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Chinas früherer Staats- und Parteichef Jiang Zemin gestorben
International 30.11.2022
Mit 96 Jahren

Chinas früherer Staats- und Parteichef Jiang Zemin gestorben

Jiang Zemin war 13 Jahre Chinas Staatsoberhaupt und Vorsitzender der Kommunistischen Partei.
Mit 96 Jahren

Chinas früherer Staats- und Parteichef Jiang Zemin gestorben

Jiang Zemin war 13 Jahre Chinas Staatsoberhaupt und Vorsitzender der Kommunistischen Partei.
Foto: AFP
International 30.11.2022
Mit 96 Jahren

Chinas früherer Staats- und Parteichef Jiang Zemin gestorben

Auch lange nach seinem Rückzug aus politischen Ämtern übte Jiang Zemin viel Macht aus. Staatsmedien würdigen ihn dennoch jetzt als großen Führer.

(dpa) - Der frühere chinesische Staats- und Parteichef Jiang Zemin ist im Alter von 96 Jahren gestorben. Wie die staatliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua berichtete, starb der frühere Präsident am Mittwochmittag (Ortszeit) infolge einer Leukämie-Erkrankung und nach mehrfachem Organversagen. Alle Rettungsversuche seien fehlgeschlagen, hieß es weiter.


TOPSHOT - Protesters march along a street during a rally for the victims of a deadly fire as well as a protest against China's harsh Covid-19 restrictions in Beijing on November 28, 2022. - A deadly fire on November 24, 2022 in Urumqi, the capital of northwest China's Xinjiang region, has become a fresh catalyst for public anger, with many blaming Covid lockdowns for hampering rescue efforts, as hundreds of people took to the streets in China's major cities on November 27, 2022 to protest against the country's zero-Covid policy in a rare outpouring of public anger against the state. Authorities deny the claims. (Photo by Noel CELIS / AFP)
„China ist ein Land, keine Partei!“
In Peking sind erstmals seit Jahrzehnten wieder tausende Menschen auf die Straßen gezogen. Ihr Protest erfasst nahezu das gesamte Land.

In den vergangenen Wochen hatte es bereits Gerüchte gegeben, dass es ihm schlecht gehe oder er gestorben sein könnte. „Genosse Jiang Zemin“ wurde in der Todesnachricht der Staatsagentur als „herausragender Führer mit hohem Prestige“ gewürdigt. Er sei ein „großer Marxist und großer proletarischer Revolutionär“ gewesen.

Der am 17. August 1926 geborene Jiang Zemin war von 1989 bis 2002 Generalsekretär der Kommunistischen Partei und von 1993 bis 2003 auch Präsident. Nach der blutigen Niederschlagung der Demokratiebewegung am 4. Juni 1989 und dem Sturz des reformerischen Parteichefs Zhao Ziyang war der damalige Bürgermeister von Shanghai zum neuen Parteiführer erhoben worden.

„Starker Mann“ im Hintergrund

In der offiziellen Würdigung war vage von dem damaligen „ernsten politischen Aufruhr“ Ende der 80er und Anfang der 90er Jahre in China und in der Welt die Rede. Es wurde indirekt auch auf den Zusammenbruch der Sowjetunion hingewiesen. An diesem „historischen Scheideweg“ habe Jiang Zemin die Partei, das Militär und das Volk angeführt, um den Sozialismus chinesischer Prägung voranzubringen.


Police keep watch on a road by the Liangma River, where recent protests took place for victims of a deadly fire as well as against China's harsh Covid-19 restrictions, in Beijing on November 29, 2022. - China's major cities of Beijing and Shanghai were blanketed with security on November 29 in the wake of nationwide rallies calling for political freedoms and an end to Covid lockdowns. (Photo by Noel CELIS / AFP)
Chinas Parteiführung warnt vor neuen Protesten
Eine Abkehr von den harten Null-Covid-Maßnahmen gibt es in China nicht. Die Parteiführung mahnt das Volk, seinen Unmut nicht auf die Straße zu tragen.

Auch nach seinem Rückzug aus öffentlichen Ämtern übte der Senior noch lange beträchtlichen Einfluss hinter den Kulissen aus, etwa ab 2002 auf die Führungsgeneration mit Hu Jintao. Er zog als „starker Mann“ im Hintergrund oft die Fäden. Allerdings gehörte der neue Staats- und Parteichef Xi Jinping nicht zu seiner politischen Seilschaft. Viele seiner Gefolgsleute fielen der Anti-Korruptions-Kampagne von Xi Jinping zum Opfer. Kritiker warfen dem heutigen Staats- und Parteichef vor, sich damit seiner Gegner entledigt zu haben.

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