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Brüsseler Spitzenjob: Zwei Franzosen machen Juncker Konkurrenz
International 2 Min. 26.01.2014 Aus unserem online-Archiv

Brüsseler Spitzenjob: Zwei Franzosen machen Juncker Konkurrenz

Juncker oder Lagarde? Für die Spitzenkandidatur der europäischen Konservativen gibt es viele Bewerber.

Brüsseler Spitzenjob: Zwei Franzosen machen Juncker Konkurrenz

Juncker oder Lagarde? Für die Spitzenkandidatur der europäischen Konservativen gibt es viele Bewerber.
Foto: AFP
International 2 Min. 26.01.2014 Aus unserem online-Archiv

Brüsseler Spitzenjob: Zwei Franzosen machen Juncker Konkurrenz

Für Jean-Claude Juncker könnte die Kandidatur um die Präsidentschaft der EU-Kommission ein knappes Rennen werden. Zwei Franzosen drängen ebenfalls auf die Bühne. Die deutsche Kanzlerin schwankt noch zwischen Juncker und Christine Lagarde.

Von Volker Bingenheimer

Für Jean-Claude Juncker könnte die Kandidatur um die Präsidentschaft der EU-Kommission ein knappes Rennen werden. Zwei Franzosen drängen ebenfalls auf die Bühne. Viel Gewicht wird der Entscheidung der deutschen Bundeskanzlerin beigemessen, die derzeit noch zwischen Juncker und Christine Lagarde schwankt.

Der derzeitigen Direktorin des Internationalen Währungsfonds Lagarde werden ebenso gute Chancen wie dem Luxemburger Ex-Premier eingeräumt, Spitzenkandidat der Europäischen Volkspartei zu werden. Die deutsche Kanzlerin habe sich noch nicht entschieden, wen sie bei der Kandidatenfrage unterstützen will, schreibt das Wochenmagazin "Focus" in seiner Samstags-Ausgabe.

Jean-Claude Juncker hatte im Dezember bekannt, er stehe für die Kandidatur als EU-Kommissionspräsident zur Verfügung. Während Angela Merkel früheren Medienberichten zufolge nicht gerade begeistert von Juncker als Kommissionspräsident gewesen sein soll, sagte sie nun auf einer Telefonkonferenz des CDU-Vorstands "Ich schätze ihn sehr", wie der "Focus" berichtet.

Die europäischen Konservativen müssen sich Anfang März auf ihrem Parteikongress in Dublin entscheiden, wer ihr Spitzenkandidat werden soll.

"Lagarde steht für modernes Europa"

Gute Chancen hat die Französin Christine Lagarde. Die durchsetzungsfähige Direktorin des Internationalen Währungsfonds gilt als ausgewiesene Finanzexpertin, was angesichts der noch schwelenden EU-Schuldenkrise ein großes Plus sein könnte. Zu ihren Befürwortern gehört Herbert Reul, Chef der Europaabgeordneten von CDU und CSU. "Wir brauchen eine Persönlichkeit, die für ein modernes Europa steht und die auf die Zukunft ausgerichtet ist. Aus diesem Blickwinkel wäre die Kandidatur von Christine Lagarde eine gute Sache", erklärte Reul, der Juncker nicht besonders schätzt, gegenüber dem "Fokus".

Als dritter möglicher Kandidat hat EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier seinen Hut in den Ring geworfen. Er stehe als Spitzenkandidat der Europäischen Volkspartei für die Europawahl im Mai bereit, sagte er der „Wirtschaftswoche“. Barnier, der seit 2010 EU-Kommissar ist, hat sich bisher mit der Aufsicht über Finanzdienstleister sowie dem Abbau von Markthindernissen befasst.

Barnier profilierte sich vor allem beim Verbraucherschutz: Er kündigte das Grundrecht auf ein Basisgirokonto und strengere Regeln für die Banken bei Hypothekendarlehen an. Aufsehenerregende Erfolge hat er bisher nicht vorzuweisen. Vorige Woche musste er bei der Beschränkung des Eigenhandels der Banken Zugeständnisse machen.


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