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Chemiewaffen-Organisation bestätigt Nervengift bei Nawalny
International 2 Min. 06.10.2020 Aus unserem online-Archiv

Chemiewaffen-Organisation bestätigt Nervengift bei Nawalny

Chemiewaffen-Organisation bestätigt Nervengift bei Nawalny

Foto: Reuters/LW.Archiv
International 2 Min. 06.10.2020 Aus unserem online-Archiv

Chemiewaffen-Organisation bestätigt Nervengift bei Nawalny

Kremlgegner Nawalny bricht zusammen. Vergiftet. Spuren von Nowitschok findet ein Bundeswehrlabor. Nun sagt auch die OPCW: Es war ein verbotener Kampfstoff. Es werden Konsequenzen gefordert.

(dpa) - Die Chemiewaffen-Kontrollbehörde hat bestätigt, dass der russische Kremlgegner Alexej Nawalny mit einem chemischen Nervengift der Nowitschok-Gruppe vergiftet wurde. Spuren von verbotenen chemischen Stoffen seien in Nawalnys Blut und Urin gefunden worden, teilte die Organisation für ein Verbot der Chemiewaffen (OPCW) am Dienstag in Den Haag mit. Die Ergebnisse der von der OPCW beauftragten Referenzlabore stimmten mit den Ergebnissen überein, die bereits durch Speziallabore in Deutschland, Schweden und Frankreich erzielt worden seien, sagte der Sprecher der Bundesregierung, Steffen Seibert, in Berlin.

„Damit bestätigt sich erneut der zweifelsfreie Nachweis, dass Alexej Nawalny Opfer eines Angriffs mit einem chemischen Nervenkampfstoff der Nowitschok-Gruppe geworden ist“, hieß es in einer Mitteilung. „Die Bundesregierung erneuert ihre Aufforderung an Russland, sich zu den Geschehnissen zu erklären.“


(COMBO) This combination of pictures created on October 1, 2020 shows Russian opposition leader Alexei Navalny (L, on January 16, 2018 in Moscow) and Russian President Vladimir Putin (on July 4, 2019 in Rome). - Russian opposition leader Alexei Navalny has accused President Vladimir Putin of being behind his poisoning, in his first interview published since he left the German hospital where he was treated. "I assert that Putin is behind this act, I don't see any other explanation," he told the German weekly Der Spiegel, which published extracts from the interview on its website Thursday, October 1, 2020. (Photos by Mladen ANTONOV and Tiziana FABI / AFP)
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Die deutsche Bundesregierung prüft den Angaben zufolge derzeit den Bericht der OPCW zu der Analyse. Über die nächsten Schritte werde es in den kommenden Tagen im Exekutivrat der Kontrollbehörde und im Kreis der EU-Partner einen engen Austausch geben. „Jeder Einsatz von Chemiewaffen ist ein gravierender Vorgang und kann nicht ohne Konsequenzen bleiben“, teilte Seibert mit.

Der Generaldirektor der OPCW, Fernando Arias, erklärte, dass diese Ergebnisse „äußerst besorgniserregend“ seien. Ähnlich äußerten sich Vertreter westlicher Staaten auf der Tagung des Exekutivrates in Den Haag. „Jeder Einsatz einer verbotenen Chemiewaffe ist für alle ein Anlass großer Sorge“, erklärte der Vertreter Großbritanniens. Russland wurde aufgefordert, den Fall umfassend zu untersuchen. Auch Deutschland forderte eine Erklärung von Moskau, „wie ein chemisches Nervengas in einem rücksichtslosen Akt gegen einen russischen Bürger auf russischem Boden eingesetzt werden konnte“.


(FILES) This file photo taken on December 26, 2019 shows Russian opposition leader Alexei Navalny standing near law enforcement agents in a hallway of a business centre, which houses the office of his Anti-Corruption Foundation (FBK), in Moscow. - The German government said Monday, September 14, 2020 that laboratories in France and Sweden have confirmed its own findings that Russian opposition leader Alexei Navalny was poisoned with a Novichok nerve agent. (Photo by Dimitar DILKOFF / AFP)
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Kritik an der OPCW-Analyse kam aus Russland. Der Außenpolitiker Leonid Sluzki sagte der Agentur Interfax zufolge, die Schlussfolgerungen seien politisch voreingenommen. „Sie bestätigen lediglich das, was die Organisatoren der größten russenfeindlichen Provokation mit dem Namen Nawalnys hören wollten.“

Nawalny war am 20. August während eines Inlandsflugs in Russland zusammengebrochen. Nach einer Notlandung in der sibirischen Stadt Omsk wurde er zur weiteren Behandlung nach Berlin gebracht. Der 44-Jährige hat das Krankenhaus mittlerweile verlassen und macht in der deutschen Hauptstadt eine Reha-Maßnahme. Der Oppositionelle ist einer der schärfsten Kritiker des russischen Präsidenten Wladimir Putin.

Die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union wollen sich bei ihrem nächsten Gipfel in der kommenden Woche erneut mit dem Fall befassen. Dann könnte es auch um eine gemeinsame Reaktion der 27 Mitgliedstaaten gehen.


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