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Cattenom: Fehlende Sicherheitskontrollen bei Brennstäben
International 21.11.2017 Aus unserem online-Archiv

Cattenom: Fehlende Sicherheitskontrollen bei Brennstäben

Wieder macht das Atomkraftwerk in Cattenom Schlagzeilen.

Cattenom: Fehlende Sicherheitskontrollen bei Brennstäben

Wieder macht das Atomkraftwerk in Cattenom Schlagzeilen.
Foto: Guy Wolff
International 21.11.2017 Aus unserem online-Archiv

Cattenom: Fehlende Sicherheitskontrollen bei Brennstäben

Tom RUEDELL
Tom RUEDELL
Wie die Betreiberfirma EDF am Dienstag mitteilt, fehlt für insgesamt 14 Brennstäbe in den französischen Atomkraftwerken ein Nachweis über korrekte Sicherheitskontrollen ab Werk. Einer davon ist in Cattenom verbaut.

(tom) - Die Betreiberfirma des Atomkraftwerks in Cattenom, EDF, teilt in einem Communiqué mit, dass es Lücken in der Qualitätskontrolle der in Atomkraftwerken verbauten Brennstäbe gebe. Die Herstellerfirma Areva sei bei 14 Brennstäben nicht in der Lage, nachzuweisen, dass alle Sicherheitskontrollen in Bezug auf die Dichtigkeit der Brennstäbe ordnungsgemäß erfolgt seien. 

Von diesen 14 Brennstäben seien elf nicht in Betrieb, jeweils einer sei in den Reaktoren Golfech 2, Flamanville 1 und Cattenom 3 verbaut. Insgesamt verfüge die EDF über 2.600.000 Brennstäbe.

  • Brennstäbe bestehen aus Uran. In Bündeln von mehren Dutzend bis mehreren Hundert bilden sie ein Brennelement. Brennelemente in einem Bad aus Kühlwasser bilden den Kern eines Reaktors. Dabei soll möglichst wenig Kühlwasser direkt mit dem Uran in Kontakt kommen - deshalb ist die Dichtigkeit eines Brennstabes absolute Voraussetzung.

Es habe bei der kontinuierlichen Überwachung des Betriebs aber keine Auffälligkeiten in den betroffenen Reaktoren gegeben, so die EDF. 

Erst am Wochenende war es in Cattenom zu einem Zwischenfall gekommen, bei dem die Feuerwehr ausrücken musste

Abgeschaltete Reaktoren in der Schweiz

Auch in der Schweiz gab es Probleme mit Areva-Brennstäben. Im Atomkraftwerk Leibstadt wurden acht fehlerhafte Brennstäbe entdeckt. Eine Ultraschall-Kontrolle bei der Herstellung habe versagt und den Schaden nicht erkannt, so Areva.  


Das Kraftwerk entschied daraufhin, den betroffenen Reaktor bis Januar stillzulegen und die Brennstäbe zu tauschen. Zu einer Gefährdung von Mensch und Umwelt sei es aber nicht gekommen. Das meldet die "Neue Zürcher Zeitung". 



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