Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Brasiliens Ex-Präsident Lula wieder auf freiem Fuß
International 08.11.2019

Brasiliens Ex-Präsident Lula wieder auf freiem Fuß

Luiz Inacio Lula da Silva nach seiner Freilassung

Brasiliens Ex-Präsident Lula wieder auf freiem Fuß

Luiz Inacio Lula da Silva nach seiner Freilassung
AFP
International 08.11.2019

Brasiliens Ex-Präsident Lula wieder auf freiem Fuß

Den Ausgang seines Berufungsverfahrens kann die Lichtgestalt der Linken nun in Freiheit abwarten. Ein Freispruch bedeutet seine Freilassung nicht. Das Oberste Gericht hatte geurteilt, dass niemand vor der Ausschöpfung aller Rechtsmittel die Haft antreten muss.

(dpa) - Nach 580 Tagen hinter Gittern ist der zu einer langjährigen Freiheitsstrafe verurteilte brasilianische Ex-Präsident Luiz Inácio Lula da Silva wieder in Freiheit. Der 74-Jährige verließ am Freitag das Polizeipräsidium von Curitiba, wo er seit April 2018 eine Haftstrafe wegen Korruption verbüßt hatte. Kurz zuvor hatte ein Richter in der Stadt im Süden des Landes seine vorläufige Freilassung angeordnet.

Der frühere Staatschef wurde von zahlreichen Anhängern begeistert empfangen, als er an der Seite seiner Anwälte und der Vorsitzenden seiner Arbeiterpartei (PT), Gleisi Hoffmann, aus dem Tor der Polizeizentrale trat. Lula streckte eine geballte Faust zum Himmel und umarmte viele Menschen.

Zuletzt hatte der Oberste Gerichtshof entschieden, dass in erster und zweiter Instanz verurteilte Straftäter bis zur Ausschöpfung aller möglichen Rechtsmittel auf freiem Fuß bleiben dürfen. Weil die Unschuldsvermutung bis zur Ausschöpfung aller Rechtsmittel gelte, sei eine vorzeitige Inhaftierung unzulässig, urteilten die Richter. Damit machten sie den Weg frei für die Freilassung von Tausenden Verurteilten - darunter auch Lula.


(FILES) This file photo taken on January 16, 2018 shows former Brazilian president Luiz Inacio Lula da Silva reacting during a meeting with intellectuals at Oi Casa Grande Theater in Rio de Janeiro, Brazil.
On January 24, 2018 Brazil's Lula lost his appeal against his corruption conviction, after two of the three judges convened in Porto Alegre's appeals court upheld the charges, and voted to increase the sentence from 9.5 years to more than 12 years.  / AFP PHOTO / MAURO PIMENTEL
Zwölf Jahre Gefängnis: Brasiliens Ex-Präsidenten Lula verurteilt
Der langjährige Präsident Brasiliens, Luiz Inácio Lula da Silva (72), soll wegen Korruption und Geldwäsche für zwölf Jahre und einen Monat ins Gefängnis.

Wegen Korruption verbüßt der frühere Staatschef derzeit eine achtjährige Freiheitsstrafe. Er soll von dem Bauunternehmen OAS die Renovierung eines Luxus-Appartements im Küstenort Guarujá angenommen haben und der Firma im Gegenzug Aufträge des halbstaatlichen Ölkonzerns Petrobras in Aussicht gestellt haben. Lula dementiert die Anschuldigungen und spricht von einer politischen Verschwörung gegen ihn.

Lula galt lange Zeit als Lichtgestalt der lateinamerikanischen Linken. Mit Sozialprogrammen holte er Millionen Menschen aus der bittersten Armut. Auch wirtschaftlich boomte Brasilien während seiner Amtszeit (2003-2010). Allerdings blühte unter seiner Präsidentschaft auch die Korruption in der größten Volkswirtschaft in der Region.

Aufgrund seiner Verurteilung konnte Lula im vergangenen Jahr nicht an der Präsidentenwahl teilnehmen, bei der der populäre Linkspolitiker laut Umfragen gute Chancen auf eine Rückkehr ins höchste Staatsamt gehabt hätte. Stattdessen zog der ultarechte Ex-Militär Jair Bolsonaro in den Präsidentenpalast ein. Zu seinem Justizminister machte er Sérgio Moro - jenen Richter, der Lula hinter Gitter gebracht hatte.

Im Zuge der Ermittlungen zum größten Korruptionsskandal Lateinamerikas, „Lava Jato“ (Autowäscherei), um den halbstaatlichen Ölkonzern Petrobras, wird in Brasilien gegen Dutzende Politiker, Funktionäre und Unternehmer ermittelt.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Brasiliens Ex-Präsident Lula darf nicht mehr antreten
Der frühere Staatschef führt alle Umfragen an und könnte die Wahl leicht gewinnen. Es gibt da nur ein Problem: Er sitzt hinter Gittern. Jetzt soll sich sein Vizekandidat in Lulas Namen in die Bresche werfen und einen Sieg des „brasilianischen Trump“ verhindern.
Supporters of Brazilian former president (2003-2011) Luiz Inacio Lula Da Silva attend a vigil outside the Federal Police Superintendence in Curitiba, Brazil on August 31, 2018. - Brazil's top electoral court said it would make a decision Friday on jailed former president Luiz Inacio Lula da Silva's eligibility to run in October's presidential elections, a source told AFP. (Photo by Heuler Andrey / AFP)
Lust auf noch mehr Wort?
Lust auf noch mehr Wort?
7 Tage gratis testen
E-Mail-Adresse eingeben und alle Inhalte auf wort.lu lesen.
Fast fertig...
Um die Anmeldung abzuschließen, klicken Sie bitte auf den Link in der E-Mail, die wir Ihnen gerade gesendet haben.