Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Brexit-Befürworter führen mit bis zu sieben Prozentpunkten
International 14.06.2016 Aus unserem online-Archiv
Umfragen sehen Vorsprung der Neinsager voraus

Brexit-Befürworter führen mit bis zu sieben Prozentpunkten

Unentschlossenen Lesern gab die Boulevardzeitung "The Sun" einen Tipp zur Abstimmung.
Umfragen sehen Vorsprung der Neinsager voraus

Brexit-Befürworter führen mit bis zu sieben Prozentpunkten

Unentschlossenen Lesern gab die Boulevardzeitung "The Sun" einen Tipp zur Abstimmung.
Foto: AFP
International 14.06.2016 Aus unserem online-Archiv
Umfragen sehen Vorsprung der Neinsager voraus

Brexit-Befürworter führen mit bis zu sieben Prozentpunkten

Volker BINGENHEIMER
Volker BINGENHEIMER
Die Uhr tickt: Knapp eine Woche vor der schicksalhaften Abstimmung in Großbritannien haben die Brexit-Befürworter in Umfragen die Nase vorn. Gegner des EU-Austritts warnen vor einem «Desaster».

(dpa) - Gut eine Woche vor dem EU-Referendum in Großbritannien liegen zwei neuen Umfragen zufolge die Befürworter eines Brexits mit bis zu sieben Prozentpunkten vorn. In einer Meinungsumfrage des Instituts YouGov für die Zeitung «The Times», die am Dienstag veröffentlicht wurde, sprachen sich 46 Prozent der Befragten für einen Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union aus.

Die Brexit-Gegner des «Remain»-Lagers («Bleiben») kamen demnach auf 39 Prozent, 11 Prozent der Befragten waren noch unentschlossen. Eine Umfrage des Instituts ICM im Auftrag der Zeitung «The Guardian» kam zu dem Ergebnis, dass die «Leave»-Kampagne («Rausgehen») mit 53 zu 47 Prozent führe.

Das Lager der unentschlossenen Befragten wurde dabei nicht berücksichtigt. Das Referendum findet am 23. Juni statt. Britische Gewerkschaftsführer zeigten sich besorgt über die Aussicht eines möglichen Brexits. In einem im Boulevardblatt «Daily Mirror» veröffentlichten Brief warben sie für den Verbleib Großbritanniens in der EU. Die Kampagne wurde von Labour-Chef Jeremy Corbyn unterstützt. Der Brexit wäre «für arbeitende Menschen ein Desaster», hieß in dem Schreiben.

Es drohten Entlassungen, niedrigere Löhne und Exportrückgänge. In einer Meinungsumfrage des US-Instituts Pew Research waren 52 Prozent der befragten Briten dafür, dass es dem Land - wie anderen Nationen auch - erlaubt werden müsse, sich um die eigenen Probleme zu kümmern. Rund 54 Prozent der Umfrageteilnehmer waren der Ansicht, dass Großbritannien seine eigenen Interessen verfolgen sollte, selbst wenn Verbündete klar dagegen seien. Unabhängig vom Ausgang des Referendums forderten 65 Prozent der Befragten, einige EU-Befugnisse sollten wieder der britischen Regierung übertragen werden.

Die Redaktion der beliebten Boulevardzeitung «The Sun» sprach sich am Dienstag in einem Kommentar auf der Titelseite für einen EU-Austritt aus. Die Briten sollten sich «vom diktatorischen Brüssel befreien», hieß es. Der Brexit-Befürworter Nigel Farage freute sich über die Unterstützung. Er sei «überglücklich», sagte der Chef der rechtspopulistischen UKIP-Partei. Auch das Boulevardblatt «Daily Express» forderte seine Leser auf, für den Brexit zu stimmen.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Nach dem Brexit herrscht Katerstimmung auf der Insel. Die EU beginnt zaghaft mit der Zukunftsplanung. London tritt unterdessen auf die Bremse. Das Referendum sei ein Ausdruck der feigen Politiker, heißt es in der Presse.
Dans un entretien paru dans notre "Classement des banques", le ministre des Finances revient sur les sujets brûlants pour le centre financier luxembourgeois. Il élabore notamment des scénarios liés au référendum britannique du 23 juin.
Le ministre des Finances pour ITV classement banques, Pierre Gramegna, Foto Lex Kleren
TNS-Umfrage in zehn europäischen Ländern
66 Prozent der Einwohner Luxemburgs sind dafür, dass die Briten Mitglied der EU bleiben. Das ergibt eine Umfrage, die das Meinungsforschungsinstitut TNS-Ilres in der zweiten Maihälfte durchgeführt hat.
Anti-EU-Pins werden bei einer Versammlung der Brexit-Befürworter verteilt.
Briten entscheiden über "in" oder "out"
In drei Wochen entscheiden die Briten über „in“ oder „out“. Und je näher die Stunde der Wahrheit rückt, desto schriller werden die Töne im Abstimmungskampf. LW-Redakteur Pierre Leyers hat sich vor Ort umgehört.
Am 23. Juni wird sich entscheiden, ob die Briten in der EU bleiben - oder nicht.
Ungewissheit hat London und Brüssel im Griff
Verbissen versuchen die Wahlkämpfer in London, die Briten für ein Votum pro oder contra Brexit zu gewinnen. Auch in Brüssel wächst vor dem EU-Referendum die Nervosität. Dabei zeichnet sich jetzt schon ab: Am Ende wird es nur Verlierer geben.
Londons Ex-Bürgermeister ist Wortführer der EU-Gegner, während Premier David Cameron sich für einen Verbleib einsetzt und die Gefahren des Ausstiegs beschwört.