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Boris Johnson von eigener Schwester für seine Wortwahl kritisiert
International 3 2 Min. 27.09.2019 Aus unserem online-Archiv

Boris Johnson von eigener Schwester für seine Wortwahl kritisiert

Premierminister Boris Johnson am Mittwoch bei der Parlamentseröffnung.

Boris Johnson von eigener Schwester für seine Wortwahl kritisiert

Premierminister Boris Johnson am Mittwoch bei der Parlamentseröffnung.
Foto: AFP PHOTO / Jessica Taylor /UK Parliament
International 3 2 Min. 27.09.2019 Aus unserem online-Archiv

Boris Johnson von eigener Schwester für seine Wortwahl kritisiert

Die Äußerungen des britischen Premierministers zu der ermordeten Labour-Abgeordneten Jo Cox wurden in den vergangenen Tagen stark kritisiert. Sogar seine eigene Schwester schloss sich dem nun an.

(dpa/SC) - In der Debatte um die Rhetorik des britischen Premierministers hat nun auch dessen Schwester scharfe Kritik an Boris Johnson geübt. Die Wortwahl ihres Bruders vor dem Parlament sei "in höchstem Maße verwerflich" gewesen, sagte die Journalistin und ehemalige "Big Brother"-Teilnehmerin Rachel Johnson dem Sender Sky News am Donnerstag. 

Ihr Bruder benutze Worte wie "Kollaborateur", "Verräter" und "Kapitulation" in Verbindung mit Brexit-Gegnern, als ob diese für ihre Meinung "gehängt, ausgeweidet und gevierteilt" werden sollten. Eine Bemerkung über die ermordete britische Politikerin Jo Cox, nannte Rachel Johnson "sehr geschmacklos".

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Die Schwester des Premiers kommentierte damit die Rede Boris Johnsons bei der ersten Sitzung im Parlament nach Aufhebung der Zwangspause am Mittwochabend. Über Jo Cox, die sich für den Verbleib Großbritanniens in der Europäischen Union eingesetzt hatte, sagte der Premier: "Der beste Weg, um das Andenken von Jo Cox zu ehren und dieses Land wieder zu einen, wäre den EU-Austritt zu vollziehen." 

Die Abgeordnete der oppositionellen Labour-Partei war 2016 während des Referendum-Wahlkampfs auf offener Straße von einem rechtsextremen Brexit-Anhänger ermordet worden.

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Rachel Johnson (54) ist nicht das einzige Mitglied des prominenten Johnson-Clans, das Kritik an dem britischen Premierminister übt.

Der jüngere Bruder Jo Johnson (47) hatte Anfang September aus Protest gegen den harten Brexit-Kurs von Boris Johnson (55) sein Amt als Staatssekretär abgegeben und angekündigt, auch sein Mandat als Parlamentsabgeordneter für die Konservativen niederlegen zu wollen. "Ich war in den vergangenen Wochen zerrissen zwischen Loyalität zur Familie und dem nationalen Interesse - es ist eine unauflösbare Spannung", hatte Jo Johnson getwittert. 

Kim Leadbeater, die Schwester der ermordeten Abgeordneten Jo Cox, hat sich am Donnerstag ebenfalls zu den umstrittenen Worten von Boris Johnson geäußert. Sie erklärte einem Reporter von Sky News, sie sei "wie hypnotisiert" gewesen von den Szenen, die sich bei der Parlamentseröffnung abgespielt haben.

"Ich denke der Premierminister muss sich gut überlegen, wie er sich ausdrückt. Das gilt auch für andere. Wir haben alle eine Verantwortung darüber nachzudenken, wie wir miteinander reden und wie wir als Menschen miteinander umgehen. Jo würde nicht wollen, dass ihr Name dazu missbraucht wird, Diskussionen zu ersticken."

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Premierminister Boris Johnson droht damit, das Land am 31. Oktober ohne Abkommen aus der EU zu führen, sollte sich Brüssel nicht auf seine Forderungen nach Änderungen am Brexit-Abkommen einlassen.

Wie er das ohne die Unterstützung des Parlaments erreichen will, ohne das Gesetz zu brechen, ist jedoch unklar. Bevor Premierminister Johnson das Parlament in die Zwangspause schickte, verabschiedeten die Abgeordneten ein Gesetz, dass Johnson dazu verpflichtet eine erneute Verlängerung anzufragen, sollte bis zum 19. Oktober kein neuer Deal mit der EU ausgehandelt werden können.


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