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CDU-Bundesvorstand für Laschet als Kanzlerkandidaten
International 3 Min. 20.04.2021

CDU-Bundesvorstand für Laschet als Kanzlerkandidaten

Armin Laschet, CDU-Bundesvorsitzender und Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, wird jetzt auch Kanzlerkandidat.

CDU-Bundesvorstand für Laschet als Kanzlerkandidaten

Armin Laschet, CDU-Bundesvorsitzender und Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, wird jetzt auch Kanzlerkandidat.
Foto: Michael Kappeler/dpa
International 3 Min. 20.04.2021

CDU-Bundesvorstand für Laschet als Kanzlerkandidaten

Laschet oder Söder? Nach einer harten Auseinandersetzung zwischen den beiden Parteivorsitzenden hat der CDU-Bundesvorstand die Frage entschieden. Er erhielt zuvor vom CSU-Präsidium quasi freie Hand.

(dpa) - Der CDU-Vorsitzende Armin Laschet soll nach dem Willen des Bundesvorstandes seiner Partei Kanzlerkandidat der Union werden. Das hat das Führungsgremium in der Nacht zum Dienstag in einer digitalen Sondersitzung entschieden. Nach mehr als sechsstündigen Beratungen stimmten 31 Vorstandsmitglieder für Laschet und 9 für seinen Kontrahenten, CSU-Chef Markus Söder. Es gab 6 Enthaltungen, wie ein Parteisprecher mitteilte.

Damit ist der tagelange nervenaufreibende Machtkampf um den Spitzenposten für die Bundestagswahl im September voraussichtlich entschieden, weil die CSU diese Frage zuvor in die Hand der CDU gelegt hatte. Dies entscheide die CDU jetzt „souverän“, sagte der CSU-Vorsitzende Markus Söder in München. „Wir als CSU und auch ich respektieren jede Entscheidung.“


WDR Fernsehen WDR-DOK, "Duelle - Helmut Kohl gegen Franz Josef Strauß", Ein Film von Michael Wech, am Montag (29.03.10) um 23:15 Uhr.
Bundeskanzler Helmut Kohl und der bayerische Ministerpräsident und CSU-Vorsitzende Franz Josef Strauß (r) während des 34. CDU-Bundesparteitags am 07.10.1986 in Mainz.
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Der Kampf ums deutsche Kanzleramt war schon immer speziell - aber noch nie hatten drei eine reelle Chance.

Die CDU errechnete aus den Stimmen ein Ergebnis von 77,5 Prozent für Laschet und von 22,5 Prozent für Söder. Laschet hatte zum Auftakt des Online-Sondertreffens seine Bereitschaft zur Kanzlerkandidatur bekräftigt. „Es geht um die besten Antworten auf die drängenden Zukunftsfragen. Und ich bin bereit, für uns die Kandidatur zu übernehmen“, sagte er nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. „Wir sind heute in der Verantwortung, ein Zeichen zu setzen, wo der Wahlkampf hingeht.“ Viele Mitglieder hätten ihm in den vergangenen Tagen gesagt, er müsse „stehen“, und ihn unterstützt.

Aufruf zur Transparenz

Der Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen betonte demnach, er wolle jeden ermutigen, in der Runde offen seine Meinung zu sagen. Laschet wurde mit den Worten zitiert: „Nur wenn wir offen, ganz transparent sind, haben wir eine Chance, gestärkt in die nächsten Wochen und in den Wahlkampf zu gehen.“

Laschet plädierte für eine Entscheidung noch in der laufenden Vorstandssitzung. Nachdem der Berliner CDU-Chef Kai Wegner dafür geworben hatte, die Entscheidung zu verschieben und ein Votum der Bundestagsfraktion und der Kreisvorsitzenden herbeizuführen, betonte Laschet nach Teilnehmerangaben: „Wir sollten heute entscheiden, wie wir es uns am Anfang vorgenommen haben.“ Die Berliner CDU hatte sich klar für Söder positioniert.


IPO , Cercle  Municipal , Derzeit Chamber , Plenarsaal , Pressekonferenz CSV , Martine Hansen u. Frank Engel , Bewältigung der Coronakrise , Covid-19, Sars-CoV-2 Foto:Guy Jallay/Luxemburger Wort
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Was sich in der CSV in Form einer Dorfposse abspielt, ist ein Phänomen, das die gesamte Christdemokratie in Europa plagt.

Eine schnelle Entscheidung verlangten auch die frühere Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer und Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther. Beide stellten sich Teilnehmern zufolge hinter Laschet. Der Vorstand habe sich vor einer Woche aus guten Gründen für ihn ausgesprochen, das müsse gelten, sagte Günther. Kramp-Karrenbauer warf Söder den Angaben zufolge vor, sich nicht an die Zusage gehalten zu haben, das Votum der CDU vom vergangenen Montag zu akzeptieren. Vieles in den vergangenen Tagen sei ruinös gewesen.

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Seit vorvergangenem Sonntag hatten sich Laschet (60) und Söder (54) eine zunehmend härter werdende Auseinandersetzung geliefert. Dabei führte Söder immer wieder - auch am Montag - seine erheblich besseren Umfragewerte ins Feld, aus denen er größere Erfolgsaussichten bei der Bundestagswahl am 26. September ableitet. Seinen vorläufigen Höhepunkt fand der Machtkampf in der Nacht zum Montag, als Laschet und Söder in einem Bundestagsgebäude rund dreieinhalb Stunden im kleinen Kreis miteinander verhandelten. Auch dieses Gespräch blieb aber ohne Einigung.


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