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Chirac zu zwei Jahren auf Bewährung verurteilt
International 15.03.2012 Aus unserem online-Archiv

Chirac zu zwei Jahren auf Bewährung verurteilt

Jacques Chirac wurde am Donnerstag im Prozess um Scheinarbeitsverhältnisse schuldig gesprochen.

Chirac zu zwei Jahren auf Bewährung verurteilt

Jacques Chirac wurde am Donnerstag im Prozess um Scheinarbeitsverhältnisse schuldig gesprochen.
Foto: afp
International 15.03.2012 Aus unserem online-Archiv

Chirac zu zwei Jahren auf Bewährung verurteilt

Der Prozess gegen den französischen Ex-Präsidenten Jacques Chirac ist mit einem Schuldspruch wegen Veruntreuung und Vertrauensbruchs zu Ende gegangen. Der Richter folgte damit am Donnerstag nicht dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Sie hatte Ende September einen Freispruch gefordert.

(dpa). - Ein Pariser Gericht hat den französischen Ex-Präsidenten Jacques Chirac zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren verurteilt. Dem 79-Jährigen wird Veruntreuung und Vertrauensbruch während seiner Zeit als Pariser Bürgermeister vor mehr als zwei Jahrzehnten zur Last gelegt. Er ist der erste französische Präsident überhaupt, der sich jemals vor einem Gericht verantworten musste. Die Staatsanwaltschaft hatte Ende September Freispruch gefordert, da sich keine Straftat nachweisen lasse.

Chiracs Anwalt Georges Kiejman betonte im Nachrichtensender BFM-TV, er wolle mit seinem Mandanten zunächst die Begründung des Urteils studieren. Danach werde über die weiteren Schritte entschieden.„ Wir werden heute Abend sehen, ob er das Urteil anerkennen wird.“ Der Anwalt der Nebenkläger, Jérôme Karsenti, sprach von einer„ historischen Entscheidung der Justiz“.

Gesundheitliche Probleme

In dem Prozess ging es um insgesamt 28 Jobs, die zu Chiracs Zeiten als Bürgermeister von Paris aus der Kasse der Stadt bezahlt wurden. Die Beschäftigten sollen nur zum Schein angestellt worden sein, aber tatsächlich für Chiracs Partei gearbeitet oder gar keine Gegenleistung erbracht haben.

Chirac brauchte wegen gesundheitlicher Probleme nicht selber vor Gericht erscheinen. Er war während seiner Amtszeit vor jeder Strafverfolgung geschützt und hat bisher stets illegale Tätigkeiten bestritten. Die Anklage wurde erst nach seinem Ausscheiden aus dem Amt möglich.