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Corona: Helden brauchen Masken
International 2 Min. 20.03.2020 Aus unserem online-Archiv

Corona: Helden brauchen Masken

In verschiedenen Kleiderfabriken stellen die Mitarbeiter nun Atemschutzmasken her.

Corona: Helden brauchen Masken

In verschiedenen Kleiderfabriken stellen die Mitarbeiter nun Atemschutzmasken her.
Foto: AFP
International 2 Min. 20.03.2020 Aus unserem online-Archiv

Corona: Helden brauchen Masken

Wo aber Gefahr ist, wächst das Rettende auch: Spanische Näherinnen, Kleinbetriebe, Großkonzerne versuchen dem Mangel an Schutzausrüstung in der Covid-19-Krise zu begegnen.

Von LW-Korrespondent Martin Dahms (Madrid)

Am Mittwoch brach der Direktor des Gesundheitsdienstes von Aragón, Javier Marión, während einer Pressekonferenz in Tränen aus, als er all denen Dank sagte, die sich der Ausbreitung des Corona-Virus entgegenstellen. Natürlich denen an der Front, den Ärzten und Pflegern. Aber auch den Unternehmen und Privatleuten… da versagte seine Stimme.

Die Zahlen vom Freitag: 19.980 positiv Getestete, 1.002 Tote, 1.141 Patienten auf der Intensivstation. Eine 52-jährige Krankenschwester starb in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag in Bilbao. Sie ist das erste Todesopfer dieser Epidemie unter den spanischen Gesundheitsarbeitern.

Dreischichtbetrieb   

Es gibt nicht genug Schutzmaterial. Allein das Madrider Hospital La Paz, das größte Krankenhaus Spaniens, braucht täglich 30.000 OP-Masken, sagt ein Sprecher der Regionalregierung zur Netzzeitung "El Confidencial". Die Regionalpräsidentin Isabel Díaz Ayuso schlägt den Bedarf Madrids und dessen Umlandes für die kommenden Wochen mit 14 Millionen Masken an. Abgesehen von allem anderen Schutzmaterial.

In Spanien, und nicht nur dort, fehlt es an Schutzmasken.
In Spanien, und nicht nur dort, fehlt es an Schutzmasken.
Foto: AFP

Die spanischen Maskenhersteller, Diseños NT aus Andalusien und Nueva Sibol aus dem Baskenland, haben auf Dreischichtbetrieb umgestellt. Ihre Maschinen laufen heiß. So kann Diseños NT 80.000 Masken täglich herstellen und Nueva Sibol 16.000.

Der größte Maskenproduzent der Welt ist, nach eigenen Angaben, der chinesische Elektroautobauer BYD mit einer Kapazität von fünf Millionen Masken täglich. Überall auf der Welt haben sich Betriebe umgestellt, um das herzustellen, was jetzt gebraucht wird.

Schutzmaterial herstellen

Am Mittwoch gab der größte Bekleidungshändler der Welt, Inditex, aus dem nordwestspanischen Galicien, seine Zahlen fürs abgelaufene Geschäftsjahr bekannt. Der Mutterkonzern der Modekette Zara machte so viel Gewinn wie nie und so viel Umsatz wie nie. Der bricht nun wegen der Corona-Virus-Krise gerade ein. 

In den Fabriken werden nun OP-Kittel und anderes Schutzmaterial hergestellt.
In den Fabriken werden nun OP-Kittel und anderes Schutzmaterial hergestellt.
Foto: AFP

Das macht Kapazitäten frei: um Masken aus China herbeizuschaffen. Und um in den spanischen Fabriken OP-Kittel und anderes Schutzmaterial herzustellen. Die Produktion soll demnächst anlaufen.


ARCHIV - 10.03.2018, Chile, Santiago: Juan Carlos, ehemaliger König von Spanien, kommt in die Diplomatische Akademie Chiles. Angesichts der neuen Finanzaffäre um den spanischen Altkönig Juan Carlos verlangen immer mehr Spanier eine Spende des umstrittenen Geldes für Hilfen in der Corona-Krise. (zu dpa "Finanzskandal um Juan Carlos: Spanier fordern Spende in Corona-Krise") Foto: Francisco Flores Seguel/Agencia Uno/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Finanzskandal um Juan Carlos: Spanier fordern Spende in Corona-Krise
Altkönig Juan Carlos soll im Jahr 2008 Schmiergelder in Höhe von 100 Millionen US-Dollar aus Saudi-Arabien angenommen haben.

Eine Sofafabrik aus der Mittelmeerregion Murcia, Fama Sofás, hat vor ein paar Tagen schon umgestellt. Sie baut keine Sofas mehr, sondern Schutzmasken. Der Unterstoff der Sofas eignet sich ideal dafür. Die Arbeiter sind mit Herzblut bei der Sache. „Ich habe Kollegen bei der Arbeit weinen gesehen“, erzählt José Mateo, der Informatiker des Unternehmens, einem "Confidencial"-Reporter.

"Alle Welt will mitmachen“  

Hersteller von Arbeitsbekleidung und Modeateliers haben dieser Tage begonnen, Masken und Schutzkleidung herzustellen. Manchmal ist es die Regierung, die den Anstoß gibt, manchmal sind es die Betriebe selbst. In Elda in der Mittelmeerprovinz Alicante haben sich Näherinnen, die sonst für die Schuhindustrie im benachbarten Elche arbeiten, per Whatsapp verabredet, ab sofort Schutzmasken zu nähen. 


Ursula von der Leyen gab sich während der Pressekonferenz entschlossen.
Die EU und das Corona-Virus: Jeder für sich?
Der mühsame Versuch, innerhalb der EU den Kampf gegen das Corona-Virus zu koordinieren.

Maria Luisa, die Initiatorin, erzählt der Zeitung El País: „Du brauchst nur Geschicklichkeit. Ein bisschen Übung hilft natürlich. Alle Welt will mitmachen.“ Die Helden brauchen Masken.

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