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Brexit: Run auf Pässe anderer EU-Länder
International 06.01.2019

Brexit: Run auf Pässe anderer EU-Länder

Im britischen Parlament soll in etwa einer Woche über das Brexit-Abkommen mit der EU beraten werden.

Brexit: Run auf Pässe anderer EU-Länder

Im britischen Parlament soll in etwa einer Woche über das Brexit-Abkommen mit der EU beraten werden.
Foto: AFP
International 06.01.2019

Brexit: Run auf Pässe anderer EU-Länder

Die Uhr tickt: In weniger als drei Monaten verlässt Großbritannien die EU. Bei vielen Briten liegen die Nerven blank. Das zerstrittene Parlament soll in etwa einer Woche über das Abkommen abstimmen.

(dpa) - Angesichts des bevorstehenden Brexits ist die Zahl der Einbürgerungsanträge von Briten in vielen EU-Ländern erheblich gestiegen. Das gilt unter anderem für Deutschland, Irland, Portugal und Schweden, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab. Der Run der Briten auf die Pässe aus anderen Ländern setzte mit dem Brexit-Referendum im Jahr 2016 ein. Die einzelnen EU-Staaten legen die Hürden für die Einbürgerungen unterschiedlich hoch.

Der für Ende März geplante Austritt aus der Europäischen Union verunsichert zahlreiche Briten. Sie fürchten insbesondere ökonomische Nachteile bei einem Brexit ohne Abkommen mit der EU.

Die britische Premierministerin Theresa May appellierte wieder an das Parlament, für das Brexit-Abkommen zu stimmen. Andernfalls drohten wirtschaftliche Schäden und das Vertrauen in die Demokratie würde schwinden. Großbritannien stehe vor einer „tiefgreifenden Herausforderung“, schrieb May in der Zeitung „Mail on Sunday“.

Mehrheit noch nicht in Sicht

Die Regierungschefin bestätigte am Sonntag in der Andrew-Marr-Show der BBC, dass die Abstimmung voraussichtlich am 14. oder 15. Januar sein werde. Bislang war meist etwas allgemeiner von der dritten Januarwoche die Rede. Die Parlamentarier werden von Mittwoch an wieder über das zwischen May und Brüssel ausgehandelte Abkommen debattieren.

Eine Mehrheit für das Abkommen ist aber immer noch nicht in Sicht. Ursprünglich war die Abstimmung schon am 11. Dezember geplant. May hatte den Termin aber wegen der sich abzeichnenden Niederlage verschoben. Bei einer ungeregelten Trennung von der EU am 29. März drohen Großbritannien chaotische Verhältnisse in vielen Bereichen.

May warb in der „Mail on Sunday“ auch für ihre zusätzlichen jährlichen Milliarden-Finanzspritzen zur Unterstützung des maroden staatlichen Gesundheitsdienstes NHS (National Health System). Damit sollen unter anderem psychisch Kranke besser versorgt werden. Patienten erhalten digitalen Zugang zum Hausarzt, um etwa Termine zu vereinbaren. Nach Angaben des Königlichen Colleges für Krankenpflege sind damit aber noch längst nicht alle Probleme behoben: Allein in England fehlten mehr als 40 000 Krankenschwestern und -pfleger.


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