zu dpa "US-Experte Fauci: Studienergebnisse zu Corona-Wirkstoff sehr positiv") Foto: Ulrich Perrey/dpa-POOL/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
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Die USA hatten bereits Anfang Mai eine Ausnahmegenehmigung für den begrenzten Einsatz des Wirkstoffes in Krankenhäusern erteilt. Auch in Deutschland war das Mittel bislang schon innerhalb eines Arzneimittel-Härtefallprogramms zugänglich und wird in klinischen Studien getestet. In Luxemburg wurden in Kooperation mit französischen Krankenhäusern Studien mit Remdesivir durchgeführt. Wie aus Parlamentsunterlagen hervorgeht, hat das Großherzogtum zudem Vorräte des Medikaments angelegt, die bei Bedarf mobilisiert werden könnten.

Medikament bislang nicht uneingeschränkt zugelassen

Remdesivir wurde ursprünglich zur Behandlung von Ebola entwickelt, zeigte aber eine zu geringe Wirkung. Es ist bislang in keinem Land der Welt uneingeschränkt als Medikament zugelassen. Bislang gibt es keine Impfung gegen das neuartige Corona-Virus und auch keine zuverlässige zugelassene medikamentöse Therapie. 


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Die für Medikamente in der EU zuständige Behörde hatte am 30. April angesichts der medizinischen Notlage ein Schnellverfahren für die Zulassung von Remdesivir gestartet. Dabei reicht der Antragsteller Daten aus Studien und Laboruntersuchungen nach und nach ein. Diese werden dann zeitnah bewertet. Sobald die Daten komplett sind, wird der Zulassungsantrag gestellt. Remdesivir wird vom US-Biotech-Unternehmen Gilead Sciences hergestellt. Den offiziellen Antrag auf die begrenzte Zulassung von Remdesivir auf dem europäischen Markt hatte Gilead Anfang Juni gestellt.


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