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Britin stirbt nach Nowitschok-Vergiftung
Britische Polizisten vor dem Wohnort der Opfer.

Britin stirbt nach Nowitschok-Vergiftung

Foto:AFP
Britische Polizisten vor dem Wohnort der Opfer.
International 2 Min. 09.07.2018

Britin stirbt nach Nowitschok-Vergiftung

Eine Frau aus Großbritannien stirbt, nachdem sie mit dem Nervengift Nowitschok in Berührung gekommen ist. Gibt es einen Zusammenhang zum Attentat auf den Ex-Doppelagenten Sergej Skripal? Der Fall rückt nun wieder ins Rampenlicht.

(dpa) - Nach dem Tod einer mit dem Kampfstoff Nowitschok in Berührung gekommenen Britin wächst der Druck auf die Ermittler im Fall Skripal. Sie müssen nun herausfinden, ob es zwischen den beiden Fällen Verbindungen gibt. Denn der russische Ex-Doppelagent Sergej Skripal (67) und seine Tochter Julia (33) waren als Opfer eines Anschlags ebenfalls mit dem Nervengift in Kontakt gekommen. London hatte Moskau dafür verantwortlich gemacht. Russland stritt das vehement ab. Der Tod der Frau könnte das Verhältnis der beiden Staaten weiter zerrütten.


(FILES) In this file photo taken on March 10, 2018 Personnel in protective coveralls and breathing equiptment work at the Salisbury District Hospital in Salisbury, southern England, on March 10, 2018, in connection with the major incident sparked after a man and a woman were apparently poisoned in a nerve agent attack.
A British couple left critically ill in an English town were exposed to Novichok -- the same nerve agent used in the poisoning of a former Russian spy Sergei Skripal and his daughter Yulia Skripal in the nearby city of Salisbury this year, police said on July 5, 2018. / AFP PHOTO / Daniel LEAL-OLIVAS
Britisches Paar vermutlich kein gezieltes Nowitschok-Opfer
Experten halten es für möglich, dass das Paar zufällig mit einem kontaminierten Gegenstand in Kontakt kam, der beim Anschlag auf die Skripals genutzt worden war.

Die am Sonntagabend gestorbene 44-jährige Britin und ihr 45-jähriger Lebensgefährte waren Ende Juni mit Vergiftungserscheinungen ins Salisbury District Hospital eingeliefert worden. Der Polizei zufolge haben die beiden einen kontaminierten Gegenstand angefasst. Um was es sich dabei gehandelt hat, war aber zunächst unklar. Die beiden lebten nur rund 13 Kilometer von Salisbury entfernt. Dort wurden im März Sergej Skripal und seine Tochter Julia Opfer eines Anschlags mit Nowitschok.

Die Frau hinterlässt drei Kinder. Der Mann ist weiter in einem kritischen Zustand, wie ein Polizeisprecher sagte.

Die britische Premierministerin Theresa May zeigte sich betroffen. „Ich bin entsetzt und geschockt“, sagte sie einer Mitteilung zufolge.

Die Ermittler gehen davon aus, dass das Paar aus Amesbury versehentlich mit dem tödlichen Nervengift in Berührung gekommen war. Die beiden könnte demnach etwa ein Fläschchen oder eine Injektionsspritze mit Resten des Gifts gefunden haben, das beim Attentat auf die Skripals verwendet wurde. Britische Medien berichteten, dass beide Drogenkonsumenten gewesen seien.


Former Russian military intelligence colonel Sergei Skripal attends a hearing at the Moscow District Military Court in Moscow on August 9, 2006.
Sergei Skripal, a former Russian double agent whose mysterious collapse in England sparked concerns of a possible poisoning by Moscow, has been living in Britain since a high-profile spy swap in 2010. Police were probing his exposure to an unknown substance, which left him unconscious on a bench in the city of Salisbury and saw media draw parallels to the case of Alexander Litvinenko, an ex-spy who died of radioactive polonium poisoning in 2006.
 / AFP PHOTO / Kommersant Photo / Yuri SENATOROV / Russia OUT
Vergifteter Ex-Doppelagent Skripal aus Klinik entlassen
Der vergiftete ehemalige russische Doppelagent Sergej Skripal ist aus dem Krankenhaus im südenglischen Salisbury entlassen worden. Das teilte die Klinik am Freitag der britischen Nachrichtenagentur PA zufolge mit.

Die Polizei sperrte sechs Areale in Amesbury und im 13 Kilometer entfernten Salisbury ab, in denen sich das Paar kurz vor den ersten Symptomen aufhielt. Dazu zählen eine Apotheke, eine Kirche und das Wohnhaus des 45-Jährigen. Das Hostel, in dem seine Freundin lebte, wurde evakuiert.

Sergej Skripal und seine Tochter Julia waren vor vier Monaten bewusstlos auf einer Parkbank im benachbarten Salisbury entdeckt worden. Sie entkamen nur knapp dem Tod und leben inzwischen an einem geheimen Ort. Sie wurden ebenfalls im Salisbury District Hospital behandelt.

London bezichtigte Moskau, Drahtzieher des Anschlags gewesen zu sein. Nowitschok wurde in der früheren Sowjetunion entwickelt, später wurde damit aber auch in anderen Ländern experimentiert. Der Kreml streitet die Vorwürfe vehement ab. Der Fall löste eine schwere diplomatische Krise aus. Mehr als zwei Dutzend Länder wiesen russische Diplomaten aus. Russland reagierte ebenfalls mit Ausweisungen.

Infolge des Falls Skripals hatten das Königshaus und britische Politiker beschlossen, die Fußball-Weltmeisterschaft in Russland nicht zu besuchen. Nun strebt England ausgerechnet in Moskau den größten Erfolg seit der Heim-WM 1966 an, als man Weltmeister wurde. Am Mittwoch steht in der russischen Hauptstadt das Halbfinale gegen Kroatien an.


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Two people have been hospitalised in a critical condition for exposure to an "unknown substance" in the same British city where former Russian spy Sergei Skripal and his daughter were poisoned with a nerve agent earlier this year. British police declared a "major incident" after the couple, a man and a woman in their 40s, were discovered unconscious at a house in a quiet, newly-built area in Amesbury, with a number of locations cordoned off by police.
 / AFP PHOTO / Geoff CADDICK
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