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Britischer Außenminister unter Druck
International 21.08.2021 Aus unserem online-Archiv
Wegen Kreta-Urlaubs

Britischer Außenminister unter Druck

Raab verlässt Downing Street 10 nach einer Unterredung mit Boris Johnson.
Wegen Kreta-Urlaubs

Britischer Außenminister unter Druck

Raab verlässt Downing Street 10 nach einer Unterredung mit Boris Johnson.
Foto: AFP
International 21.08.2021 Aus unserem online-Archiv
Wegen Kreta-Urlaubs

Britischer Außenminister unter Druck

Der britische Außenminister Dominic Raab gerät wegen seines Verhaltens in der Afghanistan-Krise immer stärker unter Druck.

(dpa) - Dem konservativen Politiker wird angelastet, trotz der Machtübernahme der militant-islamistischen Taliban in praktisch ganz Afghanistan weiterhin Urlaub auf der griechischen Insel Kreta gemacht zu haben. Raab soll es auch abgelehnt haben, mit dem afghanischen Außenminister ein dringendes Telefonat über die Evakuierung von Ortskräften zu führen, die britischen Stellen jahrelang geholfen hatten.

Raab kehrte erst am Montag nach London zurück, nachdem die militant-islamistischen Taliban auch die Kontrolle über die Hauptstadt Kabul übernommen hatten. Zuvor hatten ihn hochrangige Diplomaten tagelang vergeblich gebeten, den Anruf zu tätigen, wie britische Medien berichteten. Die Opposition fordert nun seinen Rücktritt. Berichten vom Freitag zufolge verliert Raab auch innerhalb der regierenden Tory-Partei und seines eigenen Ministeriums an Rückhalt.

„Amtspflichten verletzt“

Einen Rücktritt schloss Raab am Donnerstag noch aus. Demonstrativ ließ er sich bei der Leitung einer Telefonkonferenz mit den Außenministern anderer führender Industrienationen (G7) fotografieren. Am Freitag sagte er, die „sich rapide verschlechternde Situation“ habe den Anruf verhindert. Er habe sich auf die Sicherheit und Kapazitäten am Flughafen konzentriert.


A video grab from footage broadcast by the UK Parliament's Parliamentary Recording Unit (PRU) shows Britain's Prime Minister Boris Johnson speaking at the despatch box during an extraordinary session of parliament called to discuss the collapse of the Afghan government in the House of Commons in London on August 18, 2021. - Britain on August 17 announced a resettlement scheme for Afghans fleeing the Taliban after their return to power, offering an initial 5,000 places in the first year, rising to up to 20,000 in the long term. The announcement came on the eve of an extraordinary session of parliament on August 18, where MPs recalled from holiday will discuss the collapse of the Afghan government, so soon after the withdrawal of Western forces. (Photo by - / PRU / AFP) / RESTRICTED TO EDITORIAL USE - MANDATORY CREDIT " AFP PHOTO / PRU " - NO USE FOR ENTERTAINMENT, SATIRICAL, MARKETING OR ADVERTISING CAMPAIGNS
Britische Regierung gerät unter Druck
Boris Johnson steht wegen der Krise am Hindukusch unter Kritik. Auch sein Außenminister Dominic Raab hat eine schlechte Figur abgegeben.

Beißende Kritik kam unter anderem vom ehemaligen NATO-Generalsekretär George Robertson. Raab habe seine Amtspflichten verletzt mit schwerwiegenden Konsequenzen, sagte der Labour-Politiker der BBC.

Spekuliert wird, der Minister könnte bei einer Kabinettsumbildung im Herbst seinen Posten verlieren. Die Unzufriedenheit über die Afghanistan-Politik der Regierung von Premierminister Boris Johnson ist in allen politischen Lagern groß. In einer Sondersitzung des Parlaments gab es viel Kritik. Johnson selbst sprach Raab am Freitag erneut sein Vertrauen aus.     

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