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China/Tiananmen: Panzer gegen Demonstranten
International 2 04.06.2014 Aus unserem online-Archiv

China/Tiananmen: Panzer gegen Demonstranten

International 2 04.06.2014 Aus unserem online-Archiv

China/Tiananmen: Panzer gegen Demonstranten

Knapp 50 Jahre nach Ausrufung der Volksrepublik auf dem Platz des „Himmlischen Friedens“ (Tiananmen) erlebte China vor 25 Jahren am selben Ort eine seiner dunkelsten Stunden.

In Peking und vielen anderen Städten Chinas waren im Frühjahr 1989 Studenten und Arbeiter auf die Straße gegangen, in der Hoffnung, dass die 1978 von Chinas starkem Mann, Deng Xiaoping, eingeleitete Öffnung der sozialistischen Planwirtschaft eine Entsprechung in politischen Reformen fände. Dengs „vier Modernisierungen“ sollte eine „fünfte Modernisierung“ folgen.

Ende April waren eine Million Menschen auf den Tiananmen-Platz gekommen. Die Demonstranten hofften, dass die Führung selbst eine politische Öffnung auf den Weg bringen würde.

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Diese Hoffnung wurde bitter enttäuscht. Nach wochenlangem friedlichem Protest spitzte sich die Lage zu. Auf Geheiß Dengs walzten Panzer unbewaffnete Demonstranten nieder. Mit dem Befehl zum Einsatz der Volksbefreiungsarmee gegen das eigene Volk brach der greise Reformer ein Tabu. Der Architekt des „chinesischen Wirtschaftswunders“ wurde zum „Schlächter von Tiananmen“.

25 Jahre, nachdem die Demokratiebewegung auf dem Tiananmen-Platz ein blutiges Ende fand, ist das Thema noch immer tabu. Bis heute scheut sich Chinas Führung davor, die Ereignisse vor 25 Jahren aufzuarbeiten. Jede Diskussion über bürgerliche Freiheiten und demokratische Rechte außerhalb der Partei wird im Keim erstickt. So sind zum Jahrestag mehr als 60 Dissidenten unter Hausarrest gestellt oder in Haft genommen worden.

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Lesen Sie  mehr zum Jahrestag der Niederschlagung, sowie ein Interview mit einem der damaligen Studentenführer auf den "Fokus" - Seiten des Luxemburger Wort von Mittwoch.