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"Ça va?" Hollandes Frage an Macron beschäftigt die Nation
International 12.11.2020 Aus unserem online-Archiv

"Ça va?" Hollandes Frage an Macron beschäftigt die Nation

Emmanuel Macron begrüßt seinen Amtsvorgänger François Hollande während der Gedenkzeremonie am Triumphbogen in Paris.

"Ça va?" Hollandes Frage an Macron beschäftigt die Nation

Emmanuel Macron begrüßt seinen Amtsvorgänger François Hollande während der Gedenkzeremonie am Triumphbogen in Paris.
Foto: AFP/Yoan Valat
International 12.11.2020 Aus unserem online-Archiv

"Ça va?" Hollandes Frage an Macron beschäftigt die Nation

Jörg TSCHÜRTZ
Jörg TSCHÜRTZ
Am Gedenktag des Waffenstillstands von 1918 tauschen Amtsinhaber und Vorgänger ein paar Worte aus. Ein Fernsehmikrofon lauschte mit.

Kurze Frage, enorme Wirkung: Während der „Armistice“-Zeremonie am Mittwoch in Paris konnten TV-Zuseher zufällig ein privates Gespräch zwischen dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron und seinem Vorgänger François Hollande mitverfolgen. Der kurze Austausch wird auf den sozialen Netzwerken in Frankreich seitdem viel diskutiert.

Obwohl beide Politiker eine Maske trugen, war der Smalltalk unter dem Triumphbogen im Fernsehen teilweise gut zu hören. “Ça va? Pas trop dur en ce moment?", fragte Hollande seinen früheren Berater und Wirtschaftsminister (auf Deutsch: „Wie geht's? Ist es nicht zu hart momentan?“). 

Die Antwort Macrons war nicht ganz verständlich. Der Radiosender France Bleu will folgende Antwort gehört haben: “C'est rien de le dire. Merci d'être là, je serais heureux qu'on en parle" („Das versteht sich von selbst. Vielen Dank, dass Sie hier sind. Ich würde mich freuen, wenn wir darüber redeten.“) 

Süffisanz oder Mitgefühl?

Unklar ist, ob sich eine gewisse Süffisanz in der Frage von Hollande versteckt - oder ob der 66-Jährige echtes Mitgefühl für seinen deutlich jüngeren Nachfolger zeigt. Wie Hollandes wird auch Macrons Amtszeit von einer islamistischen Terrorwelle begleitet, bei der bisher mehr als 250 Menschen starben.


French President Emmanuel Macron is seen on a television screen in Paris on June 14, 2020 as he addresses the nation from the Elysee Palace during a televised speech, broadcast by French tv channel TF1. (Photo by Thomas SAMSON / AFP)
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Macron galt viele Jahre als politischer Ziehsohn des Sozialisten Hollande, der zwischen 2012 und 2017 in Frankreich regierte. Hollande nahm den damals 34-järigen Macron unmittelbar nach seinem Amtsantritt im Mai 2012 in seinen Präsidialstab auf. 2014 wurde Jungstar Macron zum Wirtschaftsminister berufen - eine Stelle, die er zwei Jahre später unter großem Getöse wieder aufgab, um sich als Anführer einer eigenen politischen Bewegung („La République en Marche“) auf die Präsidentschaftskandidatur vorzubereiten. Im Mai 2017 wurde Macron schließlich zum Präsidenten gewählt. Spätestens seit damals gilt das Verhältnis mit seinem früheren Mentor Hollande als unterkühlt.

Frankreich beging am Mittwoch den 102. Jahrestag des Waffenstillstands mit Deutschland am 11. November 1918. Bei der Zeremonie am Triumphbogen war mit Nicolas Sarkozy noch ein weiterer früherer Präsident anwesend.

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