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CDU entscheidet über Merkel-Nachfolge an der Parteispitze
International 07.12.2018 Aus unserem online-Archiv

CDU entscheidet über Merkel-Nachfolge an der Parteispitze

Annegret Kramp-Karrenbauer (l.), Kandidatin für den Parteivorsitz und Bundeskanzlerin Angela Merkel.

CDU entscheidet über Merkel-Nachfolge an der Parteispitze

Annegret Kramp-Karrenbauer (l.), Kandidatin für den Parteivorsitz und Bundeskanzlerin Angela Merkel.
Michael Kappeler/dpa
International 07.12.2018 Aus unserem online-Archiv

CDU entscheidet über Merkel-Nachfolge an der Parteispitze

Nach wochenlangem Wahlkampf und acht Regionalkonferenzen kommt es zum Showdown: 1001 Delegierte entscheiden, wer Angela Merkel an der Parteispitze ablöst. Die Wunschkandidatin der Kanzlerin oder ihr alter Gegenspieler?

(dpa) - Das Ende einer Ära und ein Neubeginn: An diesem Freitag will die CDU auf einem Bundesparteitag in Hamburg ihren neuen Vorsitzenden oder ihre neue Vorsitzende wählen - nach mehr als 18 Jahren Angela Merkel an der Spitze. Zur Wahl stehen Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer, der frühere Unionsfraktionschef Friedrich Merz und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, wobei letzterer als chancenlos gilt. Auf dem Parteitag können aber auch noch weitere Kandidaten vorgeschlagen werden.

Friedrich Merz.
Friedrich Merz.
Michael Kappeler/dpa

Erstmals seit 1971 entscheiden die CDU-Delegierten bei der Wahl ihres Vorsitzenden zwischen mehreren Kandidaten. Die Noch-Parteichefin begrüßte den Wettbewerb: „Das ist Demokratie pur, wenn Auswahl besteht“, sagte Merkel bei einem Hallenrundgang am Donnerstag. Merkel wird zwar den CDU-Vorsitz abgeben, aber weiter Kanzlerin bleiben.

Kopf-an-Kopf-Rennen erwartet

Viele in der Union erwarten ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Merz und Kramp-Karrenbauer, möglicherweise eine Stichwahl. Fraktionschef Ralph Brinkhaus erklärte der Deutschen Presse-Agentur in Berlin, er könne keinen klaren Favoriten ausmachen. „Es wird ein ganz knappes Rennen. Es wird mitentscheidend sein, wer die Gunst der Stunde auf dem Parteitag am besten für sich nutzen kann. Die letzten Meter in dem Rennen werden entscheiden.“

Jens Spahn.
Jens Spahn.
AFP

SPD-Chefin Andrea Nahles zeigte sich zuversichtlich, dass die Bundesregierung aus SPD und Union ungeachtet der Wahl einer neuen CDU-Führung nicht in eine weitere Krise rutschen wird. In den vergangenen Wochen sei die Stimmung in der großen Koalition gut gewesen, nach ihrem Eindruck hätten sich alle sehr um eine konstruktive Zusammenarbeit bemüht, sagte Nahles am Donnerstagabend in Bremen.

Die Stimmung zwischen den beiden Top-Kandidaten hatte sich kurz vor dem Parteitag spürbar verschärft. Indem Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble eine direkte Wahlempfehlung für seinen Vertrauten Merz abgegeben hat, habe er „den Damm gebrochen“, kommentierte Peter Altmaier. Der als Merkel-Unterstützer bekannte Wirtschaftsminister outete sich am Donnerstag denn auch selbst als Fan von Kramp-Karrenbauer.

Neben dem Vorsitzenden, den fünf Stellvertretern, dem Schatzmeister und fünf weiteren Präsidiumsmitgliedern werden in Hamburg auch 26 Mitglieder des Bundesvorstands sowie 19 Beisitzer gewählt. CDU-Bundesgeschäftsführer Klaus Schüler erklärte, die Wahl der gesamten Parteispitze könne schon am Freitag, dem ersten Tag des Kongresses, abgeschlossen werden. Offen ist, ob die 1001 Delegierten auch schon einen neuen Generalsekretär wählen werden. Das entscheidet der neue Parteichef. 


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