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Corona-Impfstoff von Moderna erhält Notfallzulassung in den USA
International 3 Min. 19.12.2020 Aus unserem online-Archiv

Corona-Impfstoff von Moderna erhält Notfallzulassung in den USA

Der Impfstoff von Moderna erhielt eine Notfallzulassung.

Corona-Impfstoff von Moderna erhält Notfallzulassung in den USA

Der Impfstoff von Moderna erhielt eine Notfallzulassung.
Foto: AFP
International 3 Min. 19.12.2020 Aus unserem online-Archiv

Corona-Impfstoff von Moderna erhält Notfallzulassung in den USA

Ein zweiter Corona-Impfstoff ist in den USA zugelassen worden: Nun hat auch das Vakzin vom US-Unternehmen Moderna eine Zulassung bekommen.

(dpa) - Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat dem Corona-Impfstoff des Pharma-Unternehmens Moderna eine Notfallzulassung erteilt. Das teilte die FDA am Freitag (Ortszeit) mit. Schon am Montag könnte mit dem Einsatz des Präparats begonnen werden, hatten Regierungsbeamte bereits in den vorangegangenen Tagen erklärt. Sie rechneten damit, dass nach der Zulassung sofort knapp sechs Millionen Impfdosen im Land verteilt werden könnten. Noch vor Jahresende könnten in den USA laut Unternehmensangaben 20 Millionen Einheiten verfügbar sein. Für den vollen Immunschutz sind zwei davon pro geimpfter Person im Abstand von 28 Tagen nötig.

Ein Beratergremium hatte am Donnerstag der FDA grünes Licht für die Notfallzulassung des Corona-Impfstoffs des US-Konzerns gegeben. Auf Basis der bisher verfügbaren Informationen seien die Vorteile des Präparats im Einsatz bei Menschen ab 18 Jahren größer als die Risiken, erklärten 20 Fachleute bei einem per Video-Schalte abgehaltenen Treffen. Es gab eine Enthaltung. In der EU soll am 6. Januar über einen Einsatz entschieden werden. 

„Gratulation, der Moderna-Impfstoff ist jetzt verfügbar“, twitterte US-Präsident Donald Trump wenige Minuten nach der Erklärung der FDA. Experten hatten allerdings immer wieder erklärt, dass zunächst besonders Schutzbedürftige die Impfung bekommen und es noch Monate dauern könnte, bis genug Mittel für die breite Bevölkerung bereitstehen. 

Das Unternehmen mit Sitz in Cambridge im US-Bundesstaat Massachusets erwartet für die ersten drei Monate des kommenden Jahres eine Produktion von 100 bis 125 Millionen Impfdosen des Vakzins mit dem Namen „mRNA-1273“. Davon sollen 15 bis 25 Millionen außerhalb der USA zur Verfügung stehen. Insgesamt rechnet der Konzern damit, dass er 2021 weltweit bis zu einer Milliarde Impfdosen herstellen kann. 


A syringe is filled from a vial of the Pfizer-BioNTech Covid-19 vaccine as it is prepared to be administered to front-line health care workers under an emergency use authorization at a drive up vaccination site from Renown Health in Reno, Nevada on December 17, 2020. (Photo by Patrick T. Fallon / AFP)
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Moderna hatte Ende November auf Grundlage seiner entscheidenden Phase-III-Studie mitgeteilt, dass sein Impfstoff eine Wirksamkeit von 94,1 Prozent habe. Daten aus einer sogenannten Phase-I-Studie zeigten einer Veröffentlichung im „New England Journal of Medicine“ („NEJM“) zufolge zudem, dass die durch den Impfstoff ausgelöste Immunantwort mehrere Monate deutlich im Blut nachweisbar sei. Das Ergebnis könnte darauf hindeuten, dass die Moderna-Impfung über einen längeren Zeitraum Schutz gegen Covid-19 bietet. Ein Nachweis ist das aber nicht.

In den Tests gab es nur geringe Nebenwirkungen - allerdings fehlen wegen der nur wenige Monate langen Erprobungszeit noch längerfristige Daten zur Sicherheit des Präparats und Detailinformationen zu anderen Bevölkerungsgruppen.


dpatopbilder - 08.12.2020, Großbritannien, London: Ein Mitglied des medizinischen Personals hält am ersten Tag des größten Impfprogramms in der Geschichte Großbritanniens im Londoner Guy's Hospital eine Ampulle mit dem Pfizer/Biontech Corona-Impfstoff in der Hand. In Großbritannien rollt die größte Impfkampagne in der Geschichte des Landes an. Bewohner von Pflegeheimen, medizinisches Personal, alte und gesundheitlich gefährdete Menschen sollen als erste geimpft werden. Foto: Victoria Jones/PA Wire/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
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Vor rund einer Woche hatte bereits ein vom Mainzer Pharma-Unternehmen Biontech und seinem US-Partner Pfizer entwickelter Corona-Impfstoff eine Notfallzulassung der Behörde bekommen. Er wird seit Montag in den USA eingesetzt, braucht aber eine aufwendigere Kühlung als das Moderna-Präparat. Beide sind ein sogenannter RNA-Impfstoff und enthalten genetische Informationen des Erregers, aus denen der Körper ein Viruseiweiß herstellt. Ziel der Impfung ist es, den Körper zur Bildung von Antikörpern gegen dieses Protein anzuregen, um die Viren abzufangen, bevor sie in die Zellen eindringen und sich vermehren.

Einige weitere Hersteller wie AstraZeneca und Johnson & Johnson stecken gerade in der dritten Phase der Erprobung ihrer Impfstoffe. Dabei bekommt die eine Hälfte von mehreren zehntausend Probanden das Präparat, die andere erhält ein wirkungsloses Placebo. Niemand erfährt, zu welcher Gruppe er zählt und die Wissenschaftler vergleichen, ob sich die tatsächlich Geimpften im Alltag signifikant seltener anstecken.


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