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Brasilien: Helfer finden immer mehr Tote im Schlamm
International 10 2 Min. 28.01.2019

Brasilien: Helfer finden immer mehr Tote im Schlamm

International 10 2 Min. 28.01.2019

Brasilien: Helfer finden immer mehr Tote im Schlamm

Eine tödliche Mischung aus Wasser, Geröll und Erde rollt über Häuser und Menschen hinweg. Die Rettungskräfte suchen noch immer nach Überlebenden in den Schlammmassen, aber die Chancen nehmen von Stunde zu Stunde ab.

(dpa) - Die Hoffnung schwindet, doch die Suche geht weiter: Nach dem Dammbruch an einer Eisenerzmine in Brasilien ist die Zahl der bestätigten Todesopfer auf 58 gestiegen. 305 weitere Menschen werden noch vermisst, wie die Zivilschutzbehörde am Sonntag mitteilte. Die Zahl der Toten dürfte demnach noch weiter steigen. „Es sind viele Vermisste. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie tot sind, ist erheblich gestiegen“, sagte der Minister für regionale Entwicklung, Gustavo Canuto. Am Sonntag konnten die Rettungskräfte keine Überlebenden bergen.

Rund 200 Feuerwehrleute und 13 Hubschrauber waren an den Such- und Bergungsarbeiten nahe der Ortschaft Brumadinho im Bundesstaat Minas Gerais beteiligt. Israel schickte 130 Soldaten und 16 Tonnen Material an die Unglücksstelle, um bei den Such- und Bergungsarbeiten zu helfen. Am Sonntag wurde die Suche vorübergehend eingestellt, weil ein zweiter Damm zu brechen drohte.


25.01.2019, Brasilien, Brumadinho: Menschen beobachten die Schlammmassen nach dem Bruch eines Staudamms an der Feijão Eisenerzmine. Foto: Rodney Costa/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Schlammlawine reißt Dutzende Menschen in den Tod
Nach dem Dammbruch in einer Eisenerzmine in Brasilien rollt eine tödliche Mischung aus Wasser, Geröll und Erde über Häuser und Menschen hinweg. Die Rettungskräfte suchen Überlebende, 24.000 Menschen wurden evakuiert.

Der Damm an der Mine des brasilianischen Bergbaukonzerns Vale war am Freitag gebrochen. Eine Schlammlawine war über Teile der Anlage und benachbarte Siedlungen hinweggerollt. Wie es genau zu dem Unfall kam, sei noch unklar, sagte Vale-Präsident Fábio Schvartsman. Er sprach von einer „fürchterlichen Tragödie“. Das Umweltministerium kündigte eine Strafe in Höhe von 250 Millionen Reais (58 Mio Euro) gegen den Konzern an. Insgesamt ergossen sich nach Angaben von Vale rund zwölf Millionen Kubikmeter Schlamm über die Anlage und die nahe liegenden Siedlungen.

Die Staatsanwaltschaft leitete eine Untersuchung ein, um die Verantwortlichen für das Unglück zu ermitteln. „Wir tun alles, um die Sicherheit und Stabilität der Dämme sicherzustellen“, sagte Vale-Chef Schvartsman in einer Erklärung. Der TÜV Süd hatte die Dämme im vergangenen Jahr geprüft, wie das Unternehmen in München auf Anfrage bestätigte. „Wir werden die Ermittlungen vollumfänglich unterstützen und den Ermittlungsbehörden alle benötigten Unterlagen zur Verfügung stellen“, teilte der TÜV Süd mit.


25.01.2019, Brasilien, Brumadinho: Ein Hundewelpe ist mit Schlamm bedeckt nach dem Bruch eines Staudamms an der Feijão Eisenerzmine. Foto: Rodney Costa/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
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Meterhoher Schlamm und Wasser wälzen sich durch eine Mine und ein Wohngebiet. Es wird befürchtet, dass die Zahl der Toten dreistellig ist. Für die Bewohner der Region wiederholt sich ein Alptraum.

Im Jahr 2015 gab es in Minas Gerais schon ein ähnliches Unglück. Bei der „Tragödie von Mariana“ kam es in einem Eisenerzbergwerk zu einem Dammbruch an einem Rückhaltebecken. Seinerzeit kamen 19 Menschen ums Leben. Das damalige Betreiberunternehmen Samarco gehörte ebenfalls Vale sowie dem australisch-britischen Konzern BHP. Eine riesige Welle mit Schlamm und schädlichen Stoffen ergoss sich in angrenzende Ortschaften und kontaminierte den Fluss Rio Doce auf rund 650 Kilometern Länge. Bis in den Atlantik floss die braunrote Brühe.

„Diese neue Katastrophe ist die traurige Konsequenz davon, dass die brasilianische Regierung und die Bergbauunternehmen nichts dazugelernt haben“, sagte Nilo D’Ávila von der Umweltorganisation Greenpeace. „Das ist kein Unfall, sondern ein Umweltverbrechen, das bestraft werden muss.“


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