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Clinton scheitert am Wahlmänner-System
International 09.11.2016 Aus unserem online-Archiv
Mehr Stimmen und doch verloren

Clinton scheitert am Wahlmänner-System

Die "popular vote" während der Auszählung. Am Ende gewann hier Clinton - nur nützte es ihr nichts.
Mehr Stimmen und doch verloren

Clinton scheitert am Wahlmänner-System

Die "popular vote" während der Auszählung. Am Ende gewann hier Clinton - nur nützte es ihr nichts.
Foto: AFP
International 09.11.2016 Aus unserem online-Archiv
Mehr Stimmen und doch verloren

Clinton scheitert am Wahlmänner-System

Tom RÜDELL
Tom RÜDELL
Die meisten Wählerstimmen erhalten, aber trotzdem nicht US-Präsident geworden - das amerikanische Wahlsystem macht es möglich. Hillary Clinton ist die fünfte Kandidatin in der Geschichte der USA, der das passiert.

(dpa) - Kuriosum des amerikanischen Wahlsystems: Hillary Clinton erreichte in der so genannten "popular vote", also in der Summe der gezählten Einzelstimmen, ungefähr 200.000 Stimmen mehr als Donald Trump. Der allerdings konnte mehr Wahlmännerstimmen der Bundesstaaten auf sich vereinen - 271 sind nötig, um die Wahl für sich zu entscheiden. Und damit ist er der Gewinner.

In der Geschichte der USA war diese Konstellation vor Trumps Wahlsieg nur vier Mal der Fall, zuletzt bei der umstrittenen Wahl von George W. Bush im Jahr 2000:

1824 - John Quincy Adams wird Präsident der Vereinigten Staaten, obwohl sein Kontrahent Andrew Jackson mehr Wählerstimmen und auch mehr Wahlmänner auf sich vereinen kann. Dennoch erreicht keiner der Kandidaten im Wahlgremium, dem „Electoral College“, eine Mehrheit. Am Ende entscheidet das Repräsentantenhaus - und wählt Adams. Beide traten für die Demokratisch-Republikanische Partei an.

1876 - Nach einem Streit über den Wahlausgang in mehreren Staaten billigt der Kongress dem Republikaner Rutherford B. Hayes im März 1877 alle strittigen Sitze zu und verschafft ihm damit die Mehrheit der Wahlmänner. Sein Gegenüber, der Demokrat Samuel J. Tilden, hatte jedoch die absolute Mehrheit der Wählerstimmen.

1888 - Der republikanische Kandidat Benjamin Harris gewinnt die US-Wahl. Er hat 233 Wahlmänner hinter sich, Demokrat Grover Cleveland nur 168. Doch bei den Wählerstimmen liegt Cleveland knapp vor dem Republikaner.

2000 - Der Republikaner George W. Bush wird mit 271 zu 266 Wahlmännern der 43. US-Präsident - nach Wochen des juristischen Tauziehens um den entscheidenden Bundesstaat Florida. Rund 540 000 mehr Wählerstimmen erhält allerdings der Demokrat Al Gore.


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