Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Brände in Kalifornien breiten sich weiter aus
International 2 Min. 23.08.2020

Brände in Kalifornien breiten sich weiter aus

Die Wetterlage könnte die Situation in Kalifornien in den kommenden Stunden weiter verschlechtern.

Brände in Kalifornien breiten sich weiter aus

Die Wetterlage könnte die Situation in Kalifornien in den kommenden Stunden weiter verschlechtern.
Foto: AFP
International 2 Min. 23.08.2020

Brände in Kalifornien breiten sich weiter aus

Fast 14.000 Feuerwehrleute bekämpfen die verheerenden Brände in Kalifornien. Dennoch sind die Flammen vielerorts weiterhin außer Kontrolle. Und Gewitter könnten die Lage noch verschlimmern.

(dpa) - Nach heftigen Unwettern mit mehr als 12.000 Blitzeinschlägen haben Brände im US-Bundesstaat Kalifornien bis Sonntag rund 4.000 Quadratkilometer Land verwüstet. Die Einsatzkräfte schlugen immer neue Schneisen in die Wälder, um die Ausbreitung der Flammen zu verlangsamen, wie die Feuerwehr mitteilte. Dennoch konnten bisher nur wenige Brände unter Kontrolle gebracht werden.

Zwei der 585 Feuer, die seit dem 15. August ausbrachen, zählen die Behörden zu den größten in der jüngeren Geschichte Kaliforniens. Mindestens fünf Menschen kamen ums Leben, 120.000 Bürger wurden angewiesen, ihre Häuser zu verlassen und sich vor den herannahenden Flammen in Sicherheit zu bringen. Rund 13.700 Feuerwehrleute sind derzeit im Einsatz. TV-Aufnahmen zeigen gewaltige Feuersbrünste, verkohlte Wälder und dichte, schwarze Rauchwolken.

Am Samstag hatte eine leichte, kühle Brise der Feuerwehr geholfen, die Brände zumindest vorübergehend in einigen Gebieten zurückzudrängen, wie die „New York Times“ berichtete. Am Sonntag jedoch warnten US-Meteorologen vor neuen Gewittern. Blitzeinschläge und die große Trockenheit, die in Kalifornien zuletzt herrschte, gelten als Ursache der Brände.

Feuerwehr an Belastungsgrenze

Die Feuerwehr geriet in den vergangenen Tagen an ihre Grenzen. Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom bat deshalb andere amerikanische Bundesstaaten sowie Kanada und Australien um Personal, Fahrzeuge und Löschflugzeuge. Ein Grund für den Mangel an Feuerwehrleuten: In Kalifornien helfen normalerweise Gefängnisinsassen bei der Bekämpfung der Waldbrände – in den vergangenen Wochen jedoch wurden viele frühzeitig entlassen, weil sich in den Haftanstalten das Corona-Virus ausbreitete.  


21.08.2020, USA, Moreno Valley: Gegen den Waldbrand im Moreno Valley wird mit Hilfe eines Löschflugzeugs angegangen. Foto: Terry Pierson/Orange County Register via ZUMA/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Kalifornien bittet wegen Großbränden um Hilfe aus dem Ausland
Die Waldbrände in Kalifornien verbreiten Schrecken - nicht nur, weil sie sich schnell ausbreiten. Mehr als 100 000 Menschen müssen ihre Häuser verlassen.

Präsident Donald Trump erklärte die Brände auf Anfrage Kaliforniens zur schweren Katastrophe, um Gelder der amerikanischen Regierung für Notunterkünfte, Reparaturen und Verluste zur Verfügung zu stellen. Gouverneur Newsom hatte bereits am Dienstag den Notstand für Kalifornien ausgerufen.

Luftqualität verschlechtert sich

Besonders schlimm wüten die Flammen im Osten des Silicon Valley, wo viele amerikanische Tech-Firmen ihren Sitz haben. Dort wuchs der sogenannte SCU Lightning Complex, eine Gruppe von 20 einzelnen Bränden, inzwischen auf fast 1.400 Quadratkilometer an und gilt nun als das zweigrößte Feuer, das Kalifornien je erlebt hat. Der LNU Lightning Complex im Napa Valley zerstörte bisher rund 1.300 Quadratkilometer Land und gilt als drittgrößtes Feuer in der Geschichte des Bundesstaates.


TOPSHOT - People watch the Walbridge fire, part of the larger LNU Lightning Complex fire, from a vineyard in Healdsburg, California on August 20, 2020. - A series of massive fires in northern and central California forced more evacuations as they quickly spread August 20, darkening the skies and dangerously affecting air quality. (Photo by JOSH EDELSON / AFP)
Kampf gegen Waldbrände in Kalifornien - mindestens vier Tote
In Kalifornien kämpfen mehr als 10.000 Feuerwehrleute gegen zwei Dutzend Großbrände an. Die Flammen haben schon Tausende Menschen aus ihren Häusern getrieben.

Die Umweltbehörde EPA fürchtete eine Verschlechterung der schon jetzt extrem niedrigen Luftqualität. Die Experten riefen für manche Gebiete in Kalifornien zeitweise die höchste Warnstufe aus: „Hazardous“, auf Deutsch „gefährlich“. Ähnlich schmutzig ist die Luft der EPA zufolge nur in wenigen anderen Teilen der Welt, zum Beispiel in smogbelasteten Industriestädten Indiens und Mexikos.

Folgen Sie uns auf Facebook und Twitter und abonnieren Sie unseren Newsletter.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Größer, heißer, gefährlicher
Kalifornien kämpft seit Anfang des Jahres mit mehr unkontrollierten Flächenbrände als je zuvor. US-Präsident Donald Trump macht den Umweltschutz dafür verantwortlich.